Rohstoffkosten auf Rekordniveau

Gestiegene Rohstoffkosten, insbesondere im Ölsektor, haben den Preisdruck in der chemischen Industrie erheblich verstärkt. Zwar konnten die ölnahen Sparten die Kosten zum Teil überwälzen. Den übrigen Chemiesparten hingegen war es kaum möglich Preiserhöhungen durchzusetzen. In weiten Teilen der Branche sind die Gewinnmargen damit unter Druck geraten. Viele Chemieunternehmen stehen vor einem zum Teil erheblichen Kostenproblem.

"Schwarzes Gold"
Das "schwarze Gold" machte zum Jahreswechsel 2004/2005 seinem Namen alle Ehre. Der Ölpreis erreichte im ersten Quartal 2005 mit über 45 US-Dollar je Barrel der Nordseesorte "Brent" eine neue Rekordmarke. Zeitweise kostete ein Barrel (159 Liter) sogar deutlich über 50 US-Dollar. Am aktuellen Rand (27.04.2005) waren es 54,05 US-Dollar.
Damit war Rohöl rund 50 vH teuerer als ein Jahr zuvor. Der Kostenschub wird sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Experten rechnen jedenfalls nicht damit, dass der Ölpreis im laufenden Jahr deutlich sinkt. Im Gegenteil: Angesichts der weiter steigenden Weltnachfrage und begrenzter Kapazitäten sind sogar weitere Preissteigerungen für Rohöl und Folgeprodukte nicht ausgeschlossen.

Uneinheitliche Erwartungen
Trotz der drastisch gestiegenen Rohölpreise hat sich der wichtigste Chemierohstoff, das Rohbenzin (Naphtha), gegenüber dem Endquartal 2004 nicht weiter verteuert. Die erneute Abwertung des Dollars dürfte den
Anstieg des Ölpreises zumindest teilweise kompensiert haben. Allerdings mussten die Petrochemie-Unternehmen im ersten Quartal 2005 mit durchschnittlich 324 Euro je Tonne Rohbenzin nach wie vor eine hohe Kostenlast schultern. Das waren immerhin über ein Viertel mehr als im vergleichbaren Vorjahresquartal.
Die Kontraktpreise für andere wichtige Primärchemikalien sind im Jahresanfangsquartal 2005 weiter angestiegen.

Konjunktur-Bremsklotz
Ethylen und p-Xylol verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr um rund 27 vH. Die Preise für Propylen und o-Xylol stiegen um 44 bzw. 46 vH. Benzol verteuerte sich binnen Jahresfrist sogar um 67 vH.
Der Kostendruck setzt sich auch im zweiten Quartal fort. So sind die bislang verfügbaren Kontraktpreise weiter gestiegen: Ethylen ist mit 750 €/t und Propylen mit 705 €/t auf einen neuen Rekordstand geklettert. Das Kostenniveau für petrochemische Chemierohstoffe wird damit die "Chemie-Ertragsrechnung" auch in diesem Jahr erheblich belasten und wird weiterhin ein konjunktureller Bremsklotz bleiben.


Durchschnittlicher europäischer Preis
für Rohbenzin1) und Primärchemikalien2)


20023) 20033) 20043) 20053)
Rohbenzin in Euro/t 212 294 255 324
Ethylen in Euro/t 473 575 580 740
Propylen in Euro/t 365 520 475 685
Benzol in Euro/t 238 455 416 695
o-Xylol in Euro/t 378 470 445 650
p-Xylol in Euro/t 400 580 562 716


1)spot, cif, 2)Quartalskontrakte, 3)jeweils 1. Quartal.
Quelle: FOC (Fachvereinigung Organische Chemie).

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