Chemiker-Arbeitsmarkt ausgeglichen

"Den Arbeitsämtern wurden im Jahr 2002 ein Drittel weniger Stellen für Chemiker gemeldet als im Vorjahr. Gleichwohl kann dieser Teilarbeitsmarkt als relativ ausgeglichen angesehen werden. Wenn sie regional mobil waren, fanden Chemiker durchaus Stellenangebote vor." Mit dieser Aussage umschreibt die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) - zuständig für die Vermittlung von besonders qualifizierten Fach- und Führungskräften - die Lage der Chemiker im vergangenen Jahr.

"Sucharbeitslosigkeit"

Zwar sind die Stellenangebote bei der ZAV um ein Drittel auf 1.200 zurückgegangen, aber die Anzahl der registrierten Arbeitslosen ist mit 2,8 vH nur geringfügig auf 3.700 angestiegen. Die Arbeitslosigkeit konzentriert sich dabei insbesondere auf die sogenannte "Sucharbeitslosigkeit", die bei entsprechender regionaler und beruflicher Mobilität kurzfristig in Beschäftigung umge-setzt werden kann. Dies ist auch der Grund, warum nur wenige Absolventen als arbeitssuchend gemeldet sind. Ausdrücklich weist die ZAV darauf hin, dass bei der rückläufigen Zahl an angebotenen Stellen zu bedenken ist, dass Besetzungen zunehmend nicht direkt über das Arbeitsamt laufen. Vielmehr spielt die aktive Jobsuche über die einschlägige Fachpresse, überregionale Zeitungen und Internetbörsen einschließlich des Stelleninformationssystems der Bundesanstalt für Arbeit eine zunehmende Rolle.

Breites Bedarfsspektrum

Sofern Stellen gemeldet wurden, kamen diese überwiegend aus Universitäten und Forschungsinstituten sowie aus der pharmazeutisch-chemischen Industrie, dort sowohl aus Groß- als auch aus Kleinbetrieben. Stellen als wissenschaftliche Mitarbeiter in der Forschung an Hochschulen boten zumeist die Möglichkeit zu promovieren und waren zeitlich befristet. Kleine Firmen suchten dagegen Mitarbeiter für die anwendungsorientierte Forschung oder auch in der Produktion und im Produktmanagement. Auch Unternehmen der Lebensmittelchemie und kleine Labore stellten im Jahresverlauf Chemiker ein. Ebenso wurden Mitarbeiter im Vertrieb, in der Medizintechnik, Pharmaberater und Klinikreferenten gesucht. Wenngleich die Situation der Biotechnologie-Firmen schwieriger wurde, gab es auch hier weiterhin qualifizierten Personalbedarf.

Interdisziplinäre Qualifikation

Da häufig ein interdisziplinäres Qualifikationsprofil erwartet wurde, kamen für einige Stellen oftmals Biologen, Biochemiker und Chemiker gleichermaßen in Frage. Die Bewerber mussten teilweise erhebliche Spezialanforderungen erfüllen. Abhängig von der jeweiligen Position waren z.B. Kenntnisse in der Analytik, in der Verfahrenstechnik, der Qualitätssicherung, der Bioinformatik, der Labormedizin oder der Nanotechnologie gefragt.
Dabei hat sich nach Auffassung der ZAV die Einstellungspolitik der Unternehmen angesichts der prekären wirtschaftlichen Entwicklung weiter gewandelt: Gesucht und eingestellt werden in der Regel nur noch "passgenaue" Bewerber, die sofort einsatzfähig sind und intern nicht noch weiter speziell qualifiziert werden müssen. Als Einstellungskriterium wurde auch der Bereich der "soft skills" wichtiger. So legten die Arbeitgeber Wert auf Eigeninitiative, Teamfähigkeit und Präsentationsvermögen.

Chancen auch ohne Promotion

Auch ohne Promotion tun sich auf dem Chemiker-Arbeitsmarkt zunehmende Chancen auf. Junge Bewerber, die statt dessen mit betriebswirtschaftlichen Grundlagenkenntnissen oder Erfahrungen im Projektmanagement aufwarten konnten, hatten auch ohne Promotion gute Einstiegsmöglichkeiten. Jedoch ist der Doktortitel in Positionen der Forschung und Entwicklung und in Aufgabenfeldern mit repräsentativem Charakter bei den Unternehmen nach wie vor erwünscht.  

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