Deutsche Biotechnologie gut im Rennen

Deutschland ist auf dem Gebiet der biotechnologischen Forschung im internationalen Vergleich recht gut aufgestellt. So stammt jedes sechste Patent, das im Jahr 2004 beim Europäischen Patentamt für diesen Bereich angemeldet wurde, aus hiesigen Labors. Auch beim Einwerben von Wagniskapital sind die deutschen Biotechfirmen durchaus erfolgreich.

Schlüsseltechnologie
Die Biotechnologie wird von Fachleuten als eine Schlüsseltechnologie der Zukunft betrachtet. Vor allem im Gesundheitssektor verspricht man sich große Fortschritte. Forscher sehen die Möglichkeit, neue Therapien für bisher als unheilbar geltende Krankheiten zu finden und bestehende Therapiewege in ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit zu verfeinern - so etwa bei der Behandlung von Krebs, Bluthochdruck, Parkinson oder Alzheimer.

Neue Arzneimittel
Bis März 2005 wurden in Deutschland 112 Medikamente mit 81 Wirkstoffen zugelassen, die gentechnisch hergestellt werden. Mit solchen Arzneimitteln wurden im Jahr 2004 international rund 32 Milliarden Dollar oder 7 vH des Arzneimittelumsatzes erzielt; im deutschen Apothekenmarkt sind es mit 1,95 Mrd. Euro sogar 10 vH. Den größten Anteil davon haben mit einem Drittel die Insulinpräparate für Diabetiker.

Innovationsträger
Auch jenseits der Medizin - etwa beim Umweltschutz oder in der Landwirtschaft - wird die Biotechnologie in Zukunft eine ebenso tragende Rolle spielen, wie es etwa die Mikroelektronik in der Industrie heute schon tut. Einer Expertenbefragung zufolge werden biotechnologische Methoden bis zum Jahr 2020 an etwa der Hälfte der 30 wichtigsten Innovationen beteiligt sein.

Im internationalen Wettbewerb
Wenngleich die USA ihre Spitzenstellung auf diesem Feld behaupten dürften, so konnte auch Deutschland zuletzt punkten, wie sich aus der Zahl der Patentanmeldungen zeigt: Im Jahr 2004 kamen beim Europäischen Patentamt in München mehr als 1.000 Anmeldungen aus Deutschland. Damit belegten die deutschen Tüftler nach den amerikanischen (2.300 Patentanmeldungen) den zweiten Platz. Japan folgt mit 700 Anmeldungen erst auf Rang drei.

"Spin-Offs"
Insgesamt beschäftigten deutsche Biotechunternehmen im Jahr 2004 über 10.000 Menschen. Die Branche ist vor allem mittelständisch geprägt: Kleine und mittlere Biotechnologiefirmen haben allein 6.950 Mitarbeiter auf ihren Gehaltslisten. Die übrigen Biotechnologen arbeiten in börsenorientierten Unternehmen. Die Kleinen der Branche sind zumeist von Wissenschaftlern gegründet worden, die zuvor an Universitäten und Instituten geforscht und dann irgendwann den Schritt in die Selbständigkeit gewagt haben - so genannte Spin-Offs. Allerdings ist das Gründungsgeschehen im vergangenen Jahr zum Stillstand gekommen: Die Zahl der Unternehmen nahm von 350 auf 346 leicht ab.
Dies hat - neben der Konsolidierung der Branche - sicherlich auch etwas mit dem Forschungsklima hierzulande zu tun: Die Gentechnik stößt in Deutschland auf größere Vorbehalte als anderswo.

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