a) Chemie-Arbeitskosten 2003: Kostenschub durch Sozialversicherung

Die Arbeitskosten je Beschäftigtenstunde in der westdeutschen chemischen Industrie lagen nach Berechnungen des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC) im Jahr 2003 bei 41,21 Euro. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Kostenanstieg um 2,8 vH. Überdurchschnittlich sind mit einem Plus von 3,0 vH die Personalzusatzkosten gestiegen. Sie haben mit 20,15 Euro erstmals die 20-Euro-Schwelle überschritten. Bezogen auf das Direktentgelt für geleistete Arbeit von 21,06 Euro (+2,7 vH) beläuft sich die Personalzusatzkostenquote auf nunmehr 95,7 vH. Dies ist gegenüber dem Vorjahr (95,4 vH) ein abermaliger Anstieg.

Die Arbeitskosten in der ostdeutschen Chemie-Industrie liegen deutlich niedriger.
Sie werden in einer gesonderten Berechnung veröffentlicht.

Staatlich bedingter Kostenschub

Allen Ankündigungen und Beteuerungen zum Trotz ist der staatlich beeinflusste Teil der Personalzusatzkosten im vergangenen Jahr weiter deutlich angestiegen. Kostentreiber waren dabei insbesondere die Rentenversicherung mit einem Beitragsanstieg von 19,1 auf 19,5 vH bei einer gleichzeitigen Ausweitung der Beitragsbemessungsgrenze um über 13 vH. Auch bei der Krankenversicherung gab es einen Anstieg der Beitragssätze, nämlich von 14,0 auf 14,3 vH im vergangenen Jahr.

65.037 Euro pro Jahr

Die Arbeitskosten je Chemie-Arbeitnehmer betrugen im Jahr 2003 durchschnittlich 65.037 Euro. Bei einer praktisch unveränderten effektiven Jahresarbeitszeit ergibt sich mit einem Plus von 2,8 vH die gleiche Anstiegsrate wie auf Stundenbasis. Dies gilt in ähnlicher Weise auch für das Entgelt für geleistete Arbeit, das sich auf Jahresbasis um 2,6 vH auf 33.233 Euro erhöhte sowie für die Personalzusatzkosten, die sich um 3,0 vH auf 31.804 Euro erhöhten.

Höherer Vorsorgeaufwand

Stark gestiegen ist im vergangenen Jahr insbesondere der Aufwand für Vorsorgeeinrichtungen. Die Personalzusatzkostenquote in diesem Bereich hat sich um 0,4 Punkte auf 42,4 vH erhöht. Dies war insbesondere getragen von dem Beitragsanstieg in der Renten- und Krankenversicherung, aber auch durch höhere Aufwendungen für die betriebliche Altersvorsorge.
Die Entwicklung der Zusatzkostenblöcke im Einzelnen:

Sonderzahlungen
Die Höhe der Sonderzahlungen, also der Gratifikationen, des 13. Monatsentgelts (Jahresleistung), des Urlaubsgeldes und der vermögenswirksamen Leistungen ist 2003 bezogen auf das Direktentgelt auf 20,8 vH (2003: 20,9 vH) zurückgegangen. Dies hängt ursächlich mit einem Rückgang der Gratifikationen von 17,2 auf 17,1 vH zusammen. Hier spielt zum einen die Möglichkeit der Entgeltumwandlung zugunsten der betrieblichen Altersvorsorge, zum anderen die zunehmend ertragsabhängige Gestaltung der Jahresleistung aufgrund der tarifvertraglichen Regelungen in der Chemie eine Rolle.

Arbeitsfreie Tage
Bei der Vergütung für arbeitsfreie Tage, also für bezahlten Urlaub, für bezahlte Krankheit und bezahlte Feiertage, hat sich mit einer Quote von 23,3 vH eine Konsolidierung ergeben. Dies war allerdings beeinflusst durch unterschiedliche Tendenzen. Während der Anteil für bezahlte Krankheitstage um 0,2 Punkte auf 4,4 vH angestiegen ist, hat sich der Anteil für bezahlte Feiertage kalenderbedingt im gleichen Umfang auf nunmehr 5,1 vH vermindert.

Vorsorgeaufwand
Hinter der erhöhten Quote für den Vorsorgeaufwand (42,4 vH) verbirgt sich ein
Anstieg der Zusatzkostenquote bei der Rentenversicherung um 0,2 Prozentpunkte sowie der Kranken-/Pflegeversicherung und der betrieblichen Altersvorsorge von jeweils 0,1 Prozentpunkten (vgl. Tabelle auf Seite 5).

Sonstige Personalzusatzkosten
Im Bereich der sonstigen Personalzusatzkosten hat sich per Saldo ebenfalls eine Stabilisierung bei 9,2 vH ergeben. In diesen Kosten sind z. B. die Ausgaben für Aus- und Weiterbildung, für Entlassungsentschädigungen, für Belegschaftseinrichtungen, aber auch für Aufstockungsbeträge zum Entgelt im Rahmen der Altersteilzeit enthalten.

Prognose 2004
Für das Jahr 2004 sind von der Sozialversicherung her keine großen Änderungen zu erwarten. Die Beitragssätze zur Sozialversicherung blieben im ersten Quartal 2004 gegenüber dem Jahresdurchschnitt 2003 unverändert. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung bestehen Hoffnungen auf ein Absinken des Beitragssatzes von zur Zeit 14,3 auf etwa 14,0 vH zum Jahresende. Selbst wenn es hierzu käme, ginge dadurch die Zusatzkostenquote im Jahresdurchschnitt aber nur um 0,1 Prozentpunkte
zurück.
In der BAVC-Berechnung, in die auch Änderungen bei den bezahlten Feiertagen eingehen, wird sich allerdings eine deutliche Verschiebung ergeben, da in diesem Jahr mehrere Feiertage zusätzlich auf ein Wochenende fallen. Dies hat zur Folge, dass die effektive Jahresarbeitszeit deutlich länger als 2003 sein wird. Dies wird voraussichtlich dazu beitragen, dass die Personalzusatzkostenquote erstmals wieder zurückgeht.

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