Chemie-Industrie vor 2. Bundesrunde
Arbeitgeber erwarten schwierige Verhandlungen

„Die Chancen für eine Einigung stehen 50 zu 50“, fasst BAVC-Verhandlungsführer
Hans-Carsten Hansen die Ausgangslage vor der 2. bundesweiten Tarifverhandlung in der Chemie-Industrie zusammen. Ziel der Arbeitgeber bleibe ein Abschluss mit beiden Elementen: Realismus beim Entgelt und Flexibilität bei der Arbeitszeit. Die 2. Bundesrunde ist für den 23. und 24. Mai 2012 in Schönefeld bei Berlin angesetzt. Verhandelt wird für 550.000 Beschäftigte in 1.900 Betrieben.
 
Konjunktur: Chemie kämpft gegen ein Jahr der Stagnation
 
Aufgrund zahlreicher Belastungsfaktoren wie der Schuldenkrise und der steigenden Energie- und Rohstoffkosten wird die Chemie-Produktion 2012 stagnieren. „Das müssen wir in der Entgeltformel abbilden“, so Hansen. „Wir werden der IG BCE in Berlin einen Vorschlag für eine substanzielle und realistische Entgelterhöhung unterbreiten. Dann ist es an der IG BCE, auch ihre Bereitschaft zu einem Kompromiss unter Beweis zu stellen.“
 
Demografie und Arbeitszeit: Gemeinsame Schnittmenge nutzen
 
Der demografische Wandel hat die Chemie-Betriebe voll erfasst: Allein in den letzten 10 Jahren ist der Anteil der über 50-jährigen Beschäftigten von 22 Prozent auf rund 30 Prozent gestiegen. Hansen: „Bei diesem Thema gibt es eine Schnittmenge zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft, die uns von anderen Branchen unterscheidet. Wir haben das gemeinsame Ziel, die Folgen des demografischen Wandels selbst zu gestalten. Diese Schnittmenge gilt es nun mit Inhalt zu füllen. Wir schlagen vor, innovative Instrumente zu schaffen, um künftig länger und flexibler arbeiten zu können.“

Im Rahmen der 1. Bundesverhandlung in Hannover hatten die Tarifparteien Arbeitsgruppen eingesetzt, die in der Zwischenzeit konkrete Vorschläge erarbeitet haben. „Diese Optionen werden morgen auf den Tisch gelegt. Wir müssen die einzelnen Teile dann zu einem Paket verbinden, das uns einen deutlichen Schritt voranbringt bei der Bewältigung der demografischen Herausforderung. Diesen wichtigen Schritt werden wir nicht auf die lange Bank schieben“, so Hansen abschließend.



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