Jobmotor Zeitarbeit

Die junge Branche Zeitarbeit boomt. Mehr und mehr Menschen nutzen die Chance, die ihnen die Zeitarbeit bietet. Trotz der deutlich positiven beschäftigungspolitischen Wirkung der Zeitarbeit kursieren Überlegungen, die von der rot-grünen Bundesregierung im Jahr 2002 beschlossene Lockerung gesetzlicher Regulierungen der Zeitarbeit wieder zurückzudrehen. Mit dem Hinweis, die Zeitarbeitsunternehmen hebelten das allgemeine Tarifniveau aus und beförderten die Verdrängung von Stammbelegschaften durch Zeitarbeitskräfte werden die jüngsten Erfolge der Arbeitsmarktpolitik in Frage gestellt.

Forderungen ...
So wird gefordert, einen Zeitarbeitsmindestlohn für allgemein verbindlich zu erklären. Auch sollen Zeitarbeitskräfte nach einer kurzen Einarbeitungsphase den gleichen Lohn wie die Stammbelegschaften bekommen. Schließlich soll der Betriebsrat im Kundenbetrieb das Recht erhalten, den Einsatz von Zeitarbeit im Unternehmen zu blockieren. Es bedarf wenig Phantasie zu erkennen, dass eine Umsetzung dieser Forderungen die Zeitarbeit als solche in Frage stellen würde. Im Ergebnis wäre sie für die Betriebe zu teuer, zu stark reguliert und nicht flexibel genug, um weiter wirtschaftlich zu sein. Diese vorsätzliche Überregulierung würde aber weniger den Unternehmen schaden als den Arbeitssuchenden. Denn gerade für sie ist Zeitarbeit eine wichtige Brücke in den Arbeitsmarkt.

... und die Realität
Zeitarbeit leistet einen essentiellen Beitrag zur Integration Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt. Über zwei Drittel der Arbeitnehmer in der Zeitarbeit haben durch diese die Chance erhalten, Arbeitslosigkeit zu überwinden. Die Branche trägt demnach massiv zum Abbau der Arbeitslosigkeit bei. Etwa 30 Prozent der Zeitarbeitskräfte werden auf Dauer vom entleihenden Unternehmen übernommen. Zeitarbeit bietet also eine Chance zur Qualifizierung durch Beschäftigung. Auch sind die Vorwürfe, Unternehmen würden die Zeitarbeitnehmer lediglich einsetzen, um Kosten zu reduzieren, wenig stichhaltig.

Flexibilisierung statt Kostenreduktion
Unternehmen nutzen Zeitarbeit in erster
Linie, um einen zeitlich begrenzten Personalbedarf flexibel zu decken. Insbesondere Branchen mit variierenden Auftragslagen finden in der Option Zeitarbeit eine flexible Alternative zu klassischen Arbeitsverhältnissen, um Auftragsspitzen abzudecken oder neues Personal zu rekrutieren.
Demnach ersetzen Zeitarbeitskräfte die Stammbelegschaften nicht, vielmehr ergänzen sie diese, um Produktionsschwankungen auszugleichen. Zudem sichern sie den Unternehmen Flexibilität, die diese im internationalen Wettbewerb dringend
benötigen.

Zeitarbeit in der Chemie
Entgegen der vom DGB verbreiteten Darstellung, die Zeitarbeit betreffe bereits
30 Prozent der Mitarbeiter in den Betrieben, zeigt der Blick auf die Praxis ein anderes Bild: In den großen Chemie-Betrieben liegt die Zeitarbeiterquote zwischen zwei und drei Prozent. Hier wird deutlich: Die Unternehmen der Chemie-Industrie nutzen das Instrument der Zeitarbeit differenziert, verantwortungsbewusst und keineswegs flächendeckend. Dort, wo Unternehmen mehr Arbeitskräfte aus der Zeitarbeit benötigen, kommt die positive Wirkung der besonderen Chemie-Sozialpartnerschaft zum Tragen: Im Rahmen von Standortvereinbarungen kann eine stärkere Nutzung der Zeitarbeit vereinbart werden, um den Betrieben die nötige Flexibilität zu garantieren.

Downloads

Typ Dateiname Dateigröße
pdf Jobmotor-Zeitarbeit.pdf 125,1 KB

BAVC-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Nachrichten, Infodienste und Pressemitteilungen bequem per E-Mail

BAVC auf Twitter

Folgen Sie dem BAVC auf Twitter, um aktuelle Informationen und Neuigkeiten des Verbandes in Echtzeit zu erhalten.

BAVC-Partner

Heute Morgen Sozialpartnernetz Berufskompass Chemie Chemiepensionsfonds So.WIN mint UCI CSSA INQA Chemie hoch 3
VOILA_REP_ID=C12574AC:00338A87