Chemie-Sozialbilanz 2007: Mehr Einkommen – mehr Beschäftigung

Das Tarifpaket 2007 wurde im Frühjahr von den Chemie-Arbeitgebern als "ein an den wirtschaftlichen Realitäten des Jahres 2007 orientierter zukunftsfähiger Abschluss" bewertet, der in seiner Struktur aus Prozenterhöhung und flexibler Einmalzahlung auch den Empfehlungen fast aller Wirtschaftssachverständiger entsprach (vgl. Informationsbrief 3/2007).

Einschätzung bestätigt

Vor dem Hintergrund der bislang vorhandenen Daten aus dem Jahr 2007 hat sich diese Einschätzung bestätigt. Der Tarifabschluss mit einer 14-monatigen Gesamtlaufzeit erfüllt die Interessen beider Tarifpartner. Er besteht aus einem Pauschalbetrag von 70 Euro im ersten Monat sowie einer 3,6-prozentigen Tariferhöhung in den folgenden 13 Monaten. Hinzu kommt eine flexibilisierte Einmalzahlung in Höhe von weiteren 0,7 Prozent für 13 Monate, die nicht in die Tarifbasis eingeht.
Der Tarifabschluss beteiligt die Arbeitnehmer angemessen an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der chemischen Industrie in diesem Jahr. Allein schon die "nackte" Tarifzahl von 3,6 Prozent stellt den Ausgleich der in letzter Zeit wieder angezogenen Inflation mehr als sicher. Zudem sind erstmals die Beschäftigungszahlen wieder leicht gestiegen.
Für die Unternehmen hat der Abschluss eine Kostenerhöhung mit sich gebracht, die für die meisten Betriebe angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung verkraftbar war. Für diejenigen, deren wirtschaftliche Entwicklung weniger gut war, hat die flexibilisierte Einmalzahlung Spielräume eröffnet.

Chemie-Tarifrealeinkommen gestiegen

Einen Überblick über die Reallohnentwicklung, der derzeit bis zum November 2007 möglich ist, vermitteln die nebenstehenden Schaubilder.
Einer von Februar 2007 bis Februar 2008 durchgängigen linearen Tariferhöhung von 3,6 Prozent (Pauschalzahlung und flexibilisierte Einmalzahlungen kommen hinzu) stehen monatliche Inflationsraten gegenüber, die bis zum vergangenen August noch unter der 2-Prozent-Marke lagen. Eine gewisse Beschleunigung der Inflationsrate hat sich im September und Oktober mit 2,4 Prozent ergeben, im November waren es 3 Prozent. Aber auch diese Rate liegt noch deutlich unter dem Tarifplus von 3,6 Prozent.
Selbst wenn sich die Inflationsrate noch weiter beschleunigen sollte, wird während der gesamten Tariflaufzeit mit Sicherheit eine Erhöhung der tariflichen Realeinkommen zu verzeichnen sein. Das Plus lag im Durchschnitt der Monate Februar bis November bei gut 1,5 Prozent. Der Aufschwung in der Chemie kommt also auch bei den Arbeitnehmern an.

Plus auch bei der Beschäftigung

In den ersten drei Quartalen dieses Jahres ist die Zahl der Chemie-Beschäftigten um durchschnittlich 0,3 Prozent angestiegen. Dies deutet darauf hin, dass die schmerzhaften Umstrukturierungsprozesse der vergangenen Jahre nunmehr auch auf der Beschäftigungsseite erste Früchte tragen. Hierzu hat auch die beschäftigungsorientierte Tarifpolitik der Chemie in den letzten Jahren beigetragen. Erfreulich ist, dass der Beschäftigungsaufbau gerade auch in den neuen Bundesländern stattgefunden hat.
Die insgesamt positive Entwicklung von Verdiensten und Beschäftigung bekommt vor dem Hintergrund der gesamtindustriellen Entwicklung eine zusätzliche positive Note.

Überdurchschnittliches Verdienstniveau

Zum Vergleich: die Bruttolohn- und -gehaltsumme je Beschäftigten lag im Schnitt der ersten drei Quartale dieses Jahres in der Chemie bei 35.343 Euro, im verarbeitenden Gewerbe waren es 30.322 Euro. Damit liegen die Chemiebeschäftigten im Schnitt um 16,6 Prozent über dem industriellen Durchschnitt.

Erfreuliche Gesamtbilanz

Nimmt man die Einmalzahlungen von durchschnittlich 0,7 Prozent zusätzlich ins Bild, verbessert sich die Reallohnposition der Chemie-Arbeitnehmer sogar noch weiter. Außerdem ist zu bedenken, dass in den besser verdienenden Chemie-Unternehmen die Mitarbeiter über verschiedene betriebliche Erfolgsbeteiligungsmodelle zusätzlich am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben.

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