BAVC zur Tarifrunde: Problematische Forderung

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) geht mit einer unbezifferten Entgeltforderung sowie den Themen Qualifizierung, Weiterbildung und Ausbildung in die Tarifrunde 2003. Diese Forderung ist vor dem Hintergrund einer äußerst schwierigen Konjunkturlage einzuordnen.

Die Forderungsbestandteile:

"Die Tarifeinkommen und Ausbildungsvergütungen sollten um einen Prozentsatz erhöht werden, der neben dem Ausgleich der Inflationsrate die Produktivitätsentwicklung der chemischen Indust- rie berücksichtigt und somit eine reale Einkommensverbesserung sicherstellt."
"Die Laufzeit der Einkommenstarifverträge sollte 12 Monate betragen".
"Einführung eines Tarifvertrages zur Qualifizierung und Weiterbildung".
"Erneute Initiative zur Schaffung von zusätzlichen Ausbildungsplätzen".

Unterschiedliche Lagebeurteilung

Die IG BCE will sich mit ihrer Forderung auf die Parameter Produktivitätsanstieg im Jahr 2002 und erwartete Erhöhung des Preisindex für die Lebenshaltung 2003 stützen. Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) hat darauf hingewiesen, dass die Inflationsrate kein Maßstab für den tarifpolitischen Verteilungsspielraum sein kann. Er hat weiterhin geltend gemacht, dass das Produktivitätsplus 2002 den Verteilungsspielraum der Vergangenheit, nicht aber den des Jahres 2003 wiedergibt, für das verhandelt wird. Die Branche befindet sich derzeit in einer Stagnation. Die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate haben sich sukzessive verschlechtert. Vor diesem Hintergrund sind auch die für das Jahr 2003 zu erwartenden Wirtschaftsdaten eingetrübt.

Zentrale Runde?

Die Forderungsempfehlung des IG BCE- Hauptvorstandes ist Grundlage für die Diskussion in den regionalen Tarifkommissionen im Januar und Februar 2003. Wird die Forderungsempfehlung des Hauptvorstandes von den Tarifkommissionen unterstützt und von der Arbeitgeberseite aufgegriffen, kommt es zu einer zentralen Tarifrunde 2003, da der Komplex Weiterbildung / Qualifizierung bundeseinheitlich zu regeln ist.

Qualifizierung: Innovative Ansätze gefragt

Die Chemie-Arbeitgeber stehen dem Thema Qualifizierung und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter aufgeschlossen gegenüber. Beides findet schwerpunktmäßig in den Betrieben statt. Maßnahmen müssen im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit auf die jeweiligen betrieblichen Bedürfnisse zugeschnitten sein.

Generelle Ansprüche auf Weiterbildung nach dem "Gießkannen-Prinzip" darf es daher nicht geben. Dies würde insbesondere auf die kleinen und mittleren Unternehmen abschreckend wirken, anstatt die Qualifizierungsbereitschaft auf beiden Seiten zu stärken.

Fehleinschätzungen korrigieren

Der Tarifabschluss vom Frühjahr 2002 war durch eine zu optimistische Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung getragen und hat sich im Nachhinein als zu hoch herausgestellt. In der nächsten Tarifrunde wird es deshalb darum gehen, dies zu korrigieren und der erkennbar problematischen Lage der Chemie sowie der nicht überschaubaren
Entwicklung Rechnung zu tragen. Im Interesse von Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung dürfen sich die Chemie-Tarifparteien abermalige Fehleinschätzungen nicht leisten.

Tariflaufzeiten

Die derzeit laufenden regionalen Entgelttarifverträge gelten in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein bis zum 31.03.2003. In den Tarifbezirken Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen/ Bremen, Schleswig-Holstein/Hamburg und Berlin (West) geht die Laufzeit bis zum 30.04.2003, im Saarland bis zum 31.05.2003.

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