BAVC zur Chemie-Tarifrunde:Krisengerechter Abschluss gefragt

Der Auftakt der Chemie-Tarifrunde 2003 am 20. März in Darmstadt stand unter dem Vorzeichen des Kriegs im Irak, der wenige Stunden zuvor ausgebrochen war. Nach anfänglichen Erfolgsmeldungen zeichnet sich inzwischen ab, dass der Krieg länger, schmutziger und auch teurer sein wird als vielfach erwartet. Die Siegeszuversicht, die zunächst ein Kursfeuerwerk an den Börsen auslöste, weicht einer Ernüchterung. Die militärische Lage im Irak wird schwieriger und auch die politischen Verhältnisse in der Region komplizieren sich. Der Ölpreis, der in den ersten Tagen nach Kriegsbeginn gesunken war, ist wieder angestiegen und schwankt heftig.

Es sieht also nicht nach jenem schnellen Sieg aus, der nach Ansicht der Experten auf die lahmende Weltkonjunktur eher sogar einen stimulierenden Einfluss gehabt hätte (siehe Seite 2). Vielmehr ist nun zu befürchten, dass sich die negativen Auswirkungen anhäufen. Besorgte Stimmen warnen bereits, dass die deutsche Wirtschaft in die Rezession abrutschen könnte.

Keine Erholung in Sicht

Ähnliches gilt für die chemische Industrie. Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) hat die Wachstumsprognose für das Jahr 2003 auf ¾ Prozent zurückgenommen. Aber auch sie basiert auf der Prämisse eines kurzen Irak-Krieges. Dieses Szenario wird nun aber immer unwahrscheinlicher. Vor allem die unkalkulierbare Entwicklung des Ölpreises ist für die chemische Industrie besonders riskant, weil für sie das Erdöl sowohl Rohstoff als auch Energieträger ist.

In den Chemie-Tarifverhandlungen haben die Arbeitgeber auf diese Problematik wiederholt und eindringlich hingewiesen. Sie haben deutlich gemacht, dass entgegen der gewerkschaftlichen Darstellung die wirtschaftliche Lage der Chemie sich gegenüber dem Vorjahr verschlechert hat. Eine Erholung im Jahr 2003 ist derzeit nicht in Sicht und wird mit zunehmender Dauer des Irak-Krieges immer unwahrscheinlicher. Nach Auffassung der Chemie-Arbeitgeber ist daher nicht nur ein moderater, sondern ein krisengerechter Tarifabschluss erforderlich.

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