Chemie-Beschäftigung: Qualifizierungs-Trend

Eine aktuelle Analyse des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC) zur Beschäftigung in der deutschen Chemie-Industrie zeigt, dass sich der langfristige Trend zu höherwertigen Arbeitsplätzen fortgesetzt hat. Darüber hinaus steigt der Anteil der weiblichen Beschäftigten und der Teilzeitbeschäftigten. Ein weiteres Charakteristikum ist die weit verbreitete Schichtarbeit.

Über ein Viertel weiblich

Die Frauen in der chemischen Industrie stellen mittlerweile einen Anteil von 27,6 vH der Tarifbeschäftigten. Unter den Auszubildenden der Branche liegt der Anteil mit 31,9 vH sogar bereits bei knapp einem Drittel. Die höchsten Frauenanteile sind dabei in den Entgeltgruppen E 1 und E 2 sowie E 9 bis E 11 zu finden.

Hohe Teilzeitquote

Die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten in der chemischen Industrie liegt bei 7,0 vH. Trotz der in der Branche traditionell schwierigeren Bedingungen für Teilzeitbeschäftigung, die durch Produktions- und Arbeitsabläufe begründet sind, ist dieser Anteil in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Teilzeitbeschäftigung wird auch in der chemischen Industrie hauptsächlich von weiblichen Beschäftigten gewünscht. Dementsprechend ist der Anteil der Teilzeitbeschäftigten in denjenigen Entgeltgruppen am höchsten, in denen auch der Frauenanteil relativ groß ist. Die höchsten Teilzeitquoten gibt es in den Entgeltgruppen E 1 (20,1 vH), in der E 9 (12,1 vH) und in der Entgeltgruppe E 10 (10,6 vH).

Schichtarbeit weit verbreitet

Von den Tarifbeschäftigten der Branche arbeiteten 6,2 vH in teilkontinuierlicher und 23,4 vH in vollkontinuierlicher Schichtarbeit. Zusammen lag ihr Anteil damit bei 29,6 vH.

Der Manteltarifvertrag der chemischen Industrie regelt, dass als teilkontinuierliche Arbeitsplätze solche angesehen werden, die rund um die Uhr, aber nicht am Wochenende (Samstag 14.00 Uhr bis Montag 6.00 Uhr) besetzt sind. Vollkontinuierliche Arbeitsplätze hingegen sind solche, die darüber hinaus auch am Wochenende ganz oder zeitweise besetzt sind.

Den höchsten Anteil haben Schichtarbeitnehmer in den produktionsnahen Entgeltgruppen E 5 (51,3 vH) und E 6 (49,8 vH). Die wenigsten Arbeitnehmer in Schichtarbeit sind in den reinen Angestelltengruppen zu finden. Insbesondere in den Entgeltgruppen E 11 bis E 13 liegt ihr Anteil nur zwischen 1,6 und 3,6 vH der Tarifbeschäftigten.

Weniger Einfach-Jobs

Ein Vergleich über die vergangenen Jahre zeigt die abnehmende Bedeutung insbesondere der Arbeitsplätze in den Entgeltgruppen E 1 bis E 5. Der Anteil der typischen Facharbeitergruppen (E 6 bis E 8) und der reinen Angestelltengruppen (E 9 bis E 13) an den Arbeitsplätzen der chemischen Industrie ist hingegen kontinuierlich gestiegen.

Besetzung der Entgeltgruppen in der chemischen Industrie

1988 1995 2001
in vH aller Tarifbeschäftigten
E1 5 2,8 1,6
E2 9 7,1 4,4
E3 7 6,6 5,3
E4 14 9,9 7,8
E5 4 6,9 6,8
E6 18 15,7 14,9
E7 6 10,6 12,1
E8 6 8,3 10,4
E9 8 7,5 8,6
E10 6 7,0 8,8
E11 8 7,6 8,7
E12 4 5,4 6,2
E13 5 4,5 4,3

1988 nur westdeutsche Tarifbezirke
Quelle: BAVC Statistik

Im Vergleich zum Jahr 1988, in dem die Entgeltgruppen-Klassifikation eingeführt wurde, hat sich der Anteil der un- und angelernten Beschäftigten im Bereich E 1 bis E 3 von über 20 vH auf gut 11 vH praktisch halbiert. In den Entgeltgruppen E 4 und E 5, in denen hauptsächlich Beschäftigte mit einer zweijährigen Berufsausbildung tätig sind, sank der Anteil von rund 18 vH auf unter 15 vH. Deutlich zugelegt hat der Bereich E 6 bis E 8, in dem Facharbeiter und Angestellte mit einer dreijährigen Berufsausbildung tätig sind. Hier stieg der Anteil von rund 30 vH auf über 37 vH.

Der Anteil der Beschäftigten in den Entgeltgruppen E 9 bis E 13, in denen z.T. auch Angestellte mit Fachhochschul- und Universitätsabschlüssen eingruppiert werden, stieg ebenfalls von gut 30 vH auf annähernd
37 vH.

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