Ostchemie: Tarifangleichung in Sicht

Der Arbeitgeberverband Nordostchemie und die IG BCE haben am 27. Mai 2008 wesentliche Teile des westdeutschen Tarifabschlusses für die Ostchemie übernommen. So werden die Tarifentgelte der rund 30.000 Arbeitnehmer der Tarifgebiete Ost und Berlin Ost ab dem 1. Mai 2008 um 4,4 Prozent und ab 1. Juni 2009 um weitere 3,3 Prozent erhöht.

Flexible Einmalzahlung

Die Beschäftigten der Ostchemie erhalten wie ihre Kollegen im Westen eine Einmalzahlung, die nicht dauerhaft in die Tarifbasis eingeht. Sie entspricht für Arbeitnehmer in der Normalschicht sieben Prozent eines monatlichen Tarifentgelts. Für Arbeitnehmer in teilkontinuierlicher Wechselschichtarbeit sind es 7,8 Prozent, für vollkontinuierliche Wechselschichtarbeit 9,1 Prozent. Die Einmalzahlung ist voll flexibilisiert. Arbeitgeber und Betriebsrat können sie aus wirtschaftlichen Gründen per Betriebsvereinbarung verschieben, kürzen oder wegfallen lassen.

Anpassung an Westniveau

Zum 1. Oktober 2008 erfolgt ein zusätzlicher Erhöhungsschritt der Entgelte von zwei Prozent. Grundlage dafür ist der seit 2002 bestehende Anpassungstarifvertrag, der die Angleichung des Tarifniveaus der Ostchemie an das vergleichbare Westniveau (Tarifgebiet Berlin West) vorsieht. Zum 1. Oktober 2009 gibt es deshalb einen weiteren Angleichungsschritt der Entgelte von 1,98 Prozent, womit dann das Tarifniveau von Berlin West erreicht ist.

19 Jahre nach der Wiedervereinigung wird damit das Tarifgefälle zwischen Ost- und Westchemie eingeebnet sein.

Demografie-Tarifvertrag wie im Westen

Der in der westdeutschen Chemie vereinbarte Tarifvertrag "Lebensarbeitszeit und Demografie" wird als bundeseinheitlicher Tarifvertrag auch in der Ostchemie umgesetzt. Nach den Bestimmungen des Tarifvertrages wird in der ostdeutschen chemischen Industrie ebenfalls ab 1. Januar 2010 ein Betrag von 300 Euro je Tarifarbeitnehmer in einen betrieblichen Demografiefonds fließen. Dieser Fonds kann für verschiedene Instrumente zum flexiblen Übergang in den Ruhestand genutzt werden, zum Beispiel für Langzeitkonten, die tarifliche Altersversorgung oder die Chemie-Berufsunfähigkeitszusatzversicherung.

Angleichungsprozess vor der Vollendung

Mit der Erfüllung des Anpassungstarifvertrages bis zum Jahr 2009 wird in der chemischen Industrie eine der großen Herausforderungen der Tarifpolitik in Ostdeutschland sozialpartnerschaftlich gelöst. Dieser Prozess der Angleichung konnte – anders als in vielen anderen Branchen – so gestaltet werden, dass die Mehrheit der Unternehmen diesen Weg kostenmäßig verkraften konnte.

Für diejenigen Unternehmen, denen es schwer gefallen ist, konnten Ausnahmeregelungen getroffen werden.  

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