Ausbildungsplatz-Diskussion 1. September

Anfang September beginnt üblicherweise in den deutschen Betrieben für den Hauptteil des neuen Lehrlingsjahrgangs die Ausbildung. Wie in den vergangenen Jahren hat sich in den Wochen und Monaten davor die Diskussion über die Ausbildungsplatzlücke zugespitzt.

Die Politik, der DGB und die Wirtschaft

Der DGB hält den Ausbildungspakt der Wirtschaft für gescheitert und hat u. a. gefordert, 50.000 öffentlich geförderte überbetriebliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Politik und Wirtschaft setzen dagegen auf die Eigeninitiative der Unternehmen. Dementsprechend hat jetzt die Bundeskanzlerin an die Wirtschaft appelliert, mehr Lehrstellen zu
schaffen.

Neben vielen Vorschlägen ist auch ein Einfrieren der Lehrlingsvergütungen ins Gespräch gebracht worden. Die deutschen Chemie-Arbeitgeber haben mit dem zeitweiligen Einfrieren der Ausbildungsvergütungen in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. Die Chemie-Unternehmen haben darauf jeweils mit einer deutlichen Ausweitung des Ausbildungsplatzangebotes reagiert. Dafür gibt es Beispiele.

Einfrieren der Lehrlingsvergütungen?

In den Tarifrunden der vergangenen Jahrzehnte wurden die Chemie-Ausbildungs-vergütungen drei Mal eingefroren. Im Jahr 1983 führte dies zu einer überproportionalen Erhöhung des Ausbildungsplatzangebotes um 16 Prozent. Nach einem Vergütungs-Stopp im Jahr 1998 wurden 5 Prozent mehr Ausbildungsplätze angeboten. Im Jahr 2004 honorierten die Unternehmen das Einfrieren der Ausbildungsvergütungen mit einer Steigerung der Ausbildungsplätze um 4 Prozent.

Tarifvertrag "Zukunft durch Ausbildung"

Für die Unternehmen stellt das von den Tarifparteien vereinbarte Einfrieren der Ausbildungsvergütungen eine objektive Kostenentlastung dar. Dadurch können sie die Zahl der Ausbildungsplätze vermehren. Gleichzeitig ist es auch ein positives Signal mit psychologischer Wirkung. Viele Unternehmen sind dadurch motiviert worden, erstmals die Ausbildung aufzunehmen.

Unabhängig davon ist in der Chemie der Tarifvertrag "Zukunft durch Ausbildung" in Kraft, der von 2003 bis 2007 reicht und eine Steigerung des Ausbildungsplatzangebots um 7 Prozent zum Ziel hat.

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