Tarifeinkommen - Preise - Produktivität:Tarife auf der Überholspur

Im Jahr 2003 hat sich die Entwicklung der Tarifentgelte und Realeinkommen weiter von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt.

Dies geht aus einer Analyse des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC) hervor.

Stabiles Preisniveau

Die Inflationsrate in Deutschland bewegt sich nun schon seit mehreren Jahren auf niedrigem Niveau. Im Jahr 2003 lag der Preisanstieg bei nur noch 1,1 vH, und auch die Prognosen für 2004 sehen einen Anstieg von unter 1,5 vH voraus. Von Januar 2000 bis Ende 2003 stiegen die Verbraucherpreise insgesamt nur um rund 5 vH.

Realeinkommenszuwachs

Während die moderate Entwicklung der Chemie-Tarifentgelte in den Jahren 2000 und 2001 im Großen und Ganzen mit dem Preisverlauf in Übereinstimmung lag, sind die Tariferhöhungen der Jahre 2002 und 2003 merklich darüber hinaus gegangen. Dies hat zu einem deutlichen Realeinkommensanstieg für die Chemie-Beschäftigten geführt. Im Ergebnis sind die Tarifentgelte in den Jahren 2000 bis 2003 doppelt so schnell gestiegen wie das Preisniveau.

Produktivität fällt zurück

Die Messung der Branchenproduktivität der chemischen Industrie ist durch Probleme bei der Berechnung des ihr zugrunde liegenden Index der Nettoproduktion durch das Statistische Bundesamt erschwert. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind die zur Zeit ausgewiesenen Werte sowohl für die Nettoproduktion als auch die daraus abgeleitete Produktivität für die Jahre 2002 und 2003 zu hoch.
Doch obwohl dies so ist, erreicht die aus dieser amtlichen Statistik entnommene Chemie-Produktivitätsentwicklung im Zeitraum 2000 bis 2003 insgesamt nicht das Tempo der Tarifentgelt-Steigerung.

Tarifanstieg über Produktivität

Dabei war die Produktivitätsentwicklung 2000 zunächst positiv. 2001 brach sie jedoch ein und fiel auf das Niveau des Jahres 2000 zurück. Die überzeichnete Steigerung am Jahresbeginn 2002 führte zunächst wieder zu einer statistischen Annäherung der Entwicklung von Tarifentgelten und Produktivität. Seit dem 2. Quartal 2003 - also dem Zeitpunkt der Tariferhöhung im vergangenen Jahr - sank die Produktivität der chemischen Industrie bis zum Jahresende jedoch beständig. Ende 2003 lag sie dann nicht einmal 3 vH höher als Anfang 2000. Die Tarifentgelte stiegen im gleichen Zeitraum aber um über 10 vH, also mehr als dreimal so stark.

Beschäftigungsniveau gehalten

Trotz des damit verbundenen überproportionalen Anstiegs der Chemie-Arbeitskosten konnte die Zahl der Beschäftigten im Jahr 2003 - in der Abgrenzung der amtlichen Statistik - weitgehend stabil gehalten werden. Entgegen der Prognose des BAVC aus dem ersten Quartal 2003 (-0,75 vH), lag der tatsächliche Rückgang nur bei 0,2 vH. Die Zahl der Chemie-Beschäftigten ist damit bereits im dritten Jahr in Folge auch in der amtlichen Statistik weitgehend konstant geblieben.

Der Beschäftigungsverlauf in der chemischen Industrie steht somit im deutlichen Gegensatz zur Entwicklung in der deutschen Industrie insgesamt. Während die Zahl der Arbeitnehmer Ende 2003 in der Chemie nur um rund 1 vH unter dem
Niveau des Jahresanfanges 2000 lag, ist
im verarbeitenden Gewerbe insgesamt ein Beschäftigungsabbau von über 3 vH festzustellen.

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