Deutsche Konjunktur: Frühlingsboten im Winter

Die Zeichen für eine Erholung der deutschen Konjunktur mehren sich. Der ifo-Konjunktur-Index hat mit einem Wert von 99,9 sowohl was das Klima, die Lage und die Erwartungen angeht - den höchsten Stand seit August 2000 erreicht und damit ein 5-Jahres-Hoch erklommen. Die positive Grundstimmung hat nicht nur die Industrie, sondern auch den Großhandel, den Einzelhandel und den Dienstleistungsbereich erreicht. Die positive Stimmung findet auch in einem deutlichen Plus des ZEW-Konjunkturindex ihren Ausdruck, der im Dezember 2005 so stark gestiegen ist wie seit 12 Jahren nicht mehr. Mit einem Wert von 61,6 liegt er inzwischen signifikant über seinem historischen Mittelwert (34,3). Der ZEW-Index registriert anders als der ifo-Konjunkturindex (der die Befindlichkeit von rund 7.000 Wirtschaftsunternehmen reflektiert) die Stimmung von Finanzanalysten und professionellen Anlegern in Deutschland. So signalisiert auch der deutsche Aktienindex DAX mit neuen Höchstständen in diesem Jahr ein immer zuversichtlicheres Szenario.

Der Bundeswirtschaftsminister sieht "Chancen für eine Trendwende" und die Deutsche Bundesbank sieht für die konjunkturelle Erholung eine "breitere Basis".

Forschungsinstitute positiv gestimmt

Die wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute und der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geben sich zur Jahreswende ebenfalls optimistischer als im Spätherbst letzten Jahres. So war vom Vorsitzenden des Sachverständigenrates, Prof. Bert Rürup, zu hören, dass der Rat wohl seine Prognose für 2006, die bisher bei 1,0 % Wachstum lag, anheben werde, ohne dass man dies bereits quantifizieren wolle. Mutiger sind da die Essener Wirtschaftsforscher. Das RWI erhöht seine Prognose für das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts in 2006 um 0,2 Prozent-Punkte auf 1,6 %. Das RWI: "Gründe hierfür sind u.a. eine weiterhin temporeich wachsende Weltwirtschaft, die verbesserte preisliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sowie ein anhaltender Investitionsaufschwung"
Frohe Botschaft kam kurz vor Weihnachten letzten Jahres auch vom ifo-Institut:
"Deutsche Wirtschaft im Aufschwung" heißt es dort. Die Wachstumsprognose für das laufende Jahr wurde vom Institut sogar auf 1,7 % angehoben.
"Deutschland im Aufschwung" titelt das ebenfalls eher für seine Zurückhaltung bekannte Institut für Wirtschaftsforschung (IfW) in Kiel: "Die Konjunktur in Deutschland ist auf dem Weg der Erholung." Das Wirtschaftswachstum "wird sich stärker beschleunigen als bisher erwartet" - so der Tenor aus Kiel. Die "Nordlichter" gehen jetzt von einem Wachstum von 1,5 % aus, nachdem sie mit den anderen Instituten im zurückliegenden Herbstgutachten noch einen Prognosewert von 1,2 % in ihrem Tableau hatten.

Mehrwertsteuer-Schatten auf 2007

Das IfW macht allerdings darauf aufmerksam, dass das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr zu einem nicht unerheblichen Teil durch Vorzieheffekte wegen der 2007 drohenden Mehrwertsteuererhöhung gestützt wird. "Im Jahr 2007 dürfte die Dynamik deutlich nachlassen" folgern die IfW-Forscher daraus und wagen für 2007 eine Wachstumsvoraussage von 1,0 %.

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