Chemie in Europa: Strukturwandel funktioniert

Die Unternehmen der chemischen Industrie in Europa haben sich frühzeitig den Herausforderungen des globalen Wettbewerbs gestellt und den steinigen Weg einer umfassenden Restrukturierung beschritten. Diese vorausschauende Reaktion auf die neue Wettbewerbssituation hat den notwendigen Arbeitsplatzabbau begrenzt. Sie hat damit die Voraussetzungen geschaffen für eine Umkehr des Trends hin zu einem Beschäftigungsaufbau in der europäischen Chemie-Industrie insgesamt. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Auswertung des "European Restructuring Monitors" (ERM) durch Experten der "Europäischen Stiftung für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen" (EUROFOUND).

Sozialpartner-Workshop

Vorgestellt wurden diese Analysen während eines Workshops der europäischen Chemie-Sozialpartner European Chemical Employers Group (ECEG) und European Mine, Chemical and Energy Workers Federation (EMCEF) im September 2007 in Wiesbaden. Grundlage des ERM ist ein engmaschiges Korrespondentennetz mit Vertretern in sämtlichen Staaten der Europäischen Union sowie in Norwegen. Diese verfolgen in den einschlägigen Veröffentlichungen sämtliche Meldungen, welche Restrukturierungsmaßnahmen betreffen. Die darin enthaltenen Informationen über Arbeitsplatzaufbau oder -abbau werden in einer zentralen Datenbank separat nach Land, Branche und Restrukturierungsart erfasst. Diese Datenbasis steht dann für Experten für Zwecke der Recherche wie auch für jeden interessierten Nutzer zur Verfügung.

Mehr Restrukturierungen

Bei der Betrachtung sämtlicher Branchen fällt zunächst auf, dass die Zahl der Fälle von Restrukturierungsmaßnahmen von 2004 bis 2006 deutlich zugenommen hat. Zählte der ERM 2004 noch 844 Fälle, so waren es 2006 bereits fast 1.900. Dabei hat sich allerdings das Verhältnis von Arbeitsplatzverlusten zu geschaffenen Arbeitsplätzen enorm verbessert: 2004 lag dies noch bei 4:1, während 2006 fast Parität erreicht wurde.
Noch deutlichere Verbesserungen zeigen sich bei einer Betrachtung der Chemiebranche. Hier wird klar: Frühzeitig umgesetzte Restrukturierungsmaßnahmen führen zu wettbewerbsfähigeren Unternehmen, die sich ihrerseits behaupten und wieder Personal einstellen können.

Chemie: Arbeitsplatz-Plus

Verglichen mit dem Jahr 2004, als das Verhältnis von Arbeitsplatzverlusten gegenüber Arbeitsplatzzuwächsen mit 4,6:1 noch schlechter war als im Branchendurchschnitt, lässt sich bereits für 2005 von einer Trendumkehr sprechen. In der europäischen Chemie-Industrie insgesamt wurden in diesem Jahr mehr neue Stellen durch Restrukturierungsmaßnahmen geschaffen als abgebaut: Das Verhältnis von Verlusten zu Stellenzuwachs lag bei nur noch 0,8:1. Im Jahr 2006 ergab sich infolge der kontinuierlichen Umbaumaßnahmen sogar ein Wert von 0,7:1.
Anders formuliert: Im Gegensatz zu anderen Branchen hat die Chemie mit ihrer konsequenten Restrukturierungspolitik in Europa die Voraussetzung für den Aufbau wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze geschaffen. Insgesamt ist trotz steigender Fallzahlen der Anteil der Chemie-Industrie an allen Restrukturierungsmaßnahmen rückläufig:
Zwischen 2004 und 2006 sank er von 9,2 auf 6,6 Prozent.


Strukturwandel geht weiter

Die im Vergleich guten Zahlen der europäischen Chemie-Industrie sind kein Anlass zur Selbstzufriedenheit. Die erfolgreichen Maßnahmen zur Restrukturierung der Chemie in Europa sind sicher nicht das letzte Kapitel im Buch der Globalisierung.

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