Chemie-Arbeitskosten 2004:Zusatzkostenquote im Osten rückläufig

Die Chemiearbeitskosten je Beschäftigtenstunde lagen in der ostdeutschen chemischen Industrie im Jahr 2004 bei 24,83 Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 2,9 vH gegenüber dem Vorjahr. Das geht aus
Berechnungen des Arbeitgeberverbandes Nordostchemie hervor.
Während das Direktentgelt für geleistete
Arbeit um 5,3 vH gegenüber dem Vorjahr zunahm, gingen die Personalzusatzkosten um 0,5 vH zurück. Dies hat dazu geführt, dass die Personalzusatzkostenquote,
d. h. der Anteil der Personalzusatzkosten am Direktentgelt, um fast 4 Prozentpunkte von 69,5 vH auf 65,6 vH gesunken ist.

Tarif-Entwicklung ...

Der Anstieg des Direktentgelts ist auf die Tariferhöhung im August 2004 in Höhe von 1,5 vH und eine weitere tarifliche Anpassung von 1,7 vH im Oktober zurückzuführen. Hinzu kam eine Einmalzahlung sowie Veränderungen im Entgeltaufbau und der Basiseffekt der Tariferhöhung vom Jahr 2003. Insgesamt lag damit die Kostenbelastung aufgrund von Tariferhöhungen im Jahr 2004 bei 5,0 vH. Etwa 0,3 Prozentpunkte kamen aufgrund eines Anstiegs der regelmäßigen übertariflichen Zahlungen hinzu.

... und Kalender-Effekte

Der Rückgang der Personalzusatzkosten ist in erster Linie auf die kalenderbedingten Arbeitszeiteffekte zurückzuführen. Zum einen war das Jahr 2004 mit 366 Tagen ein Schaltjahr. Zugleich fielen mehrere Feiertage auf Wochenenden. Darüber hinaus ging der Krankenstand von 4,14 vH auf 3,86 vH zurück. Außerdem blieben die Sozialversicherungsbeiträge mit Ausnahme von geringfügigen Veränderungen bei der Krankenversicherung gegenüber dem Vorjahr konstant.Die Struktur der Arbeitskosten im Einzelnen ist in der nachstehenden Tabelle zusammengestellt.

Ost-West-Vergleich

Für die westdeutsche chemische Industrie wurden 2004 Chemiearbeitskosten von
41,57 Euro errechnet. Die ostdeutschen Chemiearbeitskosten belaufen sich damit auf knapp 60 vH der westdeutschen Arbeitskosten.

Einfluss-Faktoren

Die wichtigsten Gründe für diesen Abstand liegen

- in dem niedrigeren Tarifniveau,

- der längeren Wochenarbeitszeit
(40 Stunden gegenüber 37,5 Stunden),

- den geringeren Sonderzahlungen
(Gratifikationen, 13. Monatsentgelt) und

- der deutlich weniger ausgeprägten
betrieblichen Altersvorsorge.

Chemie-Arbeitskosten Ost1) je Beschäftigtenstunde 2004

Euro Prozent
1. Direktentgelt je Arbeitsstunde 14,99 100,0
2. Personalzusatzkosten je Arbeitsstunde 9,84 65,6
2a. Sonderzahlungen 2,00 13,3
Gratifikationen, 13. Monatsgehalt 1,46 9,7
Urlaubsgeld 0,37 2,5
Vermögenswirksame Leistungen und
Förderung tariflicher Altersvorsorge 0,17 1,1
2b. Vergütung arbeitsfreier Tage 3,21 21,4
Bezahlter Urlaub 2,09 13,9
Bezahlte Krankheit 0,70 4,7
Bezahlte Feiertage 0,42 2,8
2c. Aufwand für Vorsorgeeinrichtungen 3,73 24,9
Rentenversicherung 1,58 10,5
Krankenversicherung 1,16 7,7
Arbeitslosenversicherung 0,53 3,5
Pflegeversicherung 0,14 0,9
Unfallversicherung 0,18 1,2
Betriebliche Altersvorsorge 0,14 0,9
2d. Sonstige Personalzusatzkosten 0,90 6,0
3. Arbeitskosten je Arbeitsstunde 24,83 165,6

1) Tarifgebiete Ost und Berlin-Ost. Rundungsdifferenzen.
Quelle: Arbeitgeberverband Nordostchemie.

Chemie-Arbeitskosten je Beschäftigtenstunde

2004
West Ost
1. Direktentgelt (E) 21,46 14,99
vH gegen Vorjahr +1,9 +5,3
2. Personalzusatzkosten (E) 20,11 9,84
vH gegen Vorjahr -0,2 -0,5
3. Arbeitskosten (E) 41,57 24,83
vH gegen Vorjahr +0,9 +2,9
Zusatzkostenquote
(2) : (1) in vH 93,7 65,6

Quelle: Arbeitgeberverband Nordostchemie, BAVC.

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