Praxistipps für die berufliche Aus- und Weiterbildung

BIBB-Studie zu Kosten und Nutzen der betrieblichen Ausbildung

Betriebe investieren in hohem Umfang in die Ausbildung ihres Fachkräftenachwuchses. Nach den Ergeb-nissen einer neuen repräsentativen Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zu Kosten und Nutzen der betrieblichen Ausbildung sind die durchschnittlichen Aufwendungen der Betriebe im Berichtsjahr 2012 im Vergleich zur letzten Erhebung 2007 um real etwa 600 Euro pro Auszubildendem und Jahr auf 5.398 Euro gestiegen.

Im Ausbildungsjahr 2012/2013 entstanden den Betrieben im Durchschnitt pro Auszubildendem und Jahr Bruttokosten in Höhe von 17.933 Euro. Die Auszubildenden verursachen jedoch nicht nur Kosten. Sie leisten durch ihre Arbeit einen Beitrag zur Produktion von Waren und Dienstleistungen. Zieht man diese produktiven Leistungen in Höhe von durchschnittlich 12.535 Euro von den Bruttokosten ab, so ergeben sich für das Ausbildungsjahr 2012/2013 für die Betriebe durchschnittliche Nettokosten von 5.398 Euro pro Jahr und Auszubildendem. Kosten und Erträge weisen jedoch eine hohe Varianz auf, die sich teilweise durch regionale, berufliche oder betriebliche Faktoren erklären lässt: So steigen die Nettokosten mit zu-nehmender Betriebsgröße an. Dabei spielt auch eine Rolle, ob eine Lehrwerkstatt vorgesehen ist oder nicht. In Industrie und Handel (IHK-Bereich) übersteigen die Nettokosten diejenigen im Handwerk oder bei den Freien Berufen. Technische Berufe sind insgesamt kostenträchtiger als gewerbliche und kaufmännische Berufe.

Die Ausbildungsinvestitionen der Betriebe zahlen sich insbesondere bei der Übernahme von Auszubilden-den aus, da dann Personalgewinnungskosten eingespart werden, sich die Abhängigkeit vom externen Arbeitsmarkt reduziert und somit mögliche Ausfallkosten durch Personalengpässe vermieden werden. Über 80 Prozent der Betriebe bestätigen, dass sie ausbilden, um Fachkräfte zu qualifizieren, die langfristig im Unternehmen eingesetzt werden sollen. Die Mehrzahl (59 Prozent) der mehr als 3.000 befragten Ausbildungsbetriebe ist daher nach eigener Aussage 'sehr zufrieden' oder 'zufrieden' mit dem Kosten-Nutzen-Verhältnis der Ausbildung. Nur 11 Prozent zeigten sich unzufrieden.

mehr Informationen unter: http://bit.ly/1aIpLye

BIBB-Statistik zu tariflichen Ausbildungsvergütungen 2014

Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind im Jahr 2014 zum dritten Mal in Folge gestiegen. 802 Euro brutto im Monat verdienten die Auszubildenden durchschnittlich in Westdeutschland. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent. Der Zuwachs fiel damit noch stärker aus als 2013 mit 4,1 Pro-zent. In Ostdeutschland stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen um 4,1 Prozent auf durchschnitt-lich 737 Euro im Monat. Prozentual fiel die Erhöhung aber etwas schwächer aus als 2013 mit 5,0 Prozent. Im Osten hat sich der Abstand zum westlichen Tarifniveau nicht verändert: Es wurden wie im Vorjahr 92 Prozent der westlichen Vergütungshöhe erreicht. Für das gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche Vergütungsdurchschnitt 2014 bei 795 Euro pro Monat und damit um 4,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Zu diesen Ergebnissen kommt das BIBB in der Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2014. Ermittelt wurden dabei die durchschnittlichen Vergütungen für 179 Berufe in West- und 156 Berufe in Ostdeutschland. In diesen Berufen werden 88 Prozent der Auszubildenden ausgebildet.

mehr Informationen unter: http://bit.ly/1tICJiQ

Ausbildungsvergütungen in der Chemie-Branche 2015

Auf Grundlage des Tarifabschlusses Ende März 2015 erhöht sich die tarifliche Ausbildungsvergütung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in allen Lehrjahren um 40 Euro. Hieraus ergibt sich eine durch-schnittliche Ausbildungsvergütung von 956 Euro als arithmetisches Mittel über alle Lehrjahre und Tarif-bezirke. Abhängig vom Bundesland und dem gültigen Chemie-Tarif geben die nachfolgenden Zahlen einen Überblick zur monatlichen Vergütung im jeweiligen Ausbildungsjahr.

1. Jahr       850 Euro bis    890 Euro
2. Jahr       905 Euro bis    975 Euro
3. Jahr       975 Euro bis 1.060 Euro
4. Jahr    1.015 Euro bis 1.130 Euro

Berufsbildungsbericht 2015

Mitte April haben das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) den Berufsbildungsbericht 2015 und eine Vorabversion des Datenreports 2015 vorgelegt. Der Berufsbildungsbericht 2015 informiert über die aktuellen Entwicklungen in der Berufsbildung, insbesondere die berufsbildungspolitischen Prioritäten und Aktivitäten der Bundesregierung. Dabei wer-den die Ausbildungsmarktsituation 2014, aktuelle berufsbildungspolitische Maßnahmen und Programme, die berufliche Weiterbildung sowie Stand und Perspektive der beruflichen Bildung in der internationalen Zusammenarbeit in den Blick genommen. Der Berufsbildungsbericht 2015 beinhaltet auch die gemeinsame Stellungnahme des Hauptausschusses des BIBB.

Der Datenreport beinhaltet auf über 400 Seiten und in zahlreichen Schaubildern und Tabellen umfassende Informationen und Analysen zur Entwicklung der beruflichen Bildung. Im Zentrum stehen die Indikatoren zur beruflichen Ausbildung und zur beruflichen Weiterbildung sowie eine Darstellung der Förderung von Berufsbildungsinnovationen durch Programme, Modellinitiativen und Kompetenzzentren sowie internationale Indikatoren und Benchmarks. Das Schwerpunktthema der diesjährigen Ausgabe lautet: 'Ausbildungs-Mismatch heute - Fachkräfteengpässe morgen und übermorgen'.

mehr Informationen unter: http://bit.ly/1eorp9m

Fachkräfteengpässe bei technischen Berufen bis 2030

Wenn sich die bisherigen Trends in der Zukunft fortsetzen, kommt es im Bereich der technischen Berufe, die meist einen Berufsabschluss voraussetzen, bis 2030 zu Fachkräfteengpässen in allen Regionen. Dies zeigen erstmals regionale Ergebnisse der BIBB-IAB-Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen, die vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) veröffentlicht wurden. Gleichzeitig kommt es den Projektionen zufolge bis 2030 zu einem flächende-ckenden Überangebot an Arbeitskräften im Bereich der kaufmännischen Dienstleistungsberufe, der leh-renden Berufe, der Kaufleute im Warenhandel und der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Berufe. Darüber hinaus zeigen sich regional unterschiedliche Ergebnisse. „Die unterschiedliche demografische Entwicklung und die Wirtschaftsstruktur in den untersuchten Regionen geben die Richtung für die zukünftige Entwicklung des Arbeitskräfteangebots und -bedarfs nach Berufen und Qualifikationen vor“, so die Forscher. In den Projektionen erscheinende Engpässe oder Überhänge seien nicht als unausweichlich aufzufassen. Die Autoren erläutern: „Die Projektionen zeigen, auf welchem Entwicklungspfad wir uns bis zum Jahr 2030 befinden, wenn sich die bisherigen Trends in der Zukunft fortsetzen.“ Mehr regionale Mobilität und berufliche Flexibilität könnten Fachkräfteengpässe und –angebote teilweise ausgleichen.

mehr Informationen unter: http://bit.ly/1aKhWI9

BDA-Positionspapier: „Wir brauchen alle“

Die Unternehmen in Deutschland brauchen qualifizierte Absolventinnen und Absolventen sowohl aus der akademischen wie aus der beruflichen Bildung. Die beiden Bereiche dürfen nicht gegeneinander ausge-spielt werden. Dies ist die Kernaussage des Positionspapiers 'Wir brauchen alle! Berufliche und akademi-sche Bildung stärken - Potenziale heben', das im Rahmen einer vom BDA/BDI-Fachausschuss Bildung, Berufliche Bildung eingesetzten Arbeitsgruppe erarbeitet wurde. Die Realisierung des Projekts erfolgte mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Telekom AG. Jährlich 50.000 Schulabbrecher, fast 20 Prozent nicht ausbildungsreife Jugendliche und Abbruchquoten von durchschnittlich knapp 30 Prozent an den Hochschulen sind verschenkte Potenziale, die den Einstieg in den Arbeitsmarkt erschweren und ge-sellschaftspolitisch nicht hinnehmbar sind. Diese Defizite gilt es zu verringern - durch die richtigen Wei-chenstellungen in der Bildungspolitik.

Die Position 'Wir brauchen alle!' fasst die wesentlichen Fakten, Zahlen und Entwicklungen der beruflichen und akademischen Bildung zusammen und zeigt in neun konkreten Handlungsfeldern Wege auf, um beide Bildungsbereiche gleichwertig voranzubringen. BDA, BDI und Deutsche Telekom AG werden sich in den kommenden Jahren für eine Umsetzung der im Papier enthaltenen neun Handlungsempfehlungen einsetzen.

mehr Informationen unter: http://bit.ly/1z9xbk2

BDA-Leitfaden: „Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung“

Ziel der Broschüre 'Inklusion Unternehmen' ist es, Betriebe bei der Schaffung inklusiver Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen zu unterstützen und ihnen, u.a. anhand von Praxisbeispielen, Lösungen aufzuzeigen, wie Inklusion im Unternehmen gelingen kann. Die Broschüre enthält Handlungsempfehlungen, eine Übersicht der Förderinstrumente sowie Kontaktadressen wichtiger Dienstleister und Behörden.

mehr Informationen unter: http://bit.ly/1Hjpv5x

Berufsausbildung junger Menschen mit Migrationshintergrund

Ein Migrationshintergrund erschwert Schulabgängern die Suche nach einem Ausbildungsplatz. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Unternehmensbefragung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Der-zeit bilden knapp 70.000 Unternehmen einen oder mehrere Jugendliche mit Migrationshintergrund aus. Das sind rund 15 Prozent aller Ausbildungsbetriebe in Deutschland. Für diese Betriebe sind Auszubildende mit ausländischen Wurzeln längst selbstverständlich. 60 Prozent der Betriebe hingegen haben noch nie einem Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine Ausbildungsstelle gegeben.

mehr Informationen unter: http://bit.ly/1PCgacH

Eltern und Berufsorientierung

Eltern sind entscheidende Ratgeber bei der Berufsorientierung ihrer Kinder – doch wie verhalten sich Eltern in ihrer Ratgeberrolle und welche Bedürfnisse und Wünsche haben sie bezüglich der Berufsorien-tierung ihrer Kinder? Um Näheres darüber zu erfahren, hat das JOBSTARTER Regionalbüro West im Rah-men seiner Aktivitäten zur Initiative Bildungsketten eine Befragung durchgeführt, in der Eltern eingeladen wurden, über ihr Verhalten, ihre Wünsche und Bedürfnisse im Zusammenhang mit der Berufsorientierung ihrer Kinder Auskunft zu geben. Insgesamt wurden rund 1.300 Personen befragt. Die zentralen Ergebnisse im Überblick:
 

  • Das Vertrauen der Eltern in die Maßnahmen zur Berufsorientierung, die an den Schulen durchge-führt werden, ist mehrheitlich groß.
  • Unter den genannten Informationsquellen (Schulveranstaltungen, Internet, BIZ Agentur, Bekann-te/Freunde) favorisieren die Eltern zum größten Teil das Internet.
  • Bezüglich der Frage, in welcher Informationsform die Eltern zukünftig gerne über Themen der Berufsbildung unterrichtet werden möchten, zeigen sich zwar schulformspezifische Unterschiede, jedoch liegt eine große Schnittmenge im Bereich schulischer und außerschulischer Informa-tionsveranstaltungen sowie im Postversand von Informationsmaterialien.
  • Die offene Befragung hat gezeigt, dass Eltern für sich selbst und ihre Kinder einen besseren Überblick über berufliche Bildungsgänge im Anschluss an die Schullaufbahn wünschen. Dies be-inhaltet sowohl Wissen über das berufliche Bildungssystem als auch über die einzelnen Berufe, deren Zukunftsperspektiven und regionale Ausbildungsangebote

mehr Informationen unter: http://bit.ly/1IX0zz9

DIHK-Publikation: „Rechtsratgeber Berufsbildung“

Der „Rechtsratgeber Berufsbildung“ des DIHK ist in einer Neuauflage erschienen. Erläutert werden die für die Aus- und Weiterbildung zentralen Gesetze und Regelungen, z.B. Berufsbildungsgesetz, Ausbilder-Eignungsverordnung, Betriebsverfassungsgesetz, Jugendarbeitsschutzgesetz, Wehrpflicht- und Arbeits-platzschutzgesetz, Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz, Pflegegeldgesetz und Berufsqualifikations-feststellungsgesetz. Auch aktuelle Änderungen des Sozialgesetzbuches Drittes Buch werden berücksich-tigt. Aufgenommen sind auch die neuesten Empfehlungen des Bundesinstituts für Berufsbildung zum Führen von Ausbildungsnachweisen und rehabilitationspädagogischen Zusatzqualifikationen und der Entwurf des Gesetzes zur Förderung der elektronischen Verwaltung. Ebenfalls beachtet wurde die neueste Rechtsprechung ebenso wie Änderungen einschlägiger Bestimmungen bis einschließlich Januar 2015.

Rechtsratgeber Berufsbildung

DIHK-Verlag, ISBN: 978-3-943043-74-7, Preis: € 19,50
mehr Informationen unter: http://bit.ly/1Hjq5jH

Veranstaltungstermine

30. April 2015
Unter dem Motto „MINT anders – Innovation und Experimente im Bildungssystem“ findet Ende April der 8. MINT-Tag statt, die größte jährliche Veranstaltung der Initiative „MINT Zukunft schaffen“. Gastgeber ist in diesem Jahr das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

mehr Informationen unter: http://bit.ly/1yjoRmx

7. / 8. Mai 2015
Industrie 4.0, Big Data, Smart Services, Cloud Computing, Cyber Physical Systems, 3D-Drucker und Crowdworking – dies sind einige der Schlagworte, unter denen derzeit die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft diskutiert wird. Einige sehen darin eine neue industrielle Revolution mit einer fundamen-talen Veränderung von industrieller Produktion und Dienstleistungserbringung durch intensiver vernetzte Wertschöpfungsstrukturen. Die Digitalisierung stellt auch die Facharbeit vor neue Herausforderungen. Ist die technikneutral und prozessintegriert gestaltete berufliche Bildung flexibel genug aufgestellt? Wie sieht die Zukunft der digitalen Facharbeit aus? Was folgt daraus für die betriebliche Qualifizierung und Personalarbeit? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das 60. Bildungspolitische Treffen es IW-Köln.

mehr Informationen unter: http://bit.ly/1GZCAAJ

11. / 12. Mai 2015
Unter dem Motto „Auszubildende finden und binden“ findet Anfang Mai die Tagung für kaufmännische Ausbildungsleiter des Kuratoriums der deutschen Wirtschaft für Berufsbildung statt. Dieses Jahr wird die Veranstaltung in Kooperation mit dem Allgäu SternHotel durchgeführt.

mehr Informationen unter: http://bit.ly/1DANyLI

18. / 19. Juni 2015
Anfang Juni findet der Personalmanagementkongress in Berlin statt. Er zählt zu den größten Fachtagun-gen für den Bereich Human Resources in Deutschland. Zu dem Motto “Zukunft” werden rund 120 Refe-renten zu verschiedenen Themen erwartet, unter ihnen auch der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar und der Big Data Experte Prof. Dr. Viktor Mayer-Schöneberger der Universität Oxford.

mehr Informationen unter: http://bit.ly/1dpcplS

15.-17. September 2015
Die „Zukunft Personal“  ist mit  jährlich ca. 650 Ausstellern und rund 14.000 Fachbesuchern einer der größten Fachmessen für Personalmanagement in Europa. Neben Personalthemen, Aus- und Weiterbil-dungsfragen können sich die Besucher auch über technische Lösungen im Soft- und Hardwarebereich informieren, um ihre HR-Prozesse zu gestalten und zu optimieren.

mehr Informationen unter: http://bit.ly/1qHWom5



Weitere Artikel und Informationen finden Sie online unter www.bavc.de ► Bildung ► INFOBOARD



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