Berufskompass Chemie bei Heraeus

Um die Attraktivität der Chemie-Branche für Berufseinsteiger zu stärken, haben die Chemie-Sozialpartner BAVC und IG BCE das Format „Berufskompass Chemie“ entwickelt. Eine Kombination aus Branchen- und Bildungsinformationen im Internet und Vor-Ort-Veranstaltungen soll zur besseren beruflichen Orientierung am Beginn des Arbeitslebens beitragen. Beim Hanauer Technologiekonzern Heraeus wurde der Berufskompass Chemie zum zweiten Mal durchgeführt – bewusst als Inhouse-Veranstaltung. Wir sprachen mit Karin Saar, Ausbildungsleiterin bei Heraeus, zu Ihren Erfahrungen und der Resonanz der Teilnehmer.

Karin Saar leitet die Ausbildung beim Technologiekonzern Heraeus. Das Familien-unternehmen mit Sitz in Hanau ist ein führender Anbieter von Lösungen im Bereich Chemie und Edelmetalle, Medizintechnik, Quarzglase, Sensoren und Speziallicht-quellen. Weltweit beschäftigt Heraeus rund 12.500 Mitarbeiter, darunter 320 Auszubildende in 13 dualen Ausbildungsberufen und 9  dualen Studiengängen. Das Heraeus-Ausbildungskonzept „Lernen im Dialog“ stellt die Eigenverantwortlichkeit der Auszubildenden in den Vordergrund und ermöglicht Lernen auf Augenhöhe.

 

Frau Saar, wie haben Sie bei Heraeus den Berufskompass Chemie konzeptionell umgesetzt? Welche Akteure sind beteiligt?

Die Inhouse-Veranstaltung bei Heraeus wurde von der Ausbildungsabteilung organisiert, eingebunden waren Vertreter des Betriebsrats und der Personal- und Organisationsentwicklung sowie der HR Business Partner Teams. Im allgemeinen Teil bildete eine Fragerunde mit fünf ehemaligen Auszubildenden verschiedener Berufszweige, die bereits eine Weiterbildung absolviert und sich erfolgreich weiterentwickelt haben, das Kernelement. Sie berichteten authentisch über ihre Erfahrungen und gaben auch Tipps. Danach erfolgte eine Aufteilung der Teilnehmer in technische, naturwissenschaftliche und kaufmännische Berufe, um in offenen Runden möglichst passgenau diskutieren und beraten zu können.

Wie ist die Resonanz der Teilnehmer/innen?

Es nahmen knapp 60 junge Mitarbeiter teil, das entspricht ca. 40 Prozent der gesamten Zielgruppe. Die Veranstaltung wurde positiv bewertet, besonders die Fragerunde kam gut an. Die Bereitschaft der Berufs-einsteiger, sich weiter zu bilden und dafür auch Zeit, Energie und teilweise auch Geld zu investieren, ist generell hoch.

Welche Chancen ergeben sich durch die Veranstaltung 'Berufskompass Chemie' aus Ihrer Sicht für die Ausbildung und die Personalentwicklung?

Grundsätzlich erhalten wir durch eine solche Veranstaltung konkretes Feedback über Wünsche und Bedarfe der jungen Mitarbeiter, auf die wir reagieren können. Gerade im Hinblick auf demografische Gegebenheiten können wir diese Informationen nutzen, um zielgruppenspezifische Aktivitäten abzuleiten. Eine Chance sehe ich auch in der Steuerung der besuchten Weiterbildungsmaßnahmen, denn oft richtet sich die Auswahl eher nach den örtlichen Rahmenbedingungen wie einfache Erreichbarkeit oder Bekanntheitsgrad eines Anbieters und weniger nach den eigenen Potentialen. Durch die Berufskompass-Veranstaltungen kann man gezielter beraten und den Horizont generell erweitern, auch Möglichkeiten aufzeigen, an die der Teilnehmer vorher selbst noch gar nicht gedacht hatte. Als Unternehmen können wir gerade Berufseinsteigern auf diese Weise deutlich machen, dass wir Mitarbeiterentwicklung ernst nehmen und fördern.

Welche Tipps können Sie anderen Firmen mit auf den Weg geben, die ebenfalls eine Veranstaltung durchführen möchten?

Ganz praktisch: die Teilnehmer persönlich einladen, entweder per Brief oder per Mail. Die Aufteilung nach Berufsgruppen hat sich bei uns bewährt, ebenso die Tatsache, dass erfahrene Kollegen aus Ausbildung und Personalentwicklung die Veranstaltung durchführen, die das Unternehmen und seine Spezifika ebenso kennen wie das regionale Bildungsangebot. Der Betriebsrat sollte als Partner eingebunden sein. Aus der diesjährigen Erfahrung kann ich auch die „Best Practise-Beispiele“ aus unserer Fragerunde empfehlen, das macht das Thema greifbarer als allgemeine Folien. Aber als wichtigstes Element für eine erfolgreiche Veranstaltung sehe ich die Grundeinstellung dazu. Man sollte den „Berufskompass“ nicht nur als Pflichtveranstaltung, sondern als Chance für Unternehmen und Mitarbeiter begreifen – nur dann bringt er beiden Seiten Nutzen.

Vielen Dank Frau Saar für das Gespräch.
Das Interview führte Christopher Knieling, Bildung und Nachwuchsmarketing (BAVC).

 

Online-Portal „Berufskompass Chemie“

Welche Entwicklungschancen nach einer dualen Ausbildung in der Chemie-Branche zur Verfügung
stehen, das zeigt das Internetportal www.berufskompass-chemie.de. Neben Brancheninformationen zu den Themenfeldern „Innovation“, „Attraktive Arbeitsplätze“, „Beruf und Familie“ und „Altersvorsorge“ werden zahlreiche berufliche Weiterbildungswege und Fördermöglichkeiten im Überblick vorgestellt.


Weitere Artikel und Informationen finden Sie online unter www.bavc.de ► Bildung ► INFOBOARD
 


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