Konjunktur und Tarifrunde:Augen zu und durch?

Immer mehr beunruhigende Nachrichten kommen aus dem nationalen und internationalen Bankensektor. Fast täglich werden - ausgelöst durch die Subprime-Krise in den USA - bisher verschwiegene Verluste publik. Mit den demnächst fälligen Jahresabschlüssen der Banken für 2007 dürften weitere Ausfälle und Wertberichtigungen ans Licht kommen.

Zur Beurteilung der gegenwärtigen Lage ist es nützlich, sich die Entwicklung der Schlagzeilen in den vergangenen Wochen und Monaten vor Augen zu führen.
Es begann im Sommer 2007 mit der "US-Hypothekenkrise". Erschien dieses Phänomen zunächst als ein auf den amerikanischen Kontinent isoliertes Risiko, schwappte es im September nach Großbritannien über, wo die Hypothekenbank Northern Rock nur durch das Eingreifen der britischen Zentralbank vor der Zahlungsunfähigkeit gerettet werden konnte. Vor den Filialen der Bank spielten sich Szenen ab wie beim berüchtigten Börsencrash des Jahres 1929.
Als nächstes tauchte der Begriff der "Kreditkrise" auf. Die Banken waren aus Misstrauen zunehmend nicht mehr bereit, sich untereinander Kredite zu geben. Das führte zu den Schlagzeilen von der "internationalen Finanz- und Bankenkrise".
Im Januar 2008 kam es zu einem heftigen weltweiten Börseneinbruch. Gleichzeitig verdichteten sich die Anzeichen, dass sich die USA auf dem Weg in eine Rezession befinden - mit negativen Folgen für die Weltwirtschaft und auch für Deutschland.
Noch sind die fundamentalen Daten der deutschen Wirtschaft gut, wenngleich sich auch hier Schleifspuren abzeichnen. Die Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung in 2008 sind nach wie vor positiv, aber sie sind deutlich nach unten korrigiert worden (siehe Seite 8). Auch für die Chemie werden geringere Wachstumsraten als 2007 prognostiziert.
Diese Entwicklung wird nicht ohne Auswirkung auf die am 26. Februar beginnende Chemie-Tarifrunde bleiben können. Die besorgten Hinweise der Arbeitgeber auf die erhöhten Risiken können von der Gewerkschaft nicht länger als "rituelles Wehklagen" (Originalton IG BCE) abgetan werden. Zu deutlich sind die Warnsignale. Die Tarifparteien dürfen nicht einfach nach dem Motto "Augen zu und durch" handeln.

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