Ausbilder-Wettbewerb 2004 - Prämierung der Gewinner

Ausbilder-Wettbewerb 2004

Prämierung der Gewinner
Die Sieger des 11. "Wettbewerbs für Ausbilder in der chemischen Industrie" wurden am 10. Februar 2005 in Wiesbaden ausgezeichnet. Das vom paritätischen Chemie-Berufsbildungsrat ausgewählte Thema der Wettbewerbs-Runde 2004 lautete: "Konzepte zur stärkeren Integration der Ausbildung in die betrieblichen Prozesse".

Der Wettbewerb 2004
Zum Ausbilder-Wettbewerb 2004 wurden 14 Beiträge, davon drei Einzelarbeiten und elf Gruppenarbeiten, eingereicht und angenommen. Insgesamt haben 56 Ausbilderinnen, Ausbilder und auch Auszubildende am Wettbewerb teilgenommen.

Gegenstand der Ausschreibung konnten nicht nur praktizierte Beispiele, sondern auch geplante realisierbare Projekte sein. Dabei konnten Arbeiten alle Ausbildungsbereiche betreffen, sowohl die naturwissenschaftliche Ausbildung, als auch die gewerblich-technische und kaufmännische Ausbildung.

Praxisrelevante Ausbildung
Eines der wesentlichen Qualitätsmerkmale der dualen Berufsausbildung ist die enge Verknüpfung mit der betrieblichen Praxis. Im Mittelpunkt des Ausbilder-Wettbewerbs 2004 stand deshalb die betriebliche Seite der dualen Ausbildung. Die stetige Verbesserung der Praxisbezüge gehört zu den Daueraufgaben der für Ausbildung verantwortlichen Personen in den Unternehmen der chemischen Industrie. Eine stärkere Integration der Ausbildung in die betrieblichen Prozesse ermöglicht eine bessere Vermittlung prozessorientierter Qualifikationen in ganzheitlichen Arbeitszusammenhängen, erhöht die Wertschöpfung und Produktivität des Unternehmens und erleichtert reibungslosere Übergänge von Ausbildung in Beschäftigung.

Die prämierten Arbeiten des Ausbilder-Wettbewerbes 2004 verdeutlichen, wie die Ausbildungsaktivitäten zum Nutzen der Auszubildenden und der Betriebe in die betrieblichen Prozesse eingebunden werden können. Von den ausgezeichneten Beispielen können die für Ausbildung verantwortlichen Akteure in den Unternehmen der chemischen Industrie gewinnbringende Anregungen für die eigene Ausbildungsorganisation erhalten.

Die Preise
Auf Vorschlag der paritätisch besetzten, sechsköpfigen Wettbewerbs-Jury hat der Berufsbildungsrat der Chemie-Sozialpartner in seiner Sitzung am 1. Dezember 2004 Prä-mien in Höhe von 3.000 € für den
1. Preis, 2.500 € für den 2. Preis sowie 1.500 € für einen Sonderpreis zuerkannt. Der 3. Platz wurde dieses Mal nicht vergeben.

Die Prämien werden vom Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) gemeinsam zur Verfügung gestellt. Sie wurden am 10. Februar 2005 in Wiesbaden durch die alternierenden Vorsitzenden des Berufsbildungsrates, Dr. Rüdiger Erckel (Präsident des BAVC) und Ulrich Freese (Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG BCE), an die Wettbewerbssieger übergeben.
Die weiteren Teilnehmer, die keine Prämien errungen haben, haben vom Berufsbildungsrat einen Buchpreis als Dank und Anerkennung für ihre Teilnahme und ihr Engagement erhalten.

Bewertung der Jury
Die in den eingereichten Wettbewerbsbeiträgen dargestellten Konzepte und Praktiken spiegeln eine große Vielfalt der Lösungen zur Organisation der betrieblichen Ausbildung wider. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass die Einbindung der Ausbildung in die "Echt-Prozesse" des Betriebes unter pädagogischen und organisatorischen Aspekten nach wie vor eine besondere Herausforderung darstellt.

Bei der Bewertung der Arbeiten legte die Jury auch besonderen Wert auf die mögliche Transferierbarkeit der aufgezeigten Lösungsansätze auf andere Ausbildungsbereiche und andere Unternehmen der Branche.
Die prämierten Wettbewerbsbeiträge schildern eindrucksvoll, wie die kaufmännische Ausbildung im Kontext realen beruflichen Handelns erfolgen kann (1. Preis), wie die stärkere Integration der Ausbildung von Chemielaboranten in die Betriebslabore umgesetzt werden kann (2. Preis) und wie in der naturwissenschaftlichen und technischen Berufsausbildung die Zusammenarbeit zwischen einem ausgelagerten Bildungszentrum und den betreuten Betrieben praxisnah ausgestaltet werden kann (Sonderpreis).

Broschüre
Das Ziel des Wettbewerbs ist es, Innovationen anzuregen, entsprechende Aktivitäten von Ausbildern anzuerkennen, die prämierten Vorschläge einem breiteren Kreis von Interessierten bekannt zu machen und dadurch Ausbildungsinnovationen zu fördern.

Die prämierten und anerkannten Vorschläge sollen in die betriebliche Ausbildungspraxis hineinwirken. Aus diesem Grund werden die ausgezeichneten Arbeiten des Wettbewerbs 2004 wie schon in den Vorjahren erneut in einer Broschüre veröffentlicht (siehe Kasten auf der nächsten Seite).

1. Preis
Romana Egger, Tatjana Blersch, Nihayet Arslan, Karl-Heinz Domann, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Biberach

Diese klar strukturierte Gruppenarbeit mit dem Titel "Azubi-Team Einkauf (ATE)" zielt auf die Förderung der Selbstständigkeit, der Eigenverantwortung und der selbstständigen Problemlösung von kaufmännischen Auszubildenden (Industriekaufleute, Kaufleute für Bürokommunikation) durch deren Einbindung in die Echt-Prozesse der Einkaufsabteilung.

Für das sogenannte Azubi-Team Einkauf (ATE) wurden vollwertige Arbeitsplätze eingerichtet. Nach einer Einarbeitung innerhalb der Einkaufsabteilung wechseln die Auszubildenden ins ATE und verantworten dort selbstständig Projekte und Kundenaufträge. Während des Einsatzes im ATE bearbeiten die Auszubildenden den gesamten Prozess von einer Kundenanfrage bis zum Wareneingang, wodurch ein ganzheitliches Erleben der Beschaffungsprozesse ermöglicht wird.

Neben den methodischen und didaktischen Vorteilen des geschilderten Ausbildungsansatzes kann durch die enge Einbindung der Auszubildenden in das Tagesgeschäft der Einkaufsabteilung zudem ein deutlicher Beitrag zur Wertschöpfung des Unternehmens geleistet werden.

Der Wettbewerbsbeitrag behandelt auch die Betreuung der Auszubildenden vor Ort durch die Ausbildungsbeauftragten bzw. Ausbilder und benennt die erfolgskritischen Faktoren des geschilderten Ausbildungsansatzes (z. B. Umgang mit Freiheitsgraden, Fragen der Kommunikation und Abstimmung).
Aus Sicht der Jury wird in dieser Arbeit ein erfolgreicher Ansatz geschildert, wie Ausbildung im Kontext realen beruflichen Handelns erfolgen kann. Es handelt sich um ein bereits seit mehreren Jahren praktiziertes Modell, das auf weitere Berufsbereiche oder andere Fachabteilungen übertragbar ist.

2. Preis
Jens Schröder, Norbert Burggraf, Stefan Eckhardt, Wolfgang Gottwald,
Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH, Frankfurt

Diese überzeugend dargestellte Gruppenarbeit trägt den Titel "Zertifiziertes betriebliches Projekt in der Ausbildung von Chemielaboranten". Die Ausbildung von Chemielaboranten findet in der Regel im Lehrlaboratorium und in den verschiedenen Unternehmensabteilungen statt. Die Verbesserung des Wechselspiels zwischen Betrieb und Ausbildungszentrum und eine stärkere fachliche Vernetzung dieser beiden Lernorte steht im Mittelpunkt des geschilderten Ansatzes.

Die Jury überzeugte dabei die Einbindung von betrieblichen Projektarbeiten im Rahmen der Laborantenausbildung, welche durch den Ausbildungsbereich begleitet und unterstützt wird. Die 2- bis 3-wöchige betriebliche Projektarbeit greift die Wahlqualifikation "Prozessbezogene Arbeitstechniken" der neugeordneten Chemielaboranten-Ausbildung auf. Die Themenfindung (reale Aufgabenstellungen der Betriebe) erfolgt in Abstimmung zwischen Auszubildendem und betrieblichem Mentor, der auch die Projektrealisierung im Betriebslabor begleitet und bewertet. Über das erreichte Projektergebnis wird ein Zertifikat ausgestellt.

Aus Sicht der Jury ist dieser ebenfalls bereits praktizierte Ansatz der betrieblichen Projektarbeit ein gelungenes Beispiel für die stärkere Integration der Ausbildung von Chemielaboranten in die Betriebslabore, der zudem die Chancen der Neuordnung in diesem Berufsfeld nutzt. Es ergeben sich Vorteile für die Auszubildenden (z. B. Motivation, Eigenständigkeit, Praxiserfahrung, Übernahmechancen) und die Betriebe (z. B. bessere Akzeptanz von Ausbildung, Qualitätssteigerung und Wertschöpfungsbeitrag).

Sonderpreis
Volker Behnke, Rhein-Erft Akademie GmbH, Hürth

In dieser Einzelarbeit zum Thema "Verzahnung von Berufsausbildung und betrieblichen Trainingsprogrammen" wird nach Auffassung der Jury ein vielversprechendes Konzept aus der Sicht eines betrieblichen Bildungszentrums geschildert.

In einem ersten analytischen Schritt wird geprüft, welche Ausbildungsinhalte für die Vermittlung im Betrieb geeignet sind. Dies erfordert die enge Abstimmung zwischen den Ausbildern des Bildungszentrums und den betrieblichen Ausbildungsbeauftragten. Darauf abgestimmt wird - differenziert nach Betriebsgrößen der Auftraggeber - eine Konzeption zur Gestaltung der betrieblichen Wissensvermittlung sowie ein Umsetzungsplan entwickelt.
Im Ergebnis soll eine verbesserte Aufgabenverteilung in der Ausbildung zwischen Bildungszentrum und Betrieb entstehen. Die Rolle des Ausbilders im Bildungszentrum verändert sich in Richtung Trainer und Berater vor Ort (z. B. Schulung der betrieblichen Ausbildungsbeauftragten, Prozessbegleiter bei der betrieblichen Wissensvermittlung). Für die im Bildungszentrum verbleibenden Ausbildungsanteile wird durch die Ausbildung am konkreten Auftrag eine größere Praxisnähe angestrebt.

Aus Sicht der Jury ist dies ein zielführendes Konzept für die qualitative Verbesserung der Zusammenarbeit in der naturwissenschaftlichen und technischen Berufsausbildung zwischen einem Bildungszentrum und den Betrieben. Die geschilderte Projektidee wird derzeit im Rahmen eines Pilotprojektes getestet.

Leserdienst
Die Broschüre mit den prämierten Arbeiten zum Ausbilder-Wettbewerb 2004 "Konzepte zur stärkeren Integration der Ausbildung in die betrieblichen Prozesse" können Sie kostenlos anfordern beim

Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC)
Postfach 1280
65002 Wiesbaden
Telefax: 0611 / 77 88 123
E-Mail: ausbilder@bavc.de

Downloads

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pdf Ausbilder_1_05.pdf 120,2 KB
pdf Broschüre_Ausbilder_Wettbewerb_2004.pdf 125,8 KB

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