Starkes Weiterbildungsengagement

Will ein Unternehmen langfristig erfolgreich sein, braucht es innovative und wettbewerbsfähige Produkte. Hinter jedem Produkt stehen dabei qualifizierte Beschäftigte, die bereit sind, immer wieder Neues zu lernen und sich auf wechselnde Anforderungen einzustellen. Das wissen auch die Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie und investieren deshalb deutlich mehr Geld und Zeit in Weiterbildung als der Durchschnitt der deutschen Industrie. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) im Auftrag des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC).

Über 90 Prozent der Betriebe sind aktiv

Im Jahr 2013 haben sich 91,3 Prozent aller Chemie-Unternehmen an betrieblicher Weiterbildung beteiligt (Verarbeitendes Gewerbe: 83,8 Prozent). Das überdurchschnittliche Abschneiden der chemischen Industrie ist auch darauf zurückzuführen, dass sich mehr kleine Betriebe der Branche für Weiterbildung engagieren als im Durchschnitt des Verarbeitenden Gewerbes.
Die meisten Chemie-Firmen ermöglichen informelle Weiterbildung (90 Prozent). Hierbei wird vorrangig das Lernen im Prozess der Arbeit gefördert, gefolgt vom Besuch von Informationsveranstaltungen. Rund 78 Prozent der Betriebe bieten das selbstgesteuerte Lernen mit Medien an. Insgesamt kommt in der chemischen Industrie der informellen Weiterbildung ein signifikant größeres Gewicht zu als im Verarbeitenden Gewerbe. Rund 80 Prozent der Chemie-Unternehmen betreiben zudem formelle Weiterbildung. Hierzu zählen externe und interne Lehrveranstaltungen wie Seminare, Vollzeit- und berufsbegleitende Teilzeitlehrgänge und Kurse.

Jährlich rund 29 Stunden Weiterbildung je Mitarbeiter

Für die formelle Weiterbildung wurden Angaben zur Anzahl der Veranstaltungen, zu den Teilnehmerfällen und zum Stundenumfang je Mitarbeiter erhoben. Das Ergebnis: Die Unternehmen der chemischen Industrie erreichen mit 28,6 Teilnahmestunden je Mitarbeiter einen sehr guten Wert im gewerblichen Bereich (Verarbeitendes Gewerbe: 21,3 Teilnahmestunden). Eigene Lehrveranstaltungen nehmen in den Chemie-Unternehmen mit 15,4 Stunden die meiste Zeit in Anspruch. Das zeigt, dass Chemie-Firmen häufiger als andere aktiv die Lehrveranstaltungen mitgestalten.

Hohe Investitionen der Chemie

Die Chemie-Unternehmen investieren mit 1.305 Euro je Mitarbeiter spürbar mehr in betriebliche Weiterbildung als das Verarbeitende Gewerbe (1.169 Euro). Hauptmotive für das Weiterbildungsengagement sind der Erwerb neuer Kompetenzen, die Erhöhung der Motivation und Arbeitszufriedenheit sowie die langfristige Bindung von Mitarbeitern. Damit einhergehen sollen aus betriebswirtschaftlicher Sicht auch Verbesserungen bei Leistungsfähigkeit und Effizienz. In acht von zehn Chemie-Betrieben dient Weiterbildung zur Sicherung der Innovationsfähigkeit. Die Einführung neuer Technologien oder die Veränderung von Arbeitsprozessen geben dabei häufig den Anstoß für Weiterbildungs- und Qualifizierungsaktivitäten.

Weiterbildung fördert Innovationsfähigkeit

BAVC-Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Stiller wertet das Ergebnis der Studie als positives Signal für den Chemie-Standort Deutschland: „Mit einem starken Weiterbildungsengagement investieren wir in die Köpfe und die Innovationskraft unserer Branche. Angesichts des wachsenden globalen Wettbewerbs und der demografischen Herausforderung müssen alle vorhandenen Potenziale bestmöglich ausgeschöpft werden. Dabei sind Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen gefordert, das Thema ‚Weiterbildung‘ voranzubringen. Diesen erfolgreichen Weg in der Chemie wollen wir fortsetzen.“

Über die IW-Weiterbildungsstudie

An der IW-Weiterbildungsstudie in der chemischen Industrie haben sich 230 Unternehmen der Branche beteiligt. Zur chemischen Industrie werden in der Untersuchung die Wirtschaftszweige „Herstellung von chemischen Erzeugnissen“, „Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen“ sowie „Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren“ gerechnet. Der Erhebung liegt ein umfassender Weiterbildungsbegriff zugrunde. Betriebliche Weiterbildung umfasst demnach sowohl formelle Maßnahmen wie Lehrgänge, Kurse und Seminare als auch informelle Maßnahmen wie Unterweisungen am Arbeitsplatz, Informationsveranstaltungen oder PC-gestütztes Lernen. Erfasst wurden Weiterbildungsaktivitäten, die ganz oder teilweise vom Unternehmen direkt oder indirekt finanziert wurden.

Die Studie können Sie hier herunterladen: http://bit.ly/1DY2zqM
 

Weitere Artikel und Informationen finden Sie online unter www.bavc.de ► Bildung ► INFOBOARD


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