Chemie-Arbeitskosten 2001: Personalzusatzkosten gestiegen

Die Ergebnisse der jetzt vorliegenden Arbeitskostenanalyse des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC) für das Jahr 2001 zeigen, dass die Arbeitskosten in der westdeutschen chemischen Industrie im vergangenen Jahr mit 39,93 Euro erstmals an der 40-Euro-Schwelle gekratzt haben. Je Stunde und Beschäftigten gerechnet belief sich der Anstieg gegenüber dem Vorjahr auf 2,3 vH. Während das Direktentgelt dabei um 2,1 vH zugelegt hat, haben sich die Personalzusatzkosten mit 2,5 vH deutlich überproportional erhöht. Diese betragen nun - bezogen auf das Direktentgelt - 96,3 vH.

63.337 Euro pro Jahr

Auf Jahresbasis gerechnet ergibt sich ein ähnliches Bild: Die Arbeitskosten in der westdeutschen Chemie erreichten hier je Beschäftigten 63.337 Euro (+ 2,1 vH), wobei das Entgelt für tatsächlich geleistete Arbeit ("Direktentgelt") um 2,0 vH auf 32.259 Euro stieg. Der Anstieg der Personalzusatzkosten lag auf Jahresbasis bei 2,5 vH, womit sich die Zusatzkosten auf 31.078 Euro erhöhten.

Trendfaktoren

Die Entwicklung der Arbeitskosten, insbesondere der Personalzusatzkosten, wurde im Wesentlichen durch folgende Effekte beeinflusst:

- Während die Rentenversicherungsbeiträge nur leicht gesunken sind, haben sich die Beiträge zur Krankenversicherung und die Beitragsbemessungsgrenzen weiter erhöht.

- Die Tarifentgelte sind Mitte des Jahres um 2,0 vH gestiegen.

- Durch den "Tarifvertrag über vermögenswirksame Leistungen und Altersvorsorge" ergab sich eine Leistungserhöhung von 478,57 auf 613,55 Euro, sofern der Arbeitnehmer von seinem Wahlrecht auf Entgeltumwandlung zur Altersvorsorge Gebrauch macht. Bereits im Jahr 2001 haben die Chemie-Mitarbeiter in erheblichem Umfang diese Möglichkeit genutzt.

- Mehraufwand für Aus- und insbesondere Weiterbildung

Die Entwicklung der Zusatzkostenblöcke im Einzelnen:

Sonderzahlungen

Die Höhe der Sonderzahlungen, also der Gratifikationen, des 13. Monatsgehaltes (Jahresleistung), des Urlaubsgeldes und der vermögenswirksamen Leistungen ist 2001 bezogen auf das Direktentgelt von 19,1 auf 19,3 vH gestiegen. Dies hängt insbesondere mit den beschriebenen Aufstockungen und Umwandlungen bei vermögenswirksamen Leistungen in Richtung Altersvorsorge zusammen.

Arbeitsfreie Tage

Die für bezahlten Urlaub, bezahlte Krankheit und bezahlte Feiertage aufzuwendenden Arbeitskosten sind gegenüber dem Vorjahr auf Jahresbasis mit 23,5 vH unverändert geblieben.

Vorsorgeaufwand

Die Quote für den Vorsorgeaufwand hat sich insgesamt bei 43,9 vH eingependelt. Dies ist vor allem auf die gegenläufigen Effekte der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung zurückzuführen. Während in der Rentenversicherung eine leichte Beitragsabsenkung von 19,3 vH auf 19,1 vH erfolgte, erhöhten sich die durchschnittlichen Krankenversicherungsbeiträge auf 13,6 vH. Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung von 6,5 vH und der Satz für die Pflegeversicherung von 1,7 vH blieben unverändert. Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung wurden weiter angehoben, nämlich von 4.397 auf 4.448 Euro monatlich in der Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie von 3.298 auf 3.336 Euro monatlich in der Kranken- und in der Pflegeversicherung.
Anteilsmäßig unverändert geblieben sind die Arbeitgeber-Aufwendungen für die betriebliche Altersvorsorge. Die Anpassungsmaßnahmen in den Firmen waren weitgehend abgeschlossen. Das Aufwandsplus bewegte sich im Rahmen des allgemeinen Entgeltanstiegs.

Sonstige Kosten

Der Sammelposten "Sonstiges", in dem z. B. Kosten für Aus- und Weiterbildung, für Entlassungsentschädigungen, für Werksverpflegung und andere Sozialeinrichtungen eingehen, hat sich leicht auf 9,6 Prozentpunkte erhöht. Dabei hat insbesondere der Mehraufwand für Aus- und Weiterbildung durchgeschlagen.

Deutlicher Anstieg in 2002

Ein weiterer Anstieg der Arbeitskosten im Jahr 2002 ist abzusehen:

- Mit 3,3 vH ist der Anstieg der Chemie-Tarifentgelte höher als in den vergangenen Jahren zuvor.

- Der durchschnittliche Krankenversicherungsbeitrag wird von 13,6 auf 14,0 vH oder sogar mehr steigen.

- Die Beitragsbemessungsgrenzen in der Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie der Kranken- und Pflegeversicherung sind zum Jahresbeginn 2002 erneut gestiegen. Weitere Anhebungen sind in der Diskussion.

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