Tarifvertrag 'Lebensarbeitszeit und Demografie' - Umsetzung aus einem Guss

Mit der Vorstellung gemeinsamer Erläuterungen haben Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) die praktische Umsetzung des neuartigen Tarifvertrages „Lebensarbeitszeit und Demografie“ gestartet. Durch die in der deutschen Tariflandschaft einzigartige Erarbeitung gemeinsamer Erläuterungen garantieren die Chemie-Sozialpartner eine Umsetzung aus einem Guss. Die Erläuterungen sind ein Leitfaden für die praktische Anwendung des Tarifvertrages im Betrieb. Sie wurden anlässlich einer Sozialpartner-Fachtagung in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert.
 

BAVC-Präsident Voscherau: „Erfolgsformel für Wirtschaft und Gesellschaft“

Dazu erklärte Eggert Voscherau, Präsident der Chemie-Arbeitgeber: „Die Chemie-Formel zum demografischen Wandel wird uns nicht nur heute und morgen begleiten, sondern kann zu einer Erfolgsformel für unsere Wirtschaft und Gesellschaft werden. Wir wissen aber: Mit der Einigung auf den Tarifvertrag haben wir bisher nur den ersten Schritt getan. Setzen wir unseren Weg nicht konsequent fort, ist das alles nichts wert. IG BCE und BAVC sind zuversichtlich, dass wir den demografischen Wandel mit der neuen Chemie-Formel gemeinsam gestalten können. Der Startschuss für die betriebliche Umsetzung fällt heute.“
 
IG-BCE-Vize Freese: „Zeichen innovativer Tarifpolitik“

Der stellvertretende Vorsitzende der IG BCE, Ulrich Freese, sagte: „Wir haben gemeinsam einen historischen Tarifabschluss am 16. April dieses Jahres in Lahnstein vereinbart. Es ist der erste große Flächentarifvertrag zum Thema Demografie, der auch noch dazu am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, in Kraft getreten ist. Uns ist es gelungen, eine Beschäftigungsbrücke zwischen Jung und Alt zu bauen. Mit flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten zum Übergang in die Rente sowie modernen Ansätzen Beruf und Familie besser zu vereinbaren, setzen wir ein weiteres Zeichen innovativer Tarifpolitik.“
 
Chemie-Formel zum demografischen Wandel

Als erste Branche in Deutschland hat die Chemie mit ihrem am 16. April 2008 abgeschlossenen Demografie-Tarifvertrag umfassende Antworten auf die demografische Herausforderung entwickelt. Die Chemie-Formel zum demografischen Wandel gibt den Unternehmen und ihren Mitarbeitern passgenaue Instrumente an die Hand.

Sie enthält vier Elemente:

·        Demografie-Analyse
·        Maßnahmen zur alters-, alterns- und gesundheitsgerechten Gestaltung der
         Arbeitsprozesse
·        Maßnahmen zur Qualifizierung während des gesamten Erwerbslebens
·        Maßnahmen zur (Eigen-) Vorsorge und Nutzung flexibler Instrumente für gleitende 
         Übergänge zwischen Bildungs-, Erwerbs- und Ruhestandsphase

Zur praktischen Umsetzung stellt der Vertrag fünf Instrumente zur Verfügung: Langzeitkonten, Altersteilzeit, Berufsunfähigkeitszusatzversicherung, Teilrente und die tarifliche Altersvorsorge. Die Kooperationspartner bei der Durchführung sind die R+V Versicherung, die Höchster Pensions Benefits GmbH sowie Fidelity International.

BAVC-Hauptgeschäftsführer Frey: „Maßgeschneiderte Lösungen für die Unternehmen“

Hans Paul Frey, Hauptgeschäftsführer des BAVC, betonte, dass aus Sicht der Arbeitgeber passgenaue Lösungen für die Unternehmen auch beim Thema Demografie entscheidend sind. „Keine Einheitslösungen, keine isolierte, begrenzte Betrachtung, keine Konzentration auf materielle Punkte, wie es sonst für Tarifverträge üblich sein mag. Vielmehr soll unser neuer Tarifvertrag über viele Jahre davon leben, an ein großes Thema klug und differenziert heranzugehen. Es sollen Problemstellungen der unterschiedlichsten Art auf ihre Zusammenhänge mit der Arbeit und der demografischen Entwicklung gemeinsam aufgearbeitet werden, um nach maßgeschneiderten Lösungen für die Unternehmen zu suchen“, so Frey.

IG-BCE-Hauptvorstand Vassiliadis: „Brennglas für zukünftige Herausforderungen“

Michael Vassiliadis, Mitglied des geschäftsführenden IG-BCE-Hauptvorstands erklärte: „Demografie ist kein x-beliebiges Thema, sondern wirkt wie ein Brennglas auf die vor uns liegenden Herausforderungen und Problembereiche in den Betrieben. Es geht darum, die Chancen des demografischen Wandels zu erkennen und den Gestaltungsauftrag anzunehmen. Den ersten Schritt, nämlich die Gestaltung der Rahmenbedingungen, haben wir mit dem Tarifvertrag Lebensarbeitszeit und Demografie gemacht.“


IG-BCE-Tarifvorstand Bischoff: „Meilenstein in der deutschen Tariflandschaft“

Werner Bischoff, Mitglied des geschäftsführenden IG-BCE-Hauptvorstands sagte: „Die IG BCE hat erneut eine tarifpolitische Vorreiterrolle übernommen: Der Vertrag über Lebensarbeitszeit und Demografie ist ein Meilenstein in der deutschen Tariflandschaft. Neu ist auch, dass die Tarifparteien den Betriebsparteien einen Teil ihrer Verantwortung übertragen haben. Es kommt jetzt darauf an, dass die Betriebsräte und Geschäftsführungen betriebsspezifische Lösungen finden. Der Vertrag ist auch ein Beitrag, um die Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie weiter zu verbessern. Zugleich enthält der Vertrag eine Menge Chancen für die Menschen und die Zukunftsfähigkeit der chemischen Industrie.
 
R+V-Vorstandschef Dr. Caspers: „Große Expertise bei Branchen-Lösungen“

Eigentümer des ChemiePensionsfonds und Träger des neuen ChemieVersorgungswerks, das den Beschäftigten der Branche alle fünf Möglichkeiten zur Vorsorge anbietet, ist die Wiesbadener R+V Versicherung. Dr. Friedrich Caspers, Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung, erklärte: „Als einer der führenden Anbieter im Markt für betriebliche Altersversorgung besitzt R+V eine große Expertise bei Branchen-Lösungen. Als Teil des genossenschaftlichen FinanzVerbunds ist R+V traditionell eng mit dem Mittelstand verbunden. In der Chemiebranche sehen wir insbesondere im mittelständischen Bereich attraktive Wachstumsmöglichkeiten.“      


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