Neuer BAVC-Präsident Voscherau:Für zukunftsfähige Arbeitsbeziehungen

In der Mitgliederversammlung des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC) am 10. Juni 2005 in Ludwigshafen ist der Verbands-Vorstand neu gewählt worden. Neuer BAVC-Präsident wurde Eggert Voscherau, stellvertretender Vorsitzender der BASF AG. Voscherau, u.a. bekannt durch sein sozial- und gesellschaftspolitisches Engagement in mehreren vom Bundeskanzler berufenen Kommissionen, tritt die Nachfolge von
Dr. Rüdiger Erckel (Boehringer Ingelheim GmbH) an, der sich nach zwei erfolgreichen Amtsperioden als BAVC-Präsident zurückzog.

"Verhaltenskodex von Unternehmern ...
In seiner Antrittsrede als neuer BAVC-Präsident nahm Voscherau auf die laufende Diskussion über Unternehmerethos und die Kapitalismuskritik Bezug und sagte: "Unternehmer und Manager haben in Deutschland sehr wohl eine patriotische Pflicht. Und zwar im wohlverstandenen und ganz unverkrampften Sinn. Wir müssen die Herausforderungen des globalen Wettbewerbs am Standort Deutschland unter seinen spezifischen Bedingungen annehmen." Das erfordere von allen Beteiligten sehr viel Flexibilität und Offenheit, gerade auch von den Arbeitnehmern. "Aber das heißt auch, dass man als Manager und Unternehmer bei Standortentscheidungen nicht immer den letzten Cent herausquetschen muss, solange das betriebswirtschaftliche Ergebnis stimmt. Unser wirtschaftlicher Erfolg in der Zukunft wird mehr und mehr von der sozialen Akzeptanz unseres Handelns abhängen", hob Voscherau hervor. Vorhandene Spielräume sollten für Entscheidungen pro Standort und Beschäftigte hier genutzt werden. Er halte viel von einem solchen ungeschriebenen Verhaltenskodex, denn die unternehmerische Tätigkeit erschöpfe sich nicht im Ergebnis vor und nach Steuern.

... und Gewerkschaften"
Genauso erwarte er aber ein konstruktives Verhalten der Gewerkschaften. Sie müssten es in solchen Situationen den Unternehmern und Managern erleichtern, Entscheidungen für den Standort Deutschland zu treffen. Das erfolgreiche Chemie-Modell der konstruktiven Sozialpartnerschaft erwähne er dabei ausdrücklich als Beispiel.

Tarifautonomie und Sozialpartnerschaft
Voscherau versicherte, dass er als neuer BAVC-Präsident die besondere Sozialpartnerschaft zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern in der chemischen Industrie im Interesse der Mitgliedsunternehmen fortsetzen wolle. "In einer globalisierten Welt mit abnehmendem Einfluss nationalstaatlicher Gewalt und zunehmender Unübersichtlichkeit ist sie eine echte Gestaltungsalternative. Mit ihr können wir zumindest unseren eigenen Organisationsbereich in Ordnung halten und weiterentwickeln", sagte Voscherau.

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