Mehr Nachfrage nach Chemikern

Die Nachfrage nach Chemikern hat im vergangenen Jahr deutlich angezogen. Das Gros der Stellenangebote kam von Universitäten, Instituten und Forschungszentren. Während der Personalbedarf in der "klassischen" chemischen Industrie deutlich zurückging, stieg die Zahl der Angebote aus der pharmazeutischen Industrie deutlich an. Zusätzliche Stellen wurden darüber hinaus auch aus dem Bereich der Medizintechnik sowie aus den neu gegründeten Start-Up-Unternehmen der Nano- und Biotechnologie angeboten.

Weniger Arbeitslose - mehr Stellen

Dies geht aus dem Jahresbericht 2001 der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) für besonders qualifizierte Fach- und Führungskräfte hervor. Nach Angaben der ZAV betrug die Zahl der angebotenen Stellen 1.800. Sie lag damit um 13 vH höher als im vorjahr. Die Zahl der arbeitslosen Chemiker ist um 3 vH auf 3.600 zurück gegangen. Im Hochschulbereich wurden Chemiker in der Regel als wissenschaftliche Mitarbeiter eingestellt, üblicherweise mit Dreijahresverträgen und der Möglichkeit zur Promotion. Im Bereich der pharmazeutischen Industrie waren Chemiker im Bereich der Produktionsleitung, der Arzneimittelzulassung, der Pharma-Beratung oder beim Product-Management gefragt.

Forschungs-Chemiker gesucht

Chemiker wurden - mehr als in den Jahren zuvor - insbesondere für die industrienahe Forschung gesucht. In der angewandten Forschung war insbesondere die Produktentwicklung für unterschiedliche Kundenbedürfnisse auf der Basis systematischer Marktbeobachtung gefragt. Dabei hatten unterneh- merisch eingestellte "Forschungsmanager" mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen überdurchschnittliche Chancen.

Produktions-Chemiker gefragt

Die Nachfrage nach Chemikern für die Produktion war ebenfalls höher als im Vorjahr. Dabei spielte insbesondere das Thema Qualitätskontrolle eine wichtige Rolle, ebenso Aufgaben aus dem Bereich der Kosten- und Materialoptimierung. Zu den Einstellungsvoraussetzungen gehören stets fundierte Kenntnisse der Sicherheitsbestimmungen sowie des Arbeitsschutzes und des Umweltrechtes.

Weniger Vertriebs-Chemiker

Deutlich geringer als im Vorjahr war der Bedarf an Chemikern für Vertriebsaufgaben. Die Vertriebsaufgaben erstreckten sich überwiegend auf die Bereiche Pharmazeutika, chemische Geräte oder komplette Produktionsanlagen. Stellenangebote aus diesem Bereich waren oft mit dem Hinweis auf gute berufliche Aufstiegsperspektiven verbunden. Bei leitenden Positionen wurde in der Regel eine drei- bis fünfjährige Berufserfahrung vorausgesetzt.

Chancen mit Zusatzqualifikationen

Stellenangebote gab es auch im Bereich des Informationsmanagements, wo sich Chemiker als "Informationsbroker" um die systematische Erfassung der weltweit wachsenden technischen Information zu bemühen hatten. Gesucht waren auch Chemiker für das Patentwesen, um die kommerzielle Nutzung von Erfindungen im Rahmen internationaler Gesetzgebungen zu verfolgen. Gefragt waren insbesondere Chemiker mit einer Qualifizierung als europäischer Patent-Anwalt. Von Finanzdienstleistern und Unternehmensberatern waren Chemiker als fachliche Berater z. B. bei der Durchführung von Öko-Audits gesucht.

Hohe Anforderungen

Die Stellenangebote für Chemiker waren wiederum mit sehr hohen Anforderungen verbunden. Herausragende Kenntnisse waren in den jeweiligen Forschungsschwerpunkten und in der instrumentellen Analytik gefragt. Überdurchschnittliche Studienergebnisse, eine schnelle Studienzeit und praktische Berufserfahrung waren weitere wichtige Kriterien. Zusätzliche Kenntnisse in Betriebswirtschaft oder in den naturwissenschaftlichen Nachbardisziplinen rückten in den Vordergrund. Auch Fremdsprachenkenntnisse und Kulturoffenheit spielten angesichts der wachsenden Globalisierung eine wichtige Rolle.

Mobilität gefragt

Junge, mobile und sehr gut qualifizierte Chemiker hatten überdurchschnittlich günstige Beschäftigungsperspektiven, insbesondere auch an Universitäten, die häufig über den Mangel an geeigneten Nachwuchs-Wissenschaftlern klagten. Auch war zu beobachten, dass die Promotion nicht mehr wie früher eine unverzichtbare Einstellungsvoraussetzung in der Industrie darstellte.

Wegen der relativ guten Beschäftigungslage ging die Arbeitslosigkeit bei Chemikern um 3 vH zurück. Dabei gab es viele, die nur kurzfristig arbeitslos gemeldet waren, z. B. nach der Promotion. Arbeitslosigkeit bei den Chemikern hing auch mit einem "Mismatch" zusammen. So gab es viele Chemiker, die ausschließlich in der Forschung arbeiten wollten, sich somit für andere Beschäftigungen nicht interessierten. Andererseits waren jene, die sich andere Beschäftigungsfelder vorstellen konnten, häufig wiederum nicht an den Angeboten aus Vertrieb und Beratung interessiert.

Downloads

Typ Dateiname Dateigröße
pdf Info_6_02_b.pdf 35,5 KB

BAVC-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Nachrichten, Infodienste und Pressemitteilungen bequem per E-Mail

BAVC auf Twitter

Folgen Sie dem BAVC auf Twitter, um aktuelle Informationen und Neuigkeiten des Verbandes in Echtzeit zu erhalten.

BAVC-Partner

Heute Morgen Sozialpartnernetz Berufskompass Chemie Chemiepensionsfonds So.WIN mint UCI CSSA INQA Chemie hoch 3
VOILA_REP_ID=C12574AC:00338A87