2. Aus der Chemie:Gespaltene Chemie-Konjunktur

Die Chemie-Konjunktur ist im Verlauf des vergangenen Jahres "in die Gänge" gekommen. Nachdem das erste Quartal noch mit Minus-Vorzeichen ausgestattet war, hat sich im weiteren Jahresverlauf das Blatt zum Besseren gewendet. Allerdings ist die sich abzeichnende konjunkturelle Erholung noch recht "fragil". So haben sich seit Mitte letzten Jahres starke und schwache Monate praktisch abgewechselt - ein Phänomen, das von Ökonomen auch als "Wellblech-Konjunktur" bezeichnet wird.

Push durch Auslandsumsatz

Der Gesamtumsatz der chemischen Industrie (einschließlich Handels- und fachfremder Umsätze) ist im Zeitraum Januar bis November letzten Jahres um 4,0 vH auf rund 130 Mrd. Euro angewachsen. Mit einem Plus von nur 0,9 vH kam dabei der Inlandsumsatz über die Stagnationsmarke kaum hinaus. Der Umsatz mit dem Ausland war dagegen im vergangenen Jahr der "Konjunktur-Treiber" mit einem kumulierten Anstieg von 6,9 vH bis zum November.

Spartendifferenzierung

Das durchschnittliche Produktionsplus von 2,2 vH in der chemischen Industrie im vergangenen Jahr verstellt den Blick dafür, dass sich dahinter eine ausgeprägte Spartendifferenzierung verbirgt. Eine solche gespaltene Konjunktur findet sich auch auf Firmenebene wieder. Generell ist zu konstatieren, dass die konsumnahen Bereiche ebenso wie die Zulieferbereiche in die Bau- und Automobilindustrie von einer konjunkturellen Erholung bislang nichts mitbekommen haben. Im Gegenteil: Hier beherrschen negative Vorzeichen das Bild. Eine gespaltene Konjunktur lässt sich in mehrfacher Hinsicht identifizieren:
- Exportorientierte Unternehmen stehen günstiger da als binnenmarktorientierte.
- Großunternehmen profitierten von der konjunkturellen Erholung mehr als kleine und mittlere.
- Während konsumnahe Bereiche stagnieren, geht das Geschäft mit Basischemikalien deutlich besser.
- Während Grundstoffproduzenten gestiegene Rohstoffkosten über die Preise weitergeben können, gelingt dies im konsumnahen Bereich praktisch nicht.

Einen Überblick über die Produktionsentwicklung in den einzelnen Sparten ist in der Tabelle rechts oben zusammengefasst.

Schwächer als Industriedurchschnitt

Vergleicht man ausgewählte Indikatoren der chemischen Industrie mit dem verarbeitenden Gewerbe insgesamt, so zeigt sich, dass die wirtschaftlichen Besserungstendenzen im verarbeitenden Gewerbe insgesamt deutlich ausgeprägter waren als in der chemischen Industrie. Dies vermittelt auch die Tabelle rechts unten.
Sowohl beim Umsatz im Inland wie im Ausland als auch bei der Produktion und ebenso bei den Erzeugerpreisen ist die chemische Industrie, verglichen mit dem Industriedurchschnitt, im Hintertreffen. Von früheren Konjunktur-Mustern wäre zu erwarten gewesen, dass die chemische Industrie als "konjunktureller Vorreiter" bessere Daten als die anderen Branchen hat. Dies ist derzeit aber nicht der Fall.

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