Bundesweite Chemie-Tarifverhandlungen beginnen
Es geht um Realismus und Flexibilität

Realismus beim Entgelt, Flexibilität bei der Arbeitszeit – diese Leitplanken setzen die Arbeitgeber für die zentralen Tarifverhandlungen in der Chemie-Industrie. Morgen (Montag, 7. Mai 2012) wird die Tarifrunde für die 550.000 Beschäftigten in 1.900 Betrieben mit der ersten Verhandlung auf Bundesebene in Hannover fortgesetzt.
 
BAVC-Verhandlungsführer Hans-Carsten Hansen rechnet mit schwierigen Verhandlungen: „Wir sind noch weit auseinander. Das gilt sowohl für die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage als auch in Sachen Demografie und Arbeitszeit. Dennoch: Unser Ziel ist, in Hannover jetzt substanziell voranzukommen.“
 
Herausforderung Demografie gemeinsam gestalten
 
Die Arbeitgeber wollen gemeinsam mit der IG BCE neue Wege finden, um die „Herausforderung Demografie“ zu gestalten. Hansen: „Der Handlungsdruck ist schon heute immens. Auch die Gewerkschaft streitet das im Grundsatz nicht ab.“ Bislang habe die IG BCE jedoch nur gesagt, was sie nicht will. „Stoppschilder allein reichen aber nicht aus, um in Tarifverhandlungen voranzukommen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um von Blockade auf Gestaltung hochzuschalten“, betonte der BAVC-Verhandlungsführer.
 
Hansen weiter: „Beide Tarifparteien haben Verantwortung, sich der Demografie in all ihren Facetten zu stellen. Dazu gehören auch die Altersfreizeiten in der Chemie.“ Laut Tarifvertrag verkürzt sich die Arbeitszeit für Beschäftigte im Schichtdienst ab 55 Jahren um 3,5 Stunden pro Woche, für alle anderen ab 57 um 2,5 Stunden. „Pauschale und starre Regelungen, die sich allein am Lebensalter orientieren, werden der Realität in einer alternden Gesellschaft nicht gerecht. Hier besteht Handlungsbedarf.“
 
Entgelt: Realismus statt 6 Prozent
 
Erwartungsgemäß fällt die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage ebenfalls unterschiedlich aus. Hansen: „Aber ganz gleich, ob nun Stagnation oder Mini-Wachstum: Fakt ist, dass die Chemie 2012 allenfalls unterdurchschnittlich wächst. Verteilt werden kann aber nur, was zusätzlich erwirtschaftet wird. Wichtiger ist es, unsere Wettbewerbsfähigkeit auf dem hohen Niveau zu halten, auf dem sich die Löhne schon seit langem befinden“, so der BAVC-Verhandlungsführer.
Zumindest habe die IG BCE in den regionalen Verhandlungen eingeräumt, dass es in der Chemie keinen Nachholbedarf für 2011 gibt. „Diesen Worten müssen jetzt Taten folgen. Wir brauchen Realismus statt 6 Prozent. Dann können wir einem Kompromiss näher kommen. Klar ist aber auch, dass der Chemie-Tarifabschluss 2012 beide Elemente braucht: einen tragfähigen, moderaten Entgeltkompromiss und den nächsten Schritt beim Megatrend Demografie“, erklärte Hansen abschließend.


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