Chemie-Studium: Anfänger und Absolventen

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) hat kürzlich ihren alljährlichen Bericht "Chemiestudiengänge in Deutschland" vorgelegt. Danach haben insgesamt 5.963 Personen im Jahr 2004 mit einem Chemie-Studium begonnen. Davon waren 5.006 "Diplom-Studenten" und 957 "Bachelor-Studenten". Die Zahl der Studienanfänger ist damit gegenüber dem Vorjahr (6.381) erstmals wieder zurückgegangen. Bislang waren die Zahlen, ausgehend vom Tiefstand im Jahr 1995 (2.871), kontinuierlich gestiegen (vgl. Schaubild).

Wie die GDCh ergänzend mitteilt, lag der Anteil weiblicher Studienanfänger in der Chemie bei 46 vH, der Anteil ausländischer Studenten belief sich auf 15 vH. Außer den Anfängern im Diplom- und Bachelor-Studiengang hat die GDCh weitere 136 Anfänger im Studiengang Wirtschaftschemie registriert.

Über 25.000 Chemie-Studenten

Ende 2004 gab es insgesamt 25.266 Chemiestudierende, verglichen mit 25.980 ein Jahr zuvor. Von den Studierenden befanden sich 2.010 in Bachelor-Studiengängen und 373 in Master-Studiengängen. Hinzu kommen 572 Studierende in Wirtschaftschemie. Die Anzahl der Diplomanden an den Chemiefachbereichen betrug 979 und ist damit nach dem kontinuierlichen Rückgang von über 2.500 im Jahr 1993 auf 767 im Jahr 2002 wieder angestiegen.

Mehr Doktoranden

Die Zahl der Doktoranden ist nach acht Jahren des Rückgangs erstmals wieder angestiegen und lag bei 5.112 (Vorjahr: 5.019). Über ein Viertel der Doktoranden kam aus dem Ausland. Die Zahl der Promotionen hat weiter abgenommen und lag im Jahr 2004 bei 1.303 (Vorjahr: 1.394).

Studiendauer

Die durchschnittliche Studiendauer bis zum Diplom einschließlich der Diplomarbeit betrug 11,9 Semester, bis zur Promotion 20,4 Semester. Der größte Teil der Diplom-Chemiker (90 vH) schloss, wie in den Vorjahren, unmittelbar an den Diplom-Abschluss die Doktorarbeit an.

Erst-Einstellung: 29 vH in der Chemie

Von den promovierten Absolventen wurden 29 vH in der chemischen Industrie eingestellt (Vorjahr: 32 vH). 10 vH fanden eine Einstellung in der übrigen Wirtschaft. 19 vH der Chemiker gingen nach der Promotion zunächst in das Ausland, in den meisten Fällen zu einem Post-doc-Aufenthalt. 19 vH betrug der Anteil derjenigen, die eine zunächst befristete Stelle im Inland annahmen, und 6 vH der Absolventen blieben nach der Promotion im Forschungsbereich an einer Hochschule oder einem Forschungsinstitut. 4 vH kamen im Öffentlichen Dienst unter, 12 vH der
promovierten Absolventen waren stellensuchend.

Bachelor - Master - Promotion

Insgesamt 78 Studierende beendeten ihr Bachelor-Studium und 52 das Master-Studium. Von den Absolventen, deren Verbleib der GDCh bekannt war, nahmen fast alle Bachelor-Absolventen ein Master-Studium auf und fast alle Master-Absolventen begannen eine Promotion. Der "klassische Weg", das Studienfach Chemie mit einer Promotion zu beenden, gilt offenbar auch noch im Zeitalter von Bachelor und Master.

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