Deutsche Wanderungsstatistik:Leistungsträger gesucht

Erstmals war im vergangenen Jahr die Zahl der Deutschen, die ausgewandert sind, größer als die Zahl derjenigen Deutschen, die aus dem Ausland zurückgekehrt sind. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben im vergangenen Jahr rund 145.000 Deutsche ihrem Land den Rücken gekehrt, während gleichzeitig rund 128.000 Deutsche aus dem Ausland in ihre Heimat zurück gekommen sind. Einen solchen Wanderungsverlust (rund 17.000) hatte es zuletzt Ende der 60er Jahre gegeben.

Wanderungsverluste
Bedenkt man, dass in diese Statistik auch die nach Deutschland kommenden Spätaussiedler eingehen, ist das Bild eigentlich noch dramatischer. Hinzu kommt eine erhebliche Dunkelziffer. In der amtlichen Auswanderungsstatistik tauchen naturgemäß nur diejenigen Deutschen auf, die sich ordnungsgemäß abgemeldet haben. Von Experten wird diese Dunkelziffer auf rund 100.000 geschätzt, insbesondere so genannte „Wohlstandsauswanderer“, also Rentner und Vorruheständler, die zum Beispiel in Spanien und anderen sonnigen Ländern ihren Lebensabend verbringen wollen.

Junge und Qualifizierte gehen
Zunehmend sind es aber auch junge Menschen, die auf der Flucht vor Arbeitslosigkeit und Überregulierung in Deutschland ihr Glück in der Ferne suchen. Dies betrifft hochqualifizierte Arbeitnehmer wie zum Beispiel Ärzte und Ingenieure, aber auch Handwerker und Facharbeiter. Das sind die Leistungsträger, die Deutschland dringend braucht.
Problematisch ist nicht nur der Wegzug der Deutschen aus Deutschland. Auch die Zahl der ausländischen Zuwanderer ist seit der Wiedervereinigung dramatisch gesunken. Im vergangenen Jahr sind 579.000 ausländische Personen nach Deutschland zugezogen, das waren 4% weniger als im Vorjahr. Zwar kommen immer noch mehr Ausländer nach Deutschland als das Land wieder verlassen (2005: 96.000). Allerdings führt der Wanderungsüberschuss der Ausländer zunehmend zu einer Schieflage auf dem Arbeitsmarkt.

Geringqualifizierte kommen
Während einheimische Spitzenkräfte das Land verlassen, machen ausländische Spitzenkräfte meist einen Bogen um Deutschland, wie die fehlgeschlagene „Greencard-Aktion“ gezeigt hat. Dafür sind es Familien ehemaliger Gastarbeiter oder auch Migranten, insgesamt tendenziell weniger qualifizierte Menschen, die auf den deutschen Arbeitsmarkt drängen. Zunehmend werden jedoch gut qualifizierte Arbeitnehmer benötigt. Mangel herrscht bereits jetzt an Fachleuten im naturwissenschaftlich-technischen Bereich – früher eine deutsche Domäne.
Der Wanderungssaldo zeigt, dass die deutschen Probleme nicht mit ausländischen Einwanderern zu lösen sein werden. Vielmehr müssen alle Bildungsmöglichkeiten der hier ansässigen Bevölkerung mobilisiert werden. Das gilt über die gesamte „Bildungs-Wertschöpfungskette“ von der Vorschule über allgemeinbildende und berufliche Schulen bis in den akademischen Bereich. Es gilt gleichermaßen für junge und ältere Arbeitnehmer, für Männer und Frauen.

Downloads

Typ Dateiname Dateigröße
pdf IB_09_06_Seite_1.pdf 54,7 KB

BAVC-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Nachrichten, Infodienste und Pressemitteilungen bequem per E-Mail

BAVC auf Twitter

Folgen Sie dem BAVC auf Twitter, um aktuelle Informationen und Neuigkeiten des Verbandes in Echtzeit zu erhalten.

BAVC-Partner

Heute Morgen Sozialpartnernetz Berufskompass Chemie Chemiepensionsfonds So.WIN mint UCI CSSA INQA Chemie hoch 3
VOILA_REP_ID=C12574AC:00338A87