Weiterbildung:Investition in die Zukunft

Die Arbeitgeber der chemischen Industrie investieren mehr Geld und Zeit in ihre Beschäftigten für Weiterbildungsmaßnahmen als die Unternehmen der übrigen Wirtschaftssektoren. Dies bestätigt die von der EU-Kommission initiierte und vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte "Dritte Europäische Erhebung über die berufliche Weiterbildung in Unternehmen (CVTS 3)". In Deutschland wurden für diese Studie rund 10.000 Unternehmen mit zehn oder mehr Beschäftigten befragt.

Chemie: Überdurchschnittlich

Bereits das bestehende Angebot für Weiterbildungsmaßnahmen in den Unternehmen der chemischen Industrie liegt über dem bundesdeutschen Schnitt: So verfügten 2005 84,7 Prozent der Chemiebetriebe über ein Weiterbildungsangebot für ihre Beschäftigten; sie lagen damit gut 15 Prozentpunkte über dem Mittelwert von 69,5 Prozent in allen Wirtschaftssektoren. Noch weitaus wichtiger ist jedoch der Vorsprung der Chemiebranche in der tatsächlichen Nutzung der Weiterbildungsangebote: Hier lag der Anteil der Teilnehmer an Lehrveranstaltungen gemessen an allen Beschäftigten mit genau 50 Prozent fast zwei Drittel höher als im Durchschnitt (30,3 Prozent). Die Studie reflektiert auch die hohe Bedeutung der Eigeninitiative in der chemischen Industrie. So war etwa der Anteil der Teilnehmer an Maßnahmen mit selbstgesteuertem Lernen mit 67 Prozent fast fünf mal so hoch wie der Durchschnittswert von 14,8 Prozent.

Verwirklichte Chancengleichheit

Bei der Analyse der Teilnehmerquote an Weiterbildungsmaßnahmen fällt auf, dass Arbeitnehmerinnen in der Chemie in höherem Maße vom Fortbildungsengagement der Arbeitgeber profitieren als in anderen Branchen. So liegt die Teilnahmequote an Lehrveranstaltungen bei den Frauen in der chemischen Industrie mit 48,8 Prozent signifikant über dem Durchschnitt der übrigen Wirtschaftszweigen (Mittelwert 35,3 Prozent).

Zukunftsorientierte Inhalte

Unter den vielen möglichen Themen für eine Weiterbildungsmaßnahme wählten die Arbeitnehmer besonders chemiespezifische Aspekte aus. Das Interesse an Schulungen in den Bereichen Verkauf oder Büroarbeit war eher gering ausgeprägt, dafür konzentrierten sich die Chemiebeschäftigten auf die Themen Technik und Produktion (Anteil an allen Maßnahmen: 26 Prozent gegenüber einem Schnitt von 13,6 Prozent) sowie Umweltschutz (18,9 Prozent, Schnitt: 6,3 Prozent).

Auch Sprachkurse waren in der international im Wettbewerb agierenden Chemiebranche weiter verbreitet als in anderen Wirtschaftszweigen (19,8 Prozent, Schnitt: 8,4 Prozent).

Finanzieller und zeitlicher Aufwand

Das Engagement der Chemieunternehmen für die kontinuierliche Qualifizierung ihrer Mitarbeiter spiegelt sich auch in den hohen zeitlichen und finanziellen Aufwendungen der Betriebe wider. Der Zeitaufwand für Lehrveranstaltungen je Beschäftigten betrug im Jahr 2005 im Durchschnitt aller Wirtschaftssektoren gerade elf Stunden; in der Chemiebranche lag dieser Wert mit 22 Stunden je Arbeitnehmer doppelt so hoch. Auch die Höhe der Kosten für Lehrveranstaltungen der Beschäftigten zeigt den Stellenwert, den die Unternehmen der chemischen Industrie der Mitarbeiterqualifizierung beimessen.
Diese Kosten lagen mit 1.384 Euro pro Beschäftigtem um 113 Prozent oder 733 Euro über dem Durchschnitt der Aufwendungen in den übrigen Wirtschaftszweigen. Zeitaufwand und Kosten für sonstige Weiterbildungsformen sind darin noch nicht enthalten.

Herausforderung "Lebenslanges Lernen"

Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Chemie sind erkennbar auf dem richtigen Weg. Sie stellen sich auf die Herausforderung "Lebenslanges Lernen" ein.
Dies ist eine der Voraussetzungen für den Erhalt eines langfristig wettbewerbsfähigen Chemiestandorts in Deutschland.

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