EMNID-Repräsentativumfrage:Niedrigere Rentenbeiträge gefragt

51 vH aller Deutschen wünschen sich
eine niedrigere Beitragsbelastung in der Rentenversicherung. Sie nehmen dafür ein später niedrigeres Rentenniveau in Kauf.
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Debatte über die Reform der Rentenversicherung bröckelt die Solidarität. Inzwischen ist fast ein Viertel der Deutschen (23 vH) der Meinung, dass Junge und
Alte nicht zu gegenseitiger Solidarität verpflichtet sind.
Eine relative Mehrheit von 41 vH vertritt die Auffassung, dass vor allem die Jüngeren höhere Abgabenbelastungen zugunsten der Alten und Rentner akzeptieren müssen.
Etwa ein Drittel aller Befragten (31 vH) sind der gegenteiligen Meinung, nämlich dass die Älteren zugunsten der Jüngeren auf einen Teil ihres Alterseinkommens verzichten müssen.

Das sind Ergebnisse einer demoskopischen Repräsentativumfrage, die das EMNID-Institut im Auftrag des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC) durchgeführt hat. Die Umfrage mit dem Thema "Reformpolitik - Generationsvertrag - Sozialstandards im Wettbewerb" wurde Anfang November abgeschlossen. Befragt wurde eine repräsentative Bevölkerungsstichprobe von 2070 Personen in Ost- und Westdeutschland. Der BAVC veröffentlicht einen ersten Teil der Untersuchung.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Mehrheit für niedrigere Beitragsbelastung
Frage: "Die gesetzliche Rentenversicherung ist ohne Einschnitte nicht mehr zu finanzieren. Entweder die Beitragsbelastung des Einzelnen muss steigen oder das Rentenniveau muss sinken. Was finden Sie persönlich besser?"
Mit 51 vH spricht sich der Umfrage zufolge eine absolute Mehrheit aller Bürger für eine niedrigere Beitragsbelastung während ihrer aktiven Zeit aus. Dafür würde später ein niedrigeres Rentenniveau akzeptiert. 44 vH der Befragten bevorzugt dagegen später ein ungemindertes Rentenniveau. Dafür würden sie steigende Beitragsbelastungen in den kommenden Jahren in Kauf nehmen. 5 vH der Befragten machten keine Angabe. Die Präferenz niedriger Beitragsbelastungen zieht sich erkennbar durch alle wesentlichen Befragtengruppen.
Personen im Alter von 65 Jahren und darüber haben ein gegensätzliches Interesse.
Sie wollen mehrheitlich (50 vH) das heutige Rentenniveau beibehalten.
Die Umfrageergebnisse legen nahe, dass die Deutschen bereits auf die laufende Rentendiskussion und die gestiegene Abgabenbelastung reagieren. Ein zukünftig niedrigeres Rentenniveau wird offensichtlich schon unterstellt. Vorrangig erscheint daher ein höheres verfügbares Nettoeinkommen, mit dem im Zweifel auch mehr private Vorsorge betrieben werden kann.

Solidarität bröckelt
Frage: "Es gibt immer mehr alte und immer weniger junge Menschen in Deutschland. Das führt zu Problemen in der Sozialversicherung. Welcher der folgenden Aussagen stimmen Sie am ehesten zu?"
Vor dem Hintergrund der kontrovers geführten Debatte über die Sicherheit der Renten bröckelt die Solidarität zwischen den Generationen. So ist fast ein Viertel aller Befragten (23 vH) inzwischen der Auffassung, dass die Deutschen nicht zu gegenseitiger Solidarität verpflichtet sind. Junge und Alte sollten vielmehr für sich selbst sorgen.
Der Rest der Bevölkerung ist gespalten in der Frage, welche Altersgruppen zur Sanierung der Rentenversicherung den Hauptbeitrag leisten sollten. Eine relative Mehrheit von 41 vH vertritt die Auffassung, dass vor allem die Jüngeren höhere Abgabenbelastungen zu Gunsten der Rentner akzeptieren müssen. Ein knappes Drittel (31 vH) ist genau der gegenteiligen Meinung, dass nämlich die Älteren zu Gunsten der Jüngeren auf einen Teil ihres Alterseinkommens verzichten sollten.

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