b) Neu geordnet: Industriemeister Chemie

Die Neuordnung des Industriemeisters Chemie ist nunmehr abgeschlossen. Die "Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Industriemeister/Geprüfte Industriemeisterin - Fachrichtung Chemie" ist im Bundesgesetzblatt am 27.09.2004 veröffentlicht worden und somit jetzt amtlich.

Differenziertes Rollenbild
Die Chemie-Sozialpartner haben in ihrer Weiterbildungs-Stiftung (WBS) im Vorfeld des Neuordnungsverfahrens die Rolle des Meisters in der sich wandelnden wirtschaftlichen und unternehmensorganisatorischen Situation ausführlich diskutiert. Ergebnis: der Industriemeister Chemie bleibt auch in Zukunft das "Bindeglied" zwischen Führungskräften und den Belegschaften. Seine Rolle ist dabei nicht nur die des fachlich kompetenten Vorgesetzten. Vielmehr stellen sich auch vermehrte Anforderungen in Sachen Führung, Information und Kommunikation. Auch hat sich gezeigt, dass es "den Meister" in dieser Form nicht mehr gibt. So sind Meister z. B. im Bereich der Automatisierung und Prozessleittechnik, der chemischen Technologie, der Syntheseplanung oder im Betriebscontrolling tätig. Sie arbeiten auf Tagschicht oder im Schichtbetrieb. Organisatorische und administrative Aufgaben gewinnen dabei ebenfalls an Bedeutung.

Meister-Update
Bei der Neuordnung des Industriemeisters Chemie wurden daher diese Anforderungen aufgenommen und auf die derzeitige und zukünftig zu erwartende Situation zugeschnitten. Die Prüfungsordnung hat - in Anlehnung an die traditionellen Meister-Ordnungen - im Kern zwei Teile:

- die fachrichtungsübergreifende Basisqualifikation
- die handlungsspezifische Qualifikation

Die fachrichtungsübergreifende Basisqualifikation, die im Grundsatz für alle Industriemeister identisch sein soll, wurde allerdings für die Bedürfnisse der chemischen Industrie und die Besonderheiten der vollkontinuierlichen Produktion entsprechend modifiziert. Dies gilt für die Bereiche rechtsbewusstes Handeln, betriebswirtschaftliches Handeln, Anwenden von Methoden der Information, Kommunikation und Planung sowie Zusammenarbeit im Betrieb. Der hier sonst übliche Punkt "Technologie" wurde stark chemiespezifisch modifiziert und in den handlungsspezifischen Teil integriert.

Im Bereich der handlungsspezifischen Qualifikationen werden die drei großen Handlungsbereiche angesprochen:
Chemische Produktion (Qualifikationsschwerpunkte: Verfahrens- und Anlagetechnik, chemische Prozesse und Verfahren, Prozessleittechnik),
Organisation, Führung und Kommunikation (Qualifikationsschwerpunkte: Personalführung und -entwicklung, betriebliches Kostenwesen, verantwortliches Handeln im Betrieb, Qualitätsmanagement, Information und Kommunikation) sowie Spezialisierungsgebiete (Qualifikationsschwerpunkte: Syntheseplanung, Automatisierungs- und Prozessleittechnik, Technologie und Betriebscontrolling).
Je nach Neigung und betrieblichen Bedürfnissen kann der Chemie-Meister im Bereich der Spezialisierungsgebiete einen dieser Themenkomplexe auswählen.
Die Prüfung erfolgt in so genannten ganzheitlichen schriftlichen Situationsaufgaben. Im Bereich Organisation, Führung und Kommunikation kommt ein Fachgespräch hinzu. Die Spezialisierungsgebiete werden durch eine schriftliche Ausarbeitung geprüft.

Basis: Chemikant
Die Neuordnung des Industriemeisters Chemie baut im Kern auf den neu geordneten Ausbildungsberuf des Chemikanten auf, der um für Meister spezifische Inhalte sowohl erweitert als auch vertieft wird.

Downloads

Typ Dateiname Dateigröße
pdf Info_11_04_Industriemeister_Chemie.pdf 23,4 KB

BAVC-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Nachrichten, Infodienste und Pressemitteilungen bequem per E-Mail

BAVC auf Twitter

Folgen Sie dem BAVC auf Twitter, um aktuelle Informationen und Neuigkeiten des Verbandes in Echtzeit zu erhalten.

BAVC-Partner

Heute Morgen Sozialpartnernetz Berufskompass Chemie Chemiepensionsfonds So.WIN mint UCI CSSA INQA Chemie hoch 3
VOILA_REP_ID=C12574AC:00338A87