Unsere Meinung zur Tarifrunde:Risiko-Umfeld

Die gute Chemie-Konjunktur des laufenden Jahres hat sich bis in den Dezember fortgesetzt. Die Annahmen für das Gesamtjahr 2007 gehen von einem Produktionswachstum von 4,5 Prozent und einem Umsatzwachstum von 7,5 Prozent aus.

2008: Wachstumsabschwächung

Obwohl die Stimmung in der deutschen Chemie-Industrie derzeit gut ist, haben sich die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate zuletzt abgeschwächt. Nach Lage der Dinge wird sich das Wachstum der Chemieproduktion im Jahr 2008 auf 2,5 Prozent vermindern. Das Umsatzwachstum wird auf 4,5 Prozent zurückgehen. Dies hängt mit einer allgemein nachlassenden Wirtschaftsdynamik zusammen, die der Sachverständigenrat für 2008 prognostiziert (siehe Seite 7). Insbesondere die Industrie-Konjunktur wird sich demzufolge deutlich abkühlen.

Krisenpotenzial

Auch die weltwirtschaftlichen Risiken haben zugenommen. Die Ölpreise sind nach wie vor auf einem extrem hohen Niveau. Die Folgen der US-Immobilienkrise sind vom internationalen Finanzsystem noch längst nicht verkraftet. Im Gegenteil: Fast jede Woche erscheinen Meldungen über neue, bis in die Milliarden gehende Verluste von Banken.
In den USA will die Regierung die Immobilienkreditgeber zu einem bisher nicht da gewesenen Stillhalteabkommen verpflichten. Sie sollen im eigenen Interesse auf die fälligen Hypothekenzinserhöhungen verzichten, um nicht die Vielzahl hochverschuldeter Hausbesitzer in die Insolvenz zu treiben.
Die Risiken sind keineswegs theoretischer Natur. Die Kettenreaktion hat auch Deutschland erreicht, wie die Vorgänge um die IKB-Bank zeigen. Eine Vertrauenskrise mit Kreditverknappungen vor allem auch für mittelständische Unternehmen ist eine denkbare Folge, die das Wirtschaftswachstum abbremsen könnte.

Tarifparteien gefordert

Die nachlassende Wachstumsdynamik und die zunehmenden Risiken bilden den Rahmen für die kommende Chemietarifrunde. Vor diesem Hintergrund müssen die Tarifparteien einen Abschluss zu Stande bringen, der die wirtschaftliche Lage der Chemie im Jahr 2008 angemessen berücksichtigt und der für beide Seiten akzeptabel ist.
Dabei muss beachtet werden, dass das durch die Tariferhöhung erzeugte Personalkostenniveau in Zukunft auch dann bestehen bleibt, wenn sich die wirtschaftliche Lage wieder verschlechtert. Die Chemie-Unternehmen müssen auch dann weiter in der Lage sein, die Tarifentgelte zu bezahlen.
Angesichts der zunehmenden internationalen Herausforderungen für die deutsche Chemie-Industrie darf die Tarifpolitik deshalb nicht kurzatmig agieren. Sie muss zur längerfristigen Wettbewerbsfähigkeit von Produktion und Arbeitsplätzen der Chemie in Deutschland beitragen.
Daher ist es Aufgabe der Tarifparteien, auch angesichts momentan guter Wirtschaftszahlen auf dem Teppich zu bleiben und die offensichtlichen Risiken nicht auszublenden.

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