EMNID-Umfrage: Deutsche Zukunftsängste

Die Deutschen in Ost und West blicken mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Trotz des derzeitigen Wirtschaftsaufschwungs glauben sie, dass die Arbeitslosigkeit auch in Zukunft ihr größtes Problem sein wird. Fehlende Ausbildungsplätze sowie die hohe Belastung mit Steuern und Abgaben sehen sie als weitere Dauerprobleme auf sich zukommen. Große Sorge bereitet ihnen die Billigkonkurrenz aus Fernost. Das hat das Meinungsforschungsinstitut TNS-EMNID im Rahmen einer Repräsentativumfrage zum Thema "Globalisierungsdruck
und sozialer Zusammenhalt" im Auftrag des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC) herausgefunden. Befragt wurde eine repräsentative Bevölkerungsstichprobe von 3.098 Personen in Ost- und Westdeutschland.

Angst vor Arbeitslosigkeit

Unter 18 vorgegebenen Gebieten, auf denen die Deutschen die größten Zukunftsprobleme auf sich zukommen sehen, steht die Arbeitslosigkeit mit 73 Prozent Nennungen weit im Vordergrund. Mit 40 Prozent folgen die "fehlenden Ausbildungsplätze". Die hohe Belastung mit Steuern und Abgaben gilt mit 33 Prozent als drittwichtigstes Problemthema. Bemerkenswert ist, dass die "Entscheidungsunfähigkeit der Politiker" an vierter Stelle (23 Prozent) als ein Problem für die Zukunft genannt wird. Damit hat das Thema gleiches Gewicht wie die Sicherheit der Renten. Vor Kriminalität und Terrorismus fürchten sich die Deutschen dagegen deutlich weniger (12 Prozent bzw. 9 Prozent). Frühere Top-Themen wie die Sorge um die Umwelt (8 Prozent) und auch die Inflationsangst (3 Prozent) spielen inzwischen eine untergeordnete Rolle.

Gefürchtete Fernost-Konkurrenz

71 Prozent der Deutschen finden der Umfrage zu Folge die zunehmende Konkurrenz durch industrielle Waren aus Fernost als bedrohlich. Nur 28 Prozent machen sich deswegen keine Sorgen. Besonders beunruhigt durch die Billigkonkurrenz bei Autos, Elektronik und anderen Fernostwaren sind die Arbeiter. Mehr als drei Viertel (76 Prozent)
von ihnen sieht darin eine Bedrohung. Bei Gewerkschaftsmitgliedern und Befragten in Bayern erreicht dieser Anteil sogar 80 Prozent. Das Gefühl der Bedrohung hat sich mit dem zunehmenden Importdruck aus Asien erst in den letzten Jahren entwickelt. Noch 1998, als die gleiche Frage gestellt wurde, machte sich eine Mehrheit von 52 Prozent der befragten Deutschen keine Sorgen wegen der Fernost-Konkurrenz.

"Mehr Arbeiten - Abstriche bei Lohnniveau"

Spiegelbildlich zu den Fernost-Konkurrenzängsten ist eine Mehrheit von 58 Prozent aller Befragten der Auffassung,
dass die Deutschen wieder länger arbeiten und beim Lohn Verzicht üben müssen, wenn sie im internationalen
Wettbewerb wieder nach vorne wollen. Auch deutliche Mehrheiten der Arbeiter (54 Prozent) und Angestellten (60 Prozent) vertreten diese Ansicht. Bei Anhängern der CDU/CSU und Befragten in Baden-Württemberg erreicht dieser Anteil sogar 71 Prozent. In Ostdeutschland ergibt sich hierfür jedoch nur eine knappe relative Mehrheit von 49 Prozent.
Dass die Deutschen mit ihrem jetzigen Lohnniveau und ihren Arbeitszeiten auch in Zukunft im internationalen Wettbewerb bestehen können, glauben der Umfrage zufolge nur insgesamt 39 Prozent der Bürger. Einige Befragtengruppen haben eine andere Wahrnehmung. So meinen z.B. Gewerkschaftsmitglieder mit 50 Prozent mehrheitlich, dass die Deutschen mit ihrem jetzigen Lohnniveau auch in Zukunft international erfolgreich bleiben werden. Dies gilt z. B.auch für Befragte, die mit der Linkspartei sympathisieren (58 Prozent).

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