Unsere Meinung:Wünsche und Realitäten

Seit Monaten verkündet die Bundesregierung bei jeder Gelegenheit den Aufschwung. Selbst Nachrichten wie die, dass Deutschland (wieder) Exportweltmeister ist, müssen als Beleg dafür herhalten. Die Exporterfolge sind allerdings weniger ein Indiz für einen Aufschwung als für eine bislang intakte Handelsposition (siehe Seite 4). Tatsächlich sind Konsum und Binnenkonjunktur in Deutschland weiterhin flau. Auch in der chemischen Industrie sind noch immer keine konkreten Anzeichen für einen Aufschwung sichtbar. Zwar sind die "Stimmungs- und Erwartungsindikatoren" seit Monaten hoch, sie schlagen sich aber nicht in Aufträgen oder Produktion nieder. Dies müsste bei einem bevorstehenden Aufschwung aber der Fall sein, denn die Chemie ist ein klassischer Konjunkturfrühstarter. Der in jüngster Zeit wieder abgesackte Ifo-Konjunkturindex bestärkt indes die Zweifel an einem robusten Aufschwung.

Das Statistische Bundesamt bestätigt mit aktuellen amtlichen Zahlen, dass 2003 für die chemische Industrie ein Stagnationsjahr gewesen ist. Das Produktionswachstum ist auf Null zurückgefallen. Die Produktivitätsrate liegt bei mageren 0,1 vH. Während die Beschäftigung in etwa gehalten wurde, sind die Lohnstückkosten um 2,3 vH gestiegen.
In diese Situation stößt die Forderungsempfehlung des IG BCE-Hauptvorstandes zur Tarifrunde 2004 in Höhe von 3,5 vH. Sie geht sichtbar an der Realität vorbei. Ein Konjunkturwunschdenken dürfen sich die Tarifparteien aber nicht leisten. Sie müssen im Interesse von Standort und Arbeitsplätzen verantwortlich handeln. Es ist deshalb unbedingt erforderlich, dass die Tarifverhandlungen auf der Basis einer realistischen Bewertung der Wirtschaftslage stattfinden. Die Chemie-Unternehmen können sich nicht gleichzeitig im internationalen Kostenwettbewerb behaupten, eine mehrjährige Konjunkturflaute durchstehen, dabei die Beschäftigung sichern, die Zahl der Ausbildungsplätze kontinuierlich anheben und von Jahr zu Jahr kräftige Tariferhöhungen bewältigen.

Nach zwei Jahren mit realen tariflichen Einkommensverbesserungen für die Chemiebeschäftigten trotz Dauerflaute in der Branche muss das Tempo der Tarifentwicklung deutlich zurückgenommen werden.

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