Chemiesparten: Heterogene Kostenstrukturen

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht jedes Jahr einen Bericht über die Kostenstrukturen in der Wirtschaft. Dort werden die in jeder Branche angefallenen Kosten kategorisiert und aus Gründen besserer Vergleichbarkeit in Prozent vom Bruttoproduktionswert (BPW) ausgewiesen. Der Bruttoproduktionswert spiegelt - vereinfacht gesagt - die Gesamtkosten wider. Die Aufteilung der Kosten erfolgt nach ihrer Verwendung, wobei die einzelnen Positionen zu drei großen Kostenblöcken zusammengefasst werden können: Materialkosten, Personalkosten und Sonstige Kosten.

Materialkosten 50 %, Personalkosten 19 %

Die jüngsten Zahlen stammen aus dem Jahr 2004. Danach ergibt sich für die Chemische Industrie die in der nebenstehenden Tabelle aufgelistete Kostenstruktur. Die Materialkosten betrugen demnach 50 Prozent und die Personalkosten 18,9 Prozent des Bruttoproduktionswertes. Die Kostenstruktur der Chemischen Industrie hat sich seit 2001 nicht gravierend verändert. Der Anteil der Personalkosten, der z. B. im Jahr 2001 noch bei 19,3 Prozent des BPW lag, ist auf 18,9 Prozent leicht zurückgegangen. Diese Entwicklung ist vor allem auf den Beschäftigungsrückgang, der zu einem großen Teil auf Outsourcing-Vorgänge beruht, zurückzuführen.

Unterschiedliche Personalkostenanteile

Die Chemische Industrie ist eine komplexe Branche, was zur Folge hat, dass sich die Kostensituation in den verschiedenen Chemie-Sparten zum Teil erheblich unterscheidet.

Der Anteil der Personalkosten am BPW schwankt über alle Sparten hinweg zwischen 16,3 % in der chemischen Grundstoff-Herstellung und 23,3 % (Pharma-Produktion). Bei den Materialkosten geht die Bandbreite von 35,6 % (Pharma-Produktion) bis 58,8 % (Chemiefaserproduktion). Hinter der Kostenstruktur der Chemischen Industrie mit ihrem durchschnittlichen Personalkostenanteil von 18,9 Prozent und 50 Prozent Materialkostenanteil verbirgt sich somit ein hoher Grad an Heterogenität.

Chemie-Dienstleister:
Hohe Personalkostenanteile

Darüber hinaus werden von der amtlichen Statistik jene Chemie-Unternehmen nicht erfasst, die im Bereich Service, Entsorgung, IT-Services, Umwelt, Gesundheit, Logistik etc. tätig sind. Insbesondere in den großen Chemie-Parks in Deutschland gewinnen diese Chemie-Dienstleister an Bedeutung. Werden sie richtigerweise hinzugerechnet, sieht die Kostenstruktur der Chemiebranche noch differenzierter aus. In diesen personalintensiven Bereichen sind Personalkostenanteile von über 30 Prozent keine Seltenheit.

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