Internationaler Arbeitskostenvergleich: Moderate Erhöhungen zeigen Wirkung

Die aktuelle internationale Arbeitskostenanalyse des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC) zeigt, dass die chemische Industrie Deutschland (westliche Bundesländer) im Vergleich mit ihren wichtigen internationalen Konkurrenzstandorten nach wie vor mit den höchsten Arbeitskosten operieren muss.

Trend zur Angleichung ...

Der bereits seit einigen Jahren festzustellende Trend einer schrittweisen Angleichung der Chemie-Arbeitskosten vor allem innerhalb der Europäischen Union hat sich jedoch weiter fortgesetzt. Insbesondere die vergleichsweise moderateren Arbeitskostenanstiege in Westdeutschland in den vergangenen Jahren haben dazu geführt, dass der Abstand zu den "Verfolgerländer" kleiner geworden ist.

So verzeichneten im Jahr 2001 lediglich Belgien, Luxemburg und Italien einen geringeren Anstieg der Arbeitskosten als Westdeutschland. Zum wiederholten Male lagen andere europäische Wettbewerber wie die Niederlande, Finnland, Spanien, Dänemark oder Frankreich mit ihren Arbeitskostensteigerungen jedoch deutlich über dem westdeutschen Niveau.

... weiter fortgesetzt

Im Vergleich zu 1995 ist der Abstand der westdeutschen Chemie-Arbeitskosten zu allen in der Analyse enthaltenen Ländern kleiner geworden.

Besonders starke Steigerungen der Chemie-Arbeitskosten mussten in den vergangenen Jahren insbesondere die wachstumsstarken westeuropäischen Chemiestaaten Spanien, Finnland und Irland hinnehmen. Ebenso wie Großbritannien und Italien können diese Standorte aber dennoch nach wie vor mit Arbeitskosten operieren, die nur rund 60 vH der deutschen betragen.

Vergleichsweise erfolgreich bei der Moderierung der Arbeitskostenentwicklung war in den vergangenen Jahren Italien. Durch mehrere Jahre mit unterdurchschnittlichen Anstiegen wurde es in der Arbeitskosten-Liga der chemischen Industrie sowohl von Irland wie auch von Spanien "überholt".

Wechselkurs-Einflüsse

Die Einführung des Euro hat die in der Vergangenheit oft beobachteten erheblichen Einflüsse der Wechselkurse auf die relativen Arbeitskostenpositionen für viele Konkurrenzstandorte völlig ausgeschaltet. Von den vom BAVC regelmäßig analysierten Standorten sind lediglich die USA, Großbritannien und Japan nicht Mitglied der Europäischen Währungs-Union.

Der deutliche Rückgang der Chemie-Arbeitskosten in Japan um 10,0 vH ist denn auch weitgehend auf die Abwertung des Yen im vergangenen Jahr um 11,4 vH zurückzuführen. Die Steigerung der amerikanischen Chemie-Arbeitskosten um durchschnittlich 5,4 vH lag zum größten Teil an der Aufwertung des US-Dollars um 3,0 vH. Hingegen wäre der Anstieg der britischen Arbeitskosten in Euro gerechnet höher als 2,3 vH ausgefallen, wenn nicht das Pfund um 2,1 vH abgewertet worden wäre.

Statistische Grundlagen

Die Berechnung der Chemie-Arbeitskosten durch den BAVC erfolgt auf der Datengrundlage des statistischen Amtes der Europäischen Union. Maßgebliche Datenquelle ist die europaweit alle vier Jahre durchgeführte Arbeitskostenerhebung. Die aktuellsten Daten aus dieser Erhebung datieren aus dem Jahr 1996. Die Ergebnisse der im Jahr 2000 durchgeführten Erhebung sind noch nicht veröffentlicht. Der BAVC schreibt die amtlichen Daten auf Grundlage von verschiedenen öffentlichen und internen Datenquellen jährlich fort.Mit der Veröffentlichung der amtlichen Ergebnisse aus 2000 wird ein Update der BAVC-Statistik erfolgen. Dann wird voraussichtlich auch eine Einbeziehung von weiteren europäischen Standorten in die Arbeitskosten-Statistik möglich sein.

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