Unsere Meinung zur Tarifrunde 2007Tatsachen und Vorstellungen

Am 15. Januar beginnt die Chemie-Tarifrunde 2007 mit der ersten regionalen Verhandlung im Tarifbezirk Nordrhein. Ihr folgt jeweils eine Verhandlung in den anderen neun regionalen Tarifbezirken. Im Februar soll dann die Tarifrunde auf Bundesebene fortgesetzt werden. Der bisher gültige Tarifvertrag ist in den Tarifbezirken Nordrhein, Rheinland/Pfalz und Hessen zum 31. Dezember 2006 ausgelaufen. In den übrigen Tarifbezirken ist dies Ende Januar bzw. Ende Februar 2007 der Fall. In den Verhandlungen geht es um die Entgelterhöhung für rund 550.000 Beschäftigte in 1.900 Chemie-Unternehmen.

Zentrale Forderungsempfehlung

Der Hauptvorstand der IG BCE hat schon frühzeitig am 19. Oktober eine nicht bezifferte Forderungsempfehlung für seine Landesbezirke herausgegeben. Er hat eine Tarifanhebung empfohlen, die die Produktivitätsentwicklung der Branche berücksichtigt und neben einem Ausgleich der zu erwartenden Inflationsrate eine reale Einkommenssteigerung sicherstellt. Zusätzlich wird eine Anschlussregelung für den Tarifvertrag „Zukunft durch Ausbildung“ gefordert. Ziel ist ein „weiterer Ausbau des Ausbildungsniveaus“.

Regionale Forderungsbeschlüsse

Die Mehrzahl der Bezirke ist diesen Empfehlungen mit ihren Forderungsbeschlüssen gefolgt. Zwei Tarifbezirke haben ihre Entgeltforderung für den „Bereich der gut verdienenden Unternehmen“ mit 6 bis 6,5 Prozent Einkommenserhöhung konkretisiert. Begründet wird dies mit der „differenzierten Situation“ in der chemischen Industrie.

Arbeitgeber fordern Tarifrealismus
Die Arbeitgeber haben klargestellt, dass Forderungsvorstellungen in diesem Gesamtumfang nicht realistisch sind. Sie stehen nicht mit der zu erwartenden Entwicklung des Jahres 2007 in Einklang. Die Arbeitgeber fordern von der Gewerkschaft deshalb Tarifrealismus: Die Entgelterhöhung muss für alle Unternehmen im Flächentarif dauerhaft verkraftbar sein. Auch für das untere Drittel – und nicht nur für den Teil der gutverdienenden Firmen. Nur so kann eine nachhaltige Entwicklung der Chemiebranche und ihrer Beschäftigten gesichert werden.

Keine Rückwärts-Betrachtung
Die Gewerkschaft begründet ihre Forderungsbeschlüsse mit dem Hinweis auf die gute Chemiekonjunktur und die Produktivitätsentwicklung des Jahres 2006. Diese Rückwärtsbetrachtung verkennt, dass die Chemiebeschäftigten durch den gerade ausgelaufenen Tarifvertrag mit prozentualer Entgelterhöhung und einer kräftigen Einmalzahlung an der wirtschaftlichen Entwicklung des Chemiejahres 2006 partizipiert haben. Das abgelaufene Jahr ist somit tariflich fair bedient worden, ein Nachholbedarf besteht nicht. In den Verhandlungen muss daher der Blick nach vorne gerichtet werden. Es geht um das Chemiejahr 2007, das alles andere als risikofrei ist.

2007: Nachlassendes Chemiewachstum
Ausschlaggebend für einen für beide Seiten akzeptablen und nachhaltigen Tarifabschluss sind die Wirtschaftszahlen und der Trend für das Jahr 2007.
Die Prognosen werden derzeit immer konkreter. Klar ist inzwischen, dass das Chemiewachstum für 2007 auf etwa 2 Prozent zurückgehen und damit unter den langjährigen Durchschnitt von 2,6 Prozent fallen wird
(siehe Konjunkturbericht Seite 4).

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