BAVC Konjunktur-Analyse Chemie: Hohe Risiken

Die Aussichten für die Chemie-Konjunktur haben sich nach einer aktuellen Analyse des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC) weiter eingetrübt. Der militärische Konflikt im Irak und insbesondere sein bisheriger Verlauf, der nicht auf ein sehr schnelles Ende schließen lässt, haben die Unsicherheiten für die Branche nochmals erhöht.

Chemie-Produktion stagniert seit 2000

Die Produktion der chemischen Industrie ist seit 2000 per saldo nicht gestiegen.
Nach einem Durchschnitt von 119,7 Index-Punkten im Jahr 2000 brach die Produktion im konjunkturellen Krisenjahr 2001 auf 116,5 Index-Punkte ein.

Zum Jahresbeginn 2002 deutete sich zunächst eine konjunkturelle Erholung an, die vielfach als Anzeichen eines beginnenden konjunkturellen Aufschwungs interpretiert wurde. Im Nachhinein betrachtet waren die Produktionssteigerungen im vierten Quartal 2001 sowie im ersten Quartal 2002 jedoch ein Strohfeuer. Die Produktion stieg nicht weiter, sondern verharrte das ganze Jahr knapp unter dem Niveau des ersten Quartals.
Im Jahresdurchschnitt 2002 wurde gerade wieder das Niveau des Jahres 2000 erreicht.

Geschäftserwartungen rückläufig

Ein Blick auf die vom ifo-Institut erhobenen Geschäftserwartungen der Chemie-Branche lassen für die kommenden Monate bis weit in das Jahr 2003 hinein keine Besserung dieser konjunkturellen Stagnation erwarten.

Nach einem heftigen Absturz der Geschäftserwartungen infolge der Terror-Anschläge vom 11.9.2001 stiegen diese zwar ab November 2001 deutlich an. Entsprechende Produktionsanstiege wurden im ersten Quartal 2002 auch realisiert. Nach einem Höchstwert im März 2002 ist der Indikator der Geschäftserwartungen seither aber im Zick-Zack-Kurs beständig gesunken. Angesichts der Verzögerung, mit der die tatsächliche Chemie-Konjunktur diesem Indikator in der Regel nachfolgt, ein klares Indiz dafür, dass für 2003 auch schon vor Ausbruch des Irak-Krieges keine Aufschwung-Hoffnung existierte.

Revidierte Chemie-Prognose ...

Angesichts der aktuellen Chemie-Konjunktur-Analyse sowie der konjunkturellen und politischen Weltlage, hat der BAVC seine Konjunktur-Prognose für die chemische Industrie für das Jahr 2003 in den letzten Wochen nach unten revidiert. Die Prognose, die auch im Rahmen der ersten Runde der Chemie-Tarifverhandlungen am 20.03.2003 präsentiert wurde, rechnet für 2003 nur noch mit einem Anstieg der Produktion um rund ¾ vH.

Mit extremen Unsicherheiten behaftet ist die weitere Entwicklung der Erzeugerpreise für chemische Produkte. Ein wichtiger Einflussfaktor für diese Größe ist einerseits die weitere Entwicklung der Rohstoffpreise, und hier insbesondere des Rohölpreises. Zum anderen ist fraglich, ob steigende Rohstoffkosten an den Märkten weitergegeben werden können. Im vergangenen Jahr war dies praktisch kaum möglich. Für das Gesamtjahr 2003 geht der BAVC zurzeit noch von einem Anstieg der Erzeugerpreise um rund 1 vH aus. Der Gesamtumsatz der
Chemie-Branche dürfte sich im Jahr 2003 damit um etwa 1½ vH erhöhen.

... mit Unsicherheiten

Sofern die konjunkturelle Entwicklung in etwa im Rahmen der vorgezeichneten Bahnen verläuft und keine weiteren Einbrüche der Weltkonjunktur zu verzeichnen sind, ist von einer Beschäftigtenzahl im Jahresdurchschnitt 2003 auszugehen, die um etwa ¾ vH unter der des Vorjahres liegen wird. Die Chemie-Produktivität würde damit nur im Gleichschritt mit der Entwicklung der gesamtwirtschaftlich prognostizierten Produktivität in Deutschland verlaufen.

Aber auch diese revidierte Prognose zur Entwicklung der Chemie-Konjunktur ist angesichts der augenblicklichen Lage mit einer Vielzahl von Unsicherheiten behaftet.

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