1. Entgeltrunde 2005: Tarifpolitische Stabilität gefordert

Mit der Forderungsempfehlung des Hauptvorstandes der IG BCE an seine Landesbezirke wird die Chemie-Tarifrunde 2005 eingeläutet. Sie trifft auf eine sich wieder eintrübende Wirtschaftslage in Deutschland. Die Wachstumsprognosen für das Jahr 2005 sind jetzt auf nur noch etwa 1 Prozent zurückgenommen worden (siehe Seite 2). Dies ist viel zu wenig, um für einen positiven Beschäftigungseffekt zu sorgen.

Chemiekonjunktur auf dünnem Eis
Die Chemie-Konjunktur ist nach drei vorangegangenen Jahren der Stagnation im zweiten Halbjahr 2004 erstmals wieder angesprungen (siehe Informationsbrief 2/2005). Angesichts der anhaltenden Konjunkturschwäche im Inland bewegt sie sich jedoch auf dünnem Eis. Inzwischen mehren sich die Fragezeichen, ob der Aufschwung dauerhaft tragen wird.

Unverkennbar ist die Spaltung zwischen Inlands- und Auslandskonjunktur. Während exportorientierte Firmen auf den internationalen Märkten gute Geschäftserfolge erzielen, gilt dies nicht für solche Firmen, die vorwiegend auf dem Binnenmarkt tätig sind. Zudem ist eine Differenzierung nach Sparten festzustellen. Eine große Zahl von mittleren und kleinen Pharmaunternehmen befindet sich wegen der Auswirkung der Gesundheitsreform in zum Teil prekärer Lage. Die Chemie-Zulieferfirmen für die Automobilindustrie und die Baubranche leiden unter der anhaltenden Nachfrageschwäche und dem Preiskampf in diesen Branchen.

Insgesamt zeigt sich, dass die Aufschwungsdaten in der chemischen Industrie im Vergleich zur Metall- und Elektroindustrie sowie auch zur Gesamtindustrie deutlich schwächer sind. Dieser Befund spricht gegen einen robusten Aufschwung. Üblicherweise wäre die Chemie in einem Konjunkturaufschwung der "Frühstarter".
Angesichts dieser labilen Konjunkturaussichten muss auch die Tarifpolitik im Jahr 2005 einen Beitrag zur Kostenstabilisierung leisten. Von der Tarif-Front dürfen keine negativen Signale ausgehen, die zusätzliche Anreize dazu geben, Produktionen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. Erforderlich ist eine Tarifrunde, die für alle Unternehmen dauerhaft bezahlbar bleibt. Dies gilt insbesondere auch für die kleinen und mittelgroßen Firmen. Sie stellen das Gros der rund 1.900 Mitgliedsunternehmen im Chemie-Flächentarif. Sie alle brauchen eine tarifpolitische Stabilitätsrunde.  

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