Vor der Chemie-Tarifrunde:Aufschwung unterstützen!

Die bevorstehende Tarifrunde in der chemischen Industrie trifft auf eine Branche, deren Unternehmen drei Jahre Konjunkturflaute hinter sich haben. Zwar gibt es Hoffnungen und positive Erwartungen, aber noch keine konkreten Fakten, die einen Aufschwung erkennen lassen (siehe Branchenbericht Seite 6). Ob und wie stark die Chemie-Konjunktur 2004 tatsächlich anspringt, hängt von einer Reihe externer und interner Risiko-Faktoren ab. Hierzu gehören u. a. der Wechselkurs des Euros zum Dollar und die Rohstoffkosten, von denen die stark exportorientierte deutsche chemische Industrie in besonders starkem Maß abhängt.

Neue Chemie-Konkurrenten

Ein zusätzliches Wettbewerbsproblem wird ab 1. Mai auftauchen. Mit dem EU-Beitritt der mittel- und osteuropäischen Länder treten für die deutsche chemische Industrie neue Konkurrenten auf den Plan, die deutliche Kostenvorteile haben. Länder wie z.B. Polen, Tschechien und Ungarn verfügen über leistungsfähige chemische Industrien. Die Chemie-Arbeitskosten je Beschäftigtenstunde machen dort im Schnitt weniger als ein Fünftel der deutschen Kosten aus. Damit entsteht in Mitteleuropa schon kurzfristig ein verstärkter Verdrängungswettbewerb um Produktionsstandorte und Arbeitsplätze. Diese Problematik darf nicht verschärft werden, wenn der nächste Aufschwung nicht an den Betrieben und Arbeitsplätzen in Deutschland vorbei laufen soll.

Tarifliche Verschnaufpause

Zu den Bestimmungsfaktoren der Chemie-Tarifrunde 2004 gehört auch, dass die Konjunktur-Prognosen, die den Tarifverhandlungen 2003 zugrunde lagen, sich im Nachhinein als zu positiv herausgestellt haben. Die Chemie-Wirtschaft ist über eine Stagnation nicht hinaus gekommen. Trotzdem hat es mit dem Tarifabschluss 2003 wie schon 2002 für die Chemie-Arbeitnehmer ein reales Einkommensplus gegeben. Der Tarifanstieg lag deutlich über der Produktivitätsentwicklung. Für die Chemie-Unternehmen ist deshalb in diesem Jahr eine Verschnaufpause bei den Personalkosten, d. h. ein deutliches Abbremsen der Tarifentwicklung, unbedingt erforderlich.

Deutschland, die deutsche Wirtschaft und die chemische Industrie brauchen dringend einen Aufschwung. Die Politik hat mit den Reformen auf dem Arbeitsmarkt, im Sozialbereich und bei den Steuern endlich erste Schritte zur Verbesserung der Rahmenbedingungen unternommen. Die Unternehmen haben sich in der vergangenen Schwächeperiode neu aufgestellt. Nun müssen auch die Tarifparteien ihren Beitrag leisten, damit der erhoffte Aufschwung nicht wie in den Vorjahren versandet.

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