Chemie-Arbeitgeber zur IG BCE-Forderungsempfehlung
Krisenbewältigung hat Priorität

Mit Blick auf die heute veröffentlichte Forderungsempfehlung des IG BCE-Hauptvorstands verlangen die Chemie-Arbeitgeber, die gemeinsamen Ziele wirtschaftliche Stabilisierung und Beschäftigungssicherung nicht mit zusätzlichen Belastungen für die Unternehmen in Frage zu stellen.

Lage nach wie vor kritisch

„Die IG BCE hat die Tarifrunde mit umfangreichen Empfehlungen eingeläutet. Aus unserer Sicht wird ein einziges Thema die Verhandlungen bestimmen: Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise“, sagte BAVC-Hauptgeschäftsführer Hans Paul Frey. Die Lage sei nach wie vor kritisch. Das gelte für den weit überwiegenden Teil der Unternehmen. „Wir haben Einbrüche erlebt wie nie zuvor: Allein 10 Prozent Minus bei der Produktion für 2009. Wir befinden uns noch meilenweit unter Vorkrisenniveau. Bis wir nur annähernd ein zufriedenstellendes Produktionslevel erreichen, wird es noch lange dauern“, erklärte Frey.

Frey: „Einen Vollkasko-Schutz gegen Entlassungen kann es nicht geben“

Zum Thema Beschäftigungssicherung wies Frey darauf hin, dass sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer derzeit mit den Folgen einer Krise fertig werden müssten, die weder von der einen noch von der anderen Seite verursacht wurde. „Bisher konnten wir uns in einem gemeinsamen Kraftakt gegen einen flächendeckenden Jobabbau stemmen – mit Kurzarbeit und Flexi-Instrumenten. Dieser Erfolg hat die Unternehmen eine Menge Geld gekostet. Die Erfahrungen mit Kurzarbeit in der Krise haben gezeigt, dass der tarifliche Zuschuss zur Kurzarbeit zu übermäßigen Belastungen für die Unternehmen führt. Die tarifliche Zuschussregelung bedarf der Überprüfung“, sagte der BAVC-Hauptgeschäftsführer.

Frey weiter: „Die Arbeitgeber wollen das Ziel Beschäftigungssicherung so weit es geht beibehalten. Mehr können wir nicht leisten, zumal die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt noch größer werden. Einen Vollkasko-Schutz gegen Entlassungen kann es nicht geben. Den besten Schutz bieten möglichst flexible Tarifverträge zu bezahlbaren Kosten.“

Thema Ausbildung: Kreativität gefragt

Der Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung“ bleibe für die Arbeitgeber wichtig. „Wir stehen hinter dem Konzept des Tarifvertrages“, erklärte Frey. Seit dem Start des Tarifvertrages im Jahr 2003 sei die vereinbarte Zahl an angebotenen Ausbildungsplätzen stets deutlich   übertroffen worden. „Der Ausbildungstarifvertrag ist eine gemeinsame Erfolgsgeschichte. Aber Ausbildung kostet Geld – Geld, das den Unternehmen in der Krise an allen Ecken fehlt. Deswegen wird es immer schwieriger, die hohen Zahlen zu halten“, sagte Frey. Angesichts des absehbaren demografischen Dilemmas mit sinkenden Bewerberzahlen und in den Ruhestand gehenden geburtenstarken Jahrgängen sei die Kreativität der Tarifvertragsparteien gefragt.

Kein Spielraum für Entgeltsteigerungen

In der nach wie vor schwierigen konjunkturellen Lage schade jede zusätzliche Kostenbelastung der notwendigen Erholung. BAVC-Hauptgeschäftsführer Frey: „Von einem wirklichen Aufschwung kann derzeit keine Rede sein. Mehr noch: Durch die Krise hat unsere Wettbewerbsposition stark gelitten. Allein die Lohnstückkosten sind im zweistelligen Prozentbereich gestiegen. Die Kapazitätsauslastung der Branche ist mit 76,8 Prozent weiter erschreckend niedrig. Trotzdem haben die Chemie-Beschäftigten in der Krise tarifliche Lohnzuwächse verbuchen können. In dieser Situation sehen wir keinerlei Spielraum für Entgeltsteigerungen.“



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