BAVC zur Chemie-Konjunktur 2003: Trübe Aussichten

Das Chemie-Jahr 2002 war durch ein Wechselbad der Gefühle gekennzeichnet. Der Jahresbeginn stand noch unter dem Eindruck der Terror-Anschläge vom September 2001 und der folgenden Konjunktureinbrüche. Im Frühjahr regte sich die Hoffnung auf einen baldigen Aufschwung. Doch je mehr Zeit verging, desto weiter wurden diese Hoffnungen nach hinten geschoben, bis am Jahresende 2002 schließlich fraglich erschien, ob überhaupt in absehbarer Zeit mit einem nennenswerten Aufschwung zu rechnen ist.

Auf dem Papier ergibt sich für 2002 zwar ein Produktionsplus von gut 2 vH, de facto bedeutet dies aber nichts anderes, als dass die Produktionsrückgänge des Jahres 2001 wieder knapp wettgemacht werden konnten. Echtes Wachstum fand nicht statt.

Prognose-Korrekturen

Nach der mehrfach zu optimistischen Einschätzung der Aussichten der Chemie-Konjunktur im vergangenen Jahr sind die Prognosen für das Jahr 2003 nun vorsichtiger geworden. Zwar existiert noch immer die Hoffnung auf einen Konjunkturaufschwung, allerdings wird nicht mehr mit dem Eintreten dieses Aufschwungs vor der zweiten Jahreshälfte 2003 gerechnet. Die erwartete Stärke dieses Aufschwungs wird allgemein als "moderat", "bescheiden" oder gar "geringfügig" umschrieben.

Vielfältige Risiken

Die deutlich vorsichtigere Grundstimmung in den Prognosen für das Jahr 2003 begründet sich auch in den Risiken für die weitere (welt-) wirtschaftliche Entwicklung. Das Damokles-Schwert eines militärischen Konfliktes im Irak schwebt nach wie vor über allen Konjunkturprognosen. Die möglichen Auswirkungen eines solchen Krieges, insbesondere auf den Ölpreis, aber auch auf die Grundverfassung der Volkswirtschaften würden die chemische Industrie als traditionell exportorientierte Branche besonders stark treffen.

Weitere Unsicherheiten ergeben sich aus der aktuellen innenpolitischen Lage in Deutschland. Die jüngsten Maßnahmen der nationalen Politik scheinen kaum geeignet, kurz- oder mittelfristig einen deutlichen Konjunkturaufschwung herbeizuführen oder auch nur zu unterstützen.

2003 kaum Wachstum

Aus all diesem ergibt sich für die chemische Industrie für 2003 keine hoffnungsvolle Prognose. Die Produktion der Branche in Deutschland dürfte selbst für den Fall eines tatsächlich im zweiten Halbjahr kommenden Aufschwungs wohl nur eine Steigerungsrate mit einer "eins" vor dem Komma erzielen.

Die Preise für die Produkte der chemischen Industrie, die im vergangenen Jahr im Durchschnitt um 1 vH gesunken waren, werden in ihrer weiteren Entwicklung stark von den Ölpreisen bestimmt. Es erscheint aus heutiger Sicht unwahrscheinlich, dass über die Weitergabe steigender Rohstoffkosten hinaus echte Preiserhöhungen am Markt durchsetzbar sein werden.

Beschäftigung relativ stabil

Die Zahl der Beschäftigten in der Branche, die im Jahresdurchschnitt 2002 etwa 1 vH unter der des Vorjahres gelegen hat, verhält sich trotz der konjunkturellen Schwierigkeiten erstaunlich stabil. Das statistisch ausgewiesene Beschäftigungsminus beruht zudem vor allem auf den bereits bekannten Outsourcing-Effekten. Anders als in anderen Branchen des verarbeitenden Gewerbes hat die anhaltende konjunkturelle Flaute bisher keinen größeren Beschäftigtenabbau ausgelöst.

Erträge unter Druck

Die Erträge der Branche sind im vergangenen Jahr durch die Verteuerungen bei den Rohstoffen und die deutlich gestiegenen Arbeitskosten erheblich unter Druck geraten, da die Absatzpreise im Branchendurchschnitt gleichzeitig rückläufig waren. Für das Jahr 2003 ist keine Trendwende in Sicht. Dies gilt umso mehr, da die steigenden Rohstoffkosten nach wie vor nur teilweise in den Absatzpreisen weitergegeben werden können. Darüber hinaus sind auch die Arbeitskosten durch eine Reihe von staatlichen Abgabenerhöhungen zum 1. Januar 2003 bereits deutlich gestiegen.

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