b) Deutsche Chemie-Produktivität: Keineswegs Spitze

Wegen ihrer Exporterfolge gilt die deutsche Chemie als besonders produktiv. Ein internationaler Vergleich bestätigt diese Annahme jedoch nicht. Sowohl gemessen am Produktivitätsniveau als auch an der Produktivitätsdynamik hat die deutsche Chemie nur einen Platz im Mittelfeld inne.
Dies ist das Ergebnis einer weltweiten Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)*.

Produktivitätsentwicklung:
Wenig Schwung ...

Obwohl der Produktivitätszuwachs, ausgedrückt als reale Bruttowertschöpfung je
geleisteter Stunde, im Vergleichszeitraum 32,5 vH betragen hat, erreicht die "Deutschland-Chemie" damit nur einen Platz im Mittelfeld. Spitzenreiter ist Frankreich mit einem Plus von über 50 vH. Ebenfalls vor Deutschland liegen Kanada, Großbritannien, Belgien und die Niederlande, die einen Produktivitätszuwachs in der Marge von 38,6 bis 33,5 vH für sich verbuchen konnten.

.... und große Bandbreite

In anderen wichtigen Konkurrenzländern, wie z. B. in Japan (+19,7 vH) und den USA (+11,9 vH) war der Produktivitätszuwachs deutlich weniger ausgeprägt als in Deutschland. Am unteren Ende der Skala rangiert die italienische Chemie mit einem Produktivitätsplus von nur 1,4 vH im Betrachtungszeitraum.

Produktivitätsniveau: Nur Mittelklasse

Um nicht nur die Produktivitätsentwicklung, sondern auch die absoluten Produktivitätsniveaus vergleichen zu können, hat das IW für 2002 die Bruttowertschöpfung je geleisteter Stunde auf einheitliche Währung (Euro) umgerechnet und zum Niveauvergleich Deutschland mit der "Referenzmarke" 100 versehen.
Danach zeigt sich, dass - trotz einer nicht unbeachtlichen Produktivitätsdynamik - die deutsche Chemie, gemessen am absoluten Niveau der Produktivität, hinter den großen Konkurrenzländern zum Teil deutlich zurückliegt. Die Niveau-Rangliste wird angeführt von der US-Chemie, deren Produktivitätsniveau um über drei Viertel über der deutschen Chemie liegt. Selbst wenn man die Wechselkursentwicklung der letzten Jahre mit in Rechnung stellt, also die deutliche Abwertung des US-Dollars einbezieht, würde sich immer noch ein signifikanter Vorsprung der US-Chemie ergeben. Auch das japanische Produktivitätsniveau übertrifft die deutsche Chemie-Produktivität erheblich, und zwar um mehr als die Hälfte. Dies trifft in ähnlicher Weise für die französische Konkurrenz zu. Auch die unmittelbaren Nachbarn Belgien (Index-Stand 131) sowie die Niederlande (118) liegen darüber. Vor Deutschland rangieren weiterhin Kanada und Großbritannien mit einem Vorsprung von 18 bzw. 11 Indexpunkten. Von den großen Industrieländern, die im Niveau-Vergleich hinter Deutschland zurückliegen, sind insbesondere Italien (83) und Spanien (70) zu erwähnen.


*Vergleichsdaten der OECD für den Zeitraum 1995 bis 2002.

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