Unsere Meinung: Bodenhaftung behalten!

Unsere Meinung:
Bodenhaftung behalten!

In diesen Wochen häufen sich die positiven Nachrichten über die Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Die Prognosen gehen ungeachtet neuer Hiobsbotschaften aus dem US-Banken- und Finanzsektor (Subprime-Krise) von einem weiteren – wenn auch nicht mehr so starken – Wirtschaftswachstum aus. Auch die chemische Industrie liegt im Jahr 2007 auf Erfolgskurs und schreibt gute Zahlen.

Erfolgsmeldungen

Eine freudige Überraschung waren die beiden jüngsten Nobelpreise für Physik und Chemie. Sie werden nun als Indiz dafür gewertet, dass die Grundlagenforschung in Deutschland in einer Reihe von Bereichen wieder Weltspitze ist. Die Medienberichterstattung zeigt deutlich den Stolz auf diese Entwicklung. Auch die öffentliche Diskussion über die Förderung von Eliten und Elite-Universitäten hat einen unerwartet positiven Tenor bekommen.

Sprudelnde Staatseinnahmen

Die Steuern sprudeln, der Bundeshaushalt kommt mit weniger Neuverschuldung aus. Die Lage entspannt sich. Im zweiten Jahr in Folge sinkt die Arbeitslosenzahl. Die Bundesagentur für Arbeit sitzt plötzlich auf Milliarden-Überschüssen. Kann Deutschland jetzt die Früchte seiner Reformanstrengungen ernten?
Kaum sind die Steuereinnahmen gestiegen, sinkt bereits der Reformwille der Politik. Unter der Prämisse, dass man der Bevölkerung nicht zu viel abverlangen dürfe, wird nicht nur in der SPD eine „Korrektur“ von Teilen der Agenda 2010 diskutiert. So soll das ALG I für ältere Arbeitslose wieder länger gezahlt werden. Weitere „Anpassungen“ werden bereits gefordert.

Gegenwärtig trägt die verbesserte Wirtschafts- und Reformpolitik nur zu einem Drittel zum Wirtschaftswachstum bei. In viel größerem Maße wirkt sich aus, dass die Unternehmen in Deutschland ihre Hausaufgaben gemacht haben. Sie haben ihre Strukturen verschlankt und stehen jetzt wettbewerbsfähiger in der globalen Wirtschaft da. Weder die deutsche Politik noch die deutsche Wirtschaft können sich jedoch auf den Lorbeeren ausruhen. Der Reformprozess muss weitergehen, damit Deutschland auch in fünf Jahren noch an der Spitze mithalten kann. Dazu gehört, dass der Sozialstaat sich weiter zurücknimmt und dass Bürokratie wirklich abgebaut wird. Denn der nächste Abschwung kommt bestimmt und darf Deutschland nicht unvorbereitet treffen. Zahlreiche Risikofaktoren müssen im Auge behalten werden. Dazu gehören die unaufhaltsam steigenden Rohstoff- und Energiepreise. Der starke Euro drückt tendenziell auf die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Produzenten. Die Konsequenzen der US-Kreditkrise sind momentan nicht einzuschätzen, vollständig verdaut ist die Krise jedenfalls nicht.
Auch die Tarifpolitik des kommenden Jahres wird verantwortungsvoll handeln und diese Risiken im Auge behalten müssen. Sie darf bei aller Zufriedenheit mit den gegenwärtigen Wachstums- und Beschäftigungszahlen in der Chemie nicht die Bodenhaftung verlieren.

Downloads

Typ Dateiname Dateigröße
pdf IB_11_07_Bodenhaftung.pdf 64,9 KB

BAVC-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Nachrichten, Infodienste und Pressemitteilungen bequem per E-Mail

BAVC auf Twitter

Folgen Sie dem BAVC auf Twitter, um aktuelle Informationen und Neuigkeiten des Verbandes in Echtzeit zu erhalten.

BAVC-Partner

Heute Morgen Sozialpartnernetz Berufskompass Chemie Chemiepensionsfonds So.WIN mint UCI CSSA INQA Chemie hoch 3
VOILA_REP_ID=C12574AC:00338A87