Chemie-Konjunktur: Noch kein Aufschwung

Die Chemie-Konjunktur ist auch im Jahr 2003 weitgehend enttäuschend verlaufen. Eine wirkliche Belebung der wirtschaftlichen Situation hat nicht stattgefunden. Sogar die vorsichtigen Prognosen des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC) in der letztjährigen Tarifrunde haben sich im Nachhinein noch als zu positiv herausgestellt. Die damals angenommene Steigerung der Produktion um 0,75 vH ist verfehlt worden. Auf Grundlage der aktuell vorliegenden amtlichen Daten (bis einschließlich Oktober 2003) ist allenfalls von einer nahe bei der Stagnationsmarke liegenden Produktionsrate von 0,5 vH auszugehen. Die im Frühjahr prognostizierte Steigerung des Gesamtumsatzes um 1,5 vH dürfte voraussichtlich in etwa gehalten werden. Dabei stiegen die Erzeugerpreise sogar etwas stärker als ursprünglich angenommen, was dem nominalen Gesamtumsatz eigentlich zu einem größeren Anstieg hätte verhelfen müssen. Der Anstieg der Erzeugerpreise um voraussichtlich 1,5 vH im Jahr 2003 ist dabei fast ausschließlich auf die Preissteigerungen in den rohölnahen Bereichen im ersten Halbjahr zurückzuführen. Schon seit dem zweiten Quartal 2003 sinken die Chemie-Erzeugerpreise wieder auf breiter Front.

Beschäftigung stabil

Entgegen dem erwarteten Abfall der Beschäftigung um 0,75 vH war die Entwicklung im Jahresverlauf 2003 weitgehend stabil. Dies dürfte auch für den Jahresdurchschnitt gelten.

Nach den teilweise deutlichen Rückgängen der Beschäftigung in der zweiten Hälfte der 90er Jahre - die u. a. durch ein umfangreiches Outsourcing von unternehmensnahen Dienstleistungen getrieben wurden - ist der Beschäftigungstrend in der chemischen Industrie in den vergangenen Jahren stabil gehalten worden. Schon seit Beginn des Jahres 2000 bewegen sich die Beschäftigungszahlen bei etwa 465.000 Beschäftigten. (In der engen Abgrenzung der amtlichen Statistik für die chemische Industrie. Nicht erfasst sind weite Teile der unternehmensnahen Dienstleistungen und verwandter Branchen. Diese sind jedoch vielfach auch Mitglieder der Chemie-Arbeitgeberverbände).

Tarifliche Flexibilisierungsmaßnahmen

Angesichts der konjunkturellen Stagnation der vergangenen Jahre in der chemischen Industrie ist dies eine beachtenswerte Entwicklung, die vielfach nur durch Inanspruchnahme tariflicher Flexibilisierungsmaßnahmen in den Betrieben erreicht werden konnte.

Produktivität schwach

Die Chemie-Produktivität wird deshalb im Jahr 2003 voraussichtlich nur um 0,5 vH, statt - wie erwartet - um 1,5 vH steigen.

Produktion rückläufig

Die Nettoproduktion der chemischen Industrie ist im Jahresverlauf 2003 nach Maßgabe der amtlichen Daten sogar rückläufig. Nachdem sie im ersten Halbjahr 2003 noch auf dem Niveau des Jahresendes 2002 verharrte, ist in der saisonbereinigten Betrachtung ab dem dritten Quartal ein Negativ-Trend zu beobachten.

Aussichten für 2004

Wenn nicht bereits unmittelbar zum Jahresbeginn 2004 ein deutlicher Aufwärtstrend bei der Produktion einsetzt, ist schon aufgrund des statistischen Basis-Effektes im Jahresdurchschnitt 2004 kaum ein nennenswertes Produktionswachstum zu erreichen. So geht der VCI-Präsident Dr. Jürgen Hambrecht in seiner Anfang Dezember 2003 vorgestellten Prognose davon aus, dass auch ein allgemeiner wirtschaftlicher Aufschwung im Jahr 2004 für die chemische Industrie nur eine moderate Erholung mit einem Produktionswachstum von bestenfalls 1,5 vH bringen wird.


Hinweis zur amtlichen Produktionsstatistik Chemie:
Die aus der amtlichen Statistik (Statistisches Bundesamt) stammenden Daten zur Produktion und Produktivität sind zurzeit durch statistische Probleme verzerrt. Die mehrfach verschobene Umstellung der amtlichen Statistik auf das Basisjahr 2000 soll nach Darstellung des Statistischen Bundesamtes diese Probleme weitgehend beheben. Die Umstellung wird nun für Februar 2004 erwartet. Es ist mit teilweise deutlichen Korrekturen der Daten der Jahre seit 1995 zu rechnen.

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