3. Wachstums-Schlusslicht Deutschland

Die Weltkonjunktur hat im zurückliegenden Jahr Fahrt aufgenommen und wird auch in diesem Jahr ein weiterhin hohes, wenn auch abgeschwächtes Tempo beibehalten. Dagegen wird Deutschland die "Rote Laterne" in Sachen Wirtschaftswachstum nicht los.

Prognose zurückgenommen

Nach neuesten revidierten Angaben des Statistischen Bundesamtes betrug das Wirtschaftswachstum in Deutschland im Jahr 2004 lediglich 1,6 vH. Der deutschen Wirtschaft ist es nicht gelungen, trotz bemerkenswerter Exporterfolge das Wachstumsschwungrad in Gang zu bringen: Der klassische "Transmissionsmechanismus" von den Exporten über Investitionen zu mehr Wirtschaftswachstum und mehr Beschäftigung hat - bislang jedenfalls - nicht funktioniert. Und auch für das laufende Jahr stehen die Zeichen schlecht. So hat der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in seinem Jahresgutachten 2004/05 prognostiziert, dass Deutschland auch im laufenden Jahr am Ende der internationalen Wachstumsskala rangieren wird. Er hat jetzt sogar seine Wachstumsprognose auf 1,0 vH zurückgenommen. Der internationale Währungsfond (IWF) hat seine Erwartungen für Deutschland sogar von 1,8 auf 0,8 Prozent gesenkt.
Eine hohe Wachstumsdynamik wird im Jahr 2005 der Sachverständigenratsprognose zufolge vor allen Dingen in China und in Russland zu verzeichnen sein. Aber auch in den asiatischen Schwellenländern, in den neuen EU-Mitgliedsländern, also in Mittel- und Osteuropa, werden die Wachstumsimpulse weiterhin beträchtlich sein. Unter den westlichen Ländern ragen nur Irland, Luxemburg und die USA heraus.
In den "klassischen Industrieländern" wie Großbritannien (+2,8 vH), Japan (+2,3 vH) und Frankreich (+2,2 vH) stehen die Wachstumschancen 2005 zwar nicht überragend, aber immer noch deutlich besser als in Deutschland, das mit geschätzten +1,0 vH wiederum das Schlusslicht tragen wird.

Vielfältige Ursachen

Die Ursachen hierfür sind vielfältig:

Zum einen wird der Export nach den Erfolgen im vergangenen Jahr an Dynamik einbüßen (Stichworte Rohstoffkosten und Wechselkurse).

Zum anderen stabilisieren sich die Erwartungen der Investoren nur langsam. Wenn es zu Neuinvestitionen kommt, finden diese zu einem erheblichen Teil im Ausland statt und sind im Inland eher auf Ersatzbeschaffung und Rationalisierung als auf Erweiterung fokussiert.

Auch der private Konsum dürfte keinen nennenswerten Beitrag zur Konjunkturstabilisierung leisten: Zu skeptisch sind die Verbraucher angesichts der bestehenden Unsicherheiten (Stichworte Arbeitsplatzsicherheit, demographische Entwicklung, Zukunft der Sozialsysteme) eingestellt.

Ein erheblicher Teil der Wertschöpfung findet nicht mehr am Standort Deutschland statt, sondern wird auf dem Wege importierter Vorleistungen und Zwischenprodukte im kostengünstigeren Ausland generiert. Deutschland gerät in Gefahr, vom klassischen Industriestandort immer mehr zur Handelsdrehscheibe zu werden (Stichwort "Basar-Ökonomie").

Eine hohe Belastung mit Steuern und Abgaben, verbunden mit erheblichen bürokratischen Regulierungen erweisen sich zunehmend als "Korsett", welches Wachstumsimpulse einschnürt.

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