a) Unsere Meinung:Sommertheater

Bereits im vergangenen Jahr war die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche eines der Themen der politischen Sommerpause. Ausgelöst wurde die Diskussion damals durch die Forderung der CDU-Vorsitzenden Merkel, im Westen müsse wieder genau so lange gearbeitet werden wie in Ostdeutschland. Das Thema beherrschte kurzzeitig die Schlagzeilen und verschwand alsbald wieder in der Versenkung. In diesem Sommer wiederholt sich pünktlich das Schauspiel mit "neuer Besetzung". Forderungen und Empfehlungen überbieten sich zum Teil gegenseitig. Dabei geht manches sachlich durcheinander und zeugt oft von wenig Praxiserfahrung.

Merkwürdig ist es z. B., wenn ausgerechnet erklärte Gegner des Flächentarifs, die diesen wegen seiner angeblichen Starrheit abschaffen wollen, nun die flächendeckende Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche per Tarifvertrag fordern. In den zuständigen Arbeitgeberverbänden ist dies dagegen kein aktuelles Thema. Gefragt sind flexible und firmenindividuelle Lösungen. Sie werden von Arbeitszeitexperten und Praktikern für besser und wettbewerbsgerechter gehalten.

Typischerweise berücksichtigt die kontroverse politische Diskussion auch nicht die tatsächliche Lage in den Tarifbereichen. So gibt es in der chemischen Industrie bereits seit 1994 einen Arbeitszeitkorridor. Die Arbeitszeit in den Chemie-Unternehmen kann bei Bedarf von der tariflichen Wochenarbeitszeit (37,5 Stunden) abweichen und
zwischen 35 und 40 Stunden schwanken. Unternehmensleitung und Betriebsrat können dies je nach Erfordernis vereinbaren. In der ostdeutschen chemischen Industrie beträgt die Wochenarbeitszeit ohnehin
40 Stunden.

Flexibilisierungen: Von Kostenentlastung bis Gewinnbeteiligung

Über dieses Beispiel hinaus haben die Tarifparteien der chemischen Industrie in den letzten Jahren zahlreiche Flexibilisierungen und Öffnungen in den Flächentarifverträgen der chemischen Industrie verankert. Sie verschaffen den Unternehmen im Bedarfsfall beträchtliche Kosten- und Effizienzspielräume. Auch das aktuell diskutierte Thema Gewinnbeteiligung und erfolgsorientierte Entlohnung ist Gegenstand solcher Klauseln (siehe Seite 7).
Dadurch, dass alle diese Regelungen durch Vereinbarungen zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat zustande kommen, ist ein fairer Interessenausgleich gewährleistet. Ihre abschließende Gültigkeit erhalten die Regelungen durch Bestätigung der Bundestarifvertragsparteien, BAVC und IG BCE. Diese Vereinbarungen haben bereits in zahlreichen Fällen zum Erhalt von Standorten und zur Beschäftigungssicherung beigetragen. BAVC und IG BCE haben in einer gemeinsamen Erklärung den tarifgebundenen Unternehmen der chemischen Industrie ausdrücklich zugesagt, sie auch weiterhin bei der Anwendung der Flexibilisierungsklauseln zu unterstützen.

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