Mit der Vorstellung gemeinsamer Erläuterungen haben Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) die praktische Umsetzung des neuartigen Tarifvertrages „Lebensarbeitszeit und Demografie“ gestartet. Durch die in der deutschen Tariflandschaft einzigartige Erarbeitung gemeinsamer Erläuterungen garantieren die Chemie-Sozialpartner eine Umsetzung aus einem Guss. Die Erläuterungen sind ein Leitfaden für die praktische Anwendung des Tarifvertrages im Betrieb. Sie wurden anlässlich einer Sozialpartner-Fachtagung in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert.
Sie enthält vier Elemente:
· Demografie-Analyse
· Maßnahmen zur alters-, alterns- und gesundheitsgerechten Gestaltung der
Arbeitsprozesse
· Maßnahmen zur Qualifizierung während des gesamten Erwerbslebens
· Maßnahmen zur (Eigen-) Vorsorge und Nutzung flexibler Instrumente für gleitende
Übergänge zwischen Bildungs-, Erwerbs- und Ruhestandsphase
Zur praktischen Umsetzung stellt der Vertrag fünf Instrumente zur Verfügung: Langzeitkonten, Altersteilzeit, Berufsunfähigkeitszusatzversicherung, Teilrente und die tarifliche Altersvorsorge. Die Kooperationspartner bei der Durchführung sind die R+V Versicherung, die Höchster Pensions Benefits GmbH sowie Fidelity International.
BAVC-Hauptgeschäftsführer Frey: „Maßgeschneiderte Lösungen für die Unternehmen“
Hans Paul Frey, Hauptgeschäftsführer des BAVC, betonte, dass aus Sicht der Arbeitgeber passgenaue Lösungen für die Unternehmen auch beim Thema Demografie entscheidend sind. „Keine Einheitslösungen, keine isolierte, begrenzte Betrachtung, keine Konzentration auf materielle Punkte, wie es sonst für Tarifverträge üblich sein mag. Vielmehr soll unser neuer Tarifvertrag über viele Jahre davon leben, an ein großes Thema klug und differenziert heranzugehen. Es sollen Problemstellungen der unterschiedlichsten Art auf ihre Zusammenhänge mit der Arbeit und der demografischen Entwicklung gemeinsam aufgearbeitet werden, um nach maßgeschneiderten Lösungen für die Unternehmen zu suchen“, so Frey.
IG-BCE-Hauptvorstand Vassiliadis: „Brennglas für zukünftige Herausforderungen“
Michael Vassiliadis, Mitglied des geschäftsführenden IG-BCE-Hauptvorstands erklärte: „Demografie ist kein x-beliebiges Thema, sondern wirkt wie ein Brennglas auf die vor uns liegenden Herausforderungen und Problembereiche in den Betrieben. Es geht darum, die Chancen des demografischen Wandels zu erkennen und den Gestaltungsauftrag anzunehmen. Den ersten Schritt, nämlich die Gestaltung der Rahmenbedingungen, haben wir mit dem Tarifvertrag Lebensarbeitszeit und Demografie gemacht.“
IG-BCE-Tarifvorstand Bischoff: „Meilenstein in der deutschen Tariflandschaft“
Eigentümer des ChemiePensionsfonds und Träger des neuen ChemieVersorgungswerks, das den Beschäftigten der Branche alle fünf Möglichkeiten zur Vorsorge anbietet, ist die Wiesbadener R+V Versicherung. Dr. Friedrich Caspers, Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung, erklärte: „Als einer der führenden Anbieter im Markt für betriebliche Altersversorgung besitzt R+V eine große Expertise bei Branchen-Lösungen. Als Teil des genossenschaftlichen FinanzVerbunds ist R+V traditionell eng mit dem Mittelstand verbunden. In der Chemiebranche sehen wir insbesondere im mittelständischen Bereich attraktive Wachstumsmöglichkeiten.“
Downloads
| Typ | Dateiname | Dateigröße |
|---|---|---|
| 8_10_2008_2Gemeinsame_Erläuterungen.pdf | 102,4 KB |








