Chemiekonjunktur: Nachlassende Dynamik

Im Vergleich zum 3. Quartal des Vorjahres konnte die Produktion um 3,5 Prozent zulegen. Dies geht aus dem soeben veröffentlichten Quartalsbericht des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) zum 3. Quartal 2006 hervor. Der deutschen Chemie blieb „in diesem Jahr das weithin gefürchtete Sommerloch erspart“, kommentierte VCI-Präsident Werner Wenning diese Entwicklung und fuhr fort: „Dennoch besteht kein Anlass zum Übermut. Das Wachstum wird sich wohl kaum längere Zeit in diesem Ausmaß fortsetzen.“ Darauf weisen insbesondere auch die vom Ifo-Institut für die Chemieunternehmen ermittelten Geschäftserwartungen hin (siehe unten).
Die Chemie-Erzeugerpreise lagen im 3. Quartal 4,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Allerdings hat sich der Anstieg im Jahresverlauf abgeschwächt.

Höhere Rohstoffkosten
Die Kosten für Rohstoffe und Energien liegen weiter deutlich über dem Vorjahresniveau. Für das Gesamtjahr rechnet der VCI damit, dass aufgrund der höheren Einkaufspreise allein bei Rohstoffen und Energien eine Kostensteigerung für die Chemieunternehmen in Höhe von rund 2,5 Milliarden Euro zu erwarten sein wird.

Umsatzplus
Der Umsatz stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent auf 40,4 Milliarden Euro an. Dabei stiegen die Inlandsumsätze um 6,5 Prozent (auf 18,8 Milliarden Euro) und die Auslandsumsätze um 7,5 Prozent auf 21,6 Milliarden Euro. Der anhaltende Restrukturierungsprozess hinterlässt Spuren bei der Beschäftigung. Im Durchschnitt waren etwa ein Prozent weniger Chemiebeschäftigte zu verzeichnen als ein Jahr zuvor. Durch Auslagerung von Unternehmensteilen wird ein erheblicher Teil dieser Arbeitsplätze nunmehr statistisch anderen Branchen zugeordnet.

Schwächere Sparten
Allerdings konnten nicht alle Sparten von der guten Konjunktur profitieren. Insbesondere die Pharma-Industrie verlor an Dynamik, und die Produktion von Agro-Chemikalien hat im Vorjahresvergleich beinahe Stagnationsniveau erreicht.

Abschwächung erwartet
Die Zufriedenheit mit der aktuellen konjunkturellen Entwicklung darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass das konjunkturelle Fahrwasser rauer werden wird. Abschwächungstendenzen kommen sowohl von der Weltkonjunktur als auch von dem für 2007 zu erwartenden geringeren Wirtschaftswachstum in Deutschland. So sieht der VCI die Chemiekonjunktur "in einer späten Phase des Chemie-Zyklus", der sich "voraussichtlich schon ab dem 4. Quartal 2006 in sinkenden Wachstumsraten der Chemieproduktion niederschlagen" wird.

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