Asiatisches Jahrhundert

In deutschen und internationalen Medien mehren sich die Berichte über die zunehmende Bedeutung von China und Indien auf dem Weltmarkt. Kontinuierlich hohes Wirtschaftswachstum kombiniert mit billigen und willigen Arbeitskräften schaffen eine eigene Dynamik in diesen beiden Ländern. Zunehmend werden sich Märkte und Produktionsströme in die von ihnen dominierten Weltregionen mit Milliardenbevölkerungen verlagern. Prognosen sprechen bereits von einem asiatischen Jahrhundert.

China: Wachstum um jeden Preis

Die chinesische Regierung muss hohe Wachstumsraten sicherstellen, um die interne Wohlstandsentwicklung des Landes voranzutreiben. Nur so ist das Riesenland mit wirtschaftlich stark unterschiedlichen Provinzen und Bevölkerungen zusammen zu halten. Auf längere Sicht wird dabei der Rückgriff auf Arbeitskräfte zu Bedingungen und Preisen, die in Europa und vor allem auch in Deutschland als nicht zumutbar angesehen werden, ein Erfolgsrezept Chinas bleiben.

Indien: neuer Aufsteiger

Relativ neu ist das Erscheinen Indiens auf der internationalen Bühne der Wirtschaftsnationen. War Indien bisher vorwiegend durch seine Computerspezialisten und Callcenter bekannt, die zu unschlagbaren Preisen Software und Dienstleistungen weltweit anboten, hat sich auch dort eine Wachstumsdynamik entwickelt, die zahlreiche Wirtschaftsbereiche erfasst hat. Das Bruttoinlandsprodukt Indiens hat sich seit 1994 fast verdoppelt. Die jährlichen Wachstumsraten liegen zwischen 7 % und 8 %. Gezielte Forschungsförderung, eine mathematisch-naturwissenschaftlich begabte junge Bevölkerung sowie Bildungs- und Erfolgsorientierung haben Indien inzwischen auf dem Weltmarkt vorangebracht. Zwar gibt es, stärker noch als in China, große Gegensätze zwischen der armen ländlichen Bevölkerung und einer modernen, einkommensstarken Mittelschicht. Aber auch diese ist jedoch bereits so groß, dass sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden ist. Indien ist zudem mit seiner Bevölkerung von 1 Milliarde Menschen die größte funktionierende Demokratie der Erde. Politisch stellt es somit ein Kontrastprogramm zu China dar.

Wenn die derzeitigen Wachstumsraten in den nächsten 10 bis 15 Jahre anhalten, werden sowohl China als auch Indien zu den größten Wirtschaftsnationen gehören. Sie werden mit weiterhin konkurrenzlos niedrigen Herstellungskosten als Exporteure auf den Weltmärkten auftreten.

Mit dieser Perspektive müssen sich die nationalen Akteure in Europa und vor allem in Deutschland auf einen anhaltenden Kostenwettbewerb einstellen. Davon betroffen sind auch Löhne und Arbeitszeiten. Immer mehr zeigt sich, dass im globalen Wettbewerb sogenannte „soziale Besitzstände“ in großer Gefahr sind, wenn sie nicht durch hohe Produktivität gerechtfertigt werden (s. unten).

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